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Rosdorf Stromsparend die ganze Nacht
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14:28 15.11.2017
In Rosdorf leuchtet jetzt nur noch LED.
In Rosdorf leuchtet jetzt nur noch LED. Quelle: Hinzmann
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Rosdorf

Seit dem Jahr 2015 stellt die Rosdorfer Verwaltung die Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet um. Seitdem wurden 800 Pilzlampen und 300 Peitschenlampen mit LED-Leuchteinheiten ausgerüstet, erklärt der Rosdorfer Bürgermeister Sören Steinberg (SPD). Damit sei Rosdorf eine der ersten Gemeinden niedersachsenweit, die komplett umgerüstet haben.

Zuerst wurden ab 2015 die kleineren Pilzlampen umgerüstet, in diesem jahr kamen die größeren Peitschenlampen an den größeren Straßen hinzu. Die Gemeinde habe die Umrüstung auch dazu genutzt, sämtliche Laternenmasten auf ihre Standfestigkeit zu untersuchen. Das Ergebnis: Fünf Prozent der Masten seien schadhaft gewesen und hätten ausgetauscht werden müssen. Die Hauptursachen: Witterungseinflüsse und Hunde-Urin.

Das gesamte Umrüstungsprojekt - ohne Austausch von Masten - habe etwa 590000 Euro gekostet. Davon habe der Bund über seine Förderplattform Energieeffizienz kommunal mitgestalten (EKM) 110000 Euro als Förderung übernommen, so dass die Gemeinde knapp 485000 Euro netto habe aufbringen müssen, sagt Steinberg. Welche Summe die Umrüstung hingegen einspart, sei nicht genau zu beziffern. Die LED-Leuchteinheiten verbrauchten 60 bis 70 Prozent weniger Strom, so die Angaben der Hersteller. Was das in Euro und Cent bedeute, sei wegen der Strompreisschwankungen nicht genau bezifferbar, meint Steinberg.

Unklar ist auch die Höhe der Wartungskosten. Die Gemeinde rechnet mit einem geringeren Aufwand, weil die LED-Technik von Haus aus langlebiger und wartungsärmer ist. Das sichern zumindest die Hersteller zu.

Nach der Umrüstung auf LED-Technik will die Gemeinde auf eine Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung verzichten. Wegen des geringen Stromverbrauchs sei die Einsparung so gering, dass die Gemeinde stattdessen gern den Sicherheitsgewinn durch eine durchgehende nächtliche Beleuchtung umsetzt.

Ein weiterer erfreulicher Nebeneffekt: Die Straßen seien heller geworden, sagt Steinberg. Das sei der Verwaltung aus einer ganzen Reihe von Ortschaften der Gemeinde mitgeteilt worden. Schlaglöcher, Stufen, Bordsteine und Gegenstände auf Fußwegen und Straßen seien damit leichter auszumachen – ein Vorteil gerade für ältere Bewohner.

Der Grund für den vergleichsweise geringen Stromverbrauch von LED-Lampen: Die lichtemittierenden Dioden (LED) wandeln im Gegensatz zu Glühlampen nur einen geringen Teil des Stroms in Wärme um. Die Lichtausbeute – die Relation der Helligkeit zum eingesetzten Strom und damit die Effizienz – ist um mehr als zwölffach höher als diejenige herkömmlicher Glühbirnen. Im Vergleich zu Halogenlampen sind sie etwa zehnmal und gegenüber Leuchtstoffröhren mehr als doppelt so effizient. Außerdem sind LED-Lampen deutlich langlebiger als alle anderen Leuchtmittel: Gerechnet wird mit einer Lebensdauer von 20- bis 50000 Betriebsstunden. Eine herkömmliche Glühbirne hält hingegen nur etwa 1000 Stunden durch.

Von den neuen LED-Straßenlampen in Rosdorf haben allerdings bereits drei ihren Geist aufgegeben. Allerdings nicht wegen mangelhafter Technik oder zu geringer Lebensdauer: Autos hatten die Lampenmasten gerammt.

Von Matthias Heinzel

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