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Rosdorf Altenheim eröffnet „Männerwerkstatt“ für demente Bewohner in Rosdorf
Die Region Rosdorf Altenheim eröffnet „Männerwerkstatt“ für demente Bewohner in Rosdorf
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00:26 01.07.2019
Eröffnung der Männerwerkstadt mit Schlüsselübergabe im Garten des Seniorenheimes Johannishof in Rosdorf. Quelle: Ulrich Schubert
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Rosdorf

Es ist vermutlich das erste und einzige Projekt dieser Art in ganz Norddeutschland: In einer „Männerwerkstatt“ im Rosdorfer Seniorenheim Johannishof sollen demente Männer ein Stück mehr Lebensqualität und vor allem Erinnerungen (zurück-)bekommen. Am Freitag hat der Förderverein Johannishof das neue Blockhaus mit Werkstatteinrichtung übergeben.

Mit dem Projekt geht das Altenzentrum des Diakonischen Werkes Rosdorf ganz neue Wege in der Pflege. Und es reagiere damit auf eine Entwicklung, die in nahezu allen Senioreneinrichtungen an Bedeutung gewinnt, erklärt Pflegedienstleiterin Maren Weck: Es gibt dort immer mehr Männer. Alleine im Johannishof seien 12 von 60 Bewohnern männlich. Das sei früher nicht der Fall gewesen. Viele Männer seien in den Weltkriegen gefallen und Männer hatten eine deutlich geringere Lebenserwartung. Die Folge: Fast nur Frauen kamen in die Altenheime.

Tanzen im Sitzen nichts für Männer

Das ändere sich inzwischen deutlich. Die klassischen Angebote aber seien nach wie vor fast ausschließlich auf Frauen ausgelegt, ergänzt Katrin Lebensieg, Leiterin des begleitenden und sozialen Dienstes im Johannishof. Tanzen im Sitzen, Kochen und Handarbeit seien allerdings wenig ansprechend für die männliche Generation, die jetzt immer stärker vertreten ist. Ein Problem, das zurzeit in der Branche viel diskutiert werde, so Weck.

Ein Blick in die „Männerwerkstatt“. Quelle: Ulrich Schubert

Diese Lücke will der Johannishof mit der neuen „Männerwerkstatt“ schließen. Das neue knapp 20 Quadratmeter große Blockhaus im Garten ist ausgestattet mit Werkbänken, Werkzeugen und schon einer Menge Schrauben und Nägeln. Hier sollen sich die Männer künftig beschäftigen können – „und dabei Erinnerungen auffrischen“, sagt Lebensieg. Die meisten der männlichen Bewohner seien altersbedingt kognitiv eingeschränkt, ihre Erinnerung auch an Alltägliches lasse nach.

Fast alle gehörten aber in eine Generation, in der es eine klare Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen gibt. Letztgenannte waren für Kinder und Küche zuständig, die Männer für härtere Arbeit, Garten und Reparaturen. „Sie kennen alle eine Bohrmaschine und andere Werkzeuge“, so Lebensieg. Wenn sie in der kleinen Werkstatt damit an einfachen Werkstücken arbeiten, würden Erinnerungen an gute Zeiten und an Vertrautes wieder wach. Und das sei wichtig für die unterstützenden Betreuung. Hinzu komme bei den Männern unter den nach wie vor vielen Frauen „auch der Wunsch und das gute Gefühl, in der Werkstatt mit anderen Männern einen gemeinsam eigenen Ort zu haben“.

Das Projekt-Team (v.l.): Friederike Bergel (Förderverein), Maren Weck (Pflegedienstleitung), Katrin Lebensieg (Leiterin begleitende und soziale Dienste, Edyta Kirmasz (Heimleitung). Quelle: Ulrich Schubert

Förderverein sammelt Geld und organisiert

Diesen gebe es allerdings nicht ohne die Hilfe des Fördervereins Johannishof, bestätigt die Vorsitzende Friederike Bergel. Er hat das Blockhaus gekauft, den Aufbau organisiert und die Werkstatt eingerichtet. Das wiederum sei nur durch die Unterstützung vieler möglich gewesen, so Bergel. Der Energieversorger EAM habe das Projekt über seine Stiftung mit 6000 Euro gefördert. Viele Rosdorfer hätten kleinere Beträge gespendet und die ausführenden Handwerker aus dem Dorf alle Arbeiten ehrenamtlich ausgeführt. Auch bei ihrer künftigen Arbeit in der „Männerwerkstatt“ würden die Bewohner neben den Pflegekräften von Ehrenamtlichen unterstützt, betont Weck.

Die aktiven Unterstützer des Projektes beim Bau des Werkstatt-Häuschens: Becker Bedachungen, Zimmerei Otto, Malerbetrieb Günther, Elektrotechnik Rümenap, Gartenbau Bandelow und Uhlendorf sowie die Firma OBI (mit einem Preisnachlass für das Blockhaus).   

Von Ulrich Schubert

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