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Rosdorf Rosdorf auf dem Weg zum Haltepunkt
Die Region Rosdorf Rosdorf auf dem Weg zum Haltepunkt
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07:00 13.09.2019
Möglicherweise in Höhe des Bahnübergangs (Bahnhofstraße) könnte der neue Haltepunkt entstehen. Ein Ingenieurbüro hat mehrere Varianten herausgearbeitet. Quelle: Meinhard
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Rosdorf

Einen kleinen Schritt weiter ist der Plan, den Bahnhaltepunkt Rosdorf wieder an den Schienenverkehr anzuschließen. Seit mehreren Jahren wird über diese Möglichkeit diskutiert, jüngst in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Wirtschaftsausschusses der Gemeinde Rosdorf. Jetzt liegt eine Potenzialanalyse vor. Mit einer schnellen Realisierung wäre nicht zu rechnen, Baubeginn könnte frühestens 2024 sein. An der Sitzung nahmen auch die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) sowie Mitglieder des Kreistages teil. Der Landkreis ist einer der Geldgeber der Initiative.

In der Ausschusssitzung stieg der Vorsitzende des Bauausschusses, Christian Frölich (CDU), mit folgenden Worten in das Thema ein: „Es wird kritisch in der Gemeinde diskutiert.“ Auch Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) berichtete von Gesprächen mit Bürgern. In der Bevölkerung würde angefragt werden, ob Rosdorf diesen Haltepunkt tatsächlich braucht und ob nicht viel Geld für etwas ausgegeben würde, das dann doch nicht genutzt wird. Wäre es stattdessen nicht sinnvoller, die Busanbindungen zu verbessern, gab Steinberg eine Anregung weiter.

Drei Standorte sind untersucht worden

Ralf Grunenberg-Jacobs, Niederlassungsleiter der Ingenieurgesellschaft Vössing mit Sitz in Hannover, stellte die jetzt von seinem Büro erarbeitete Analyse vor. Es seien drei Standorte für den Haltepunkt untersucht worden, sagte er. Jede der Varianten habe Vor- und Nachteile. Die Kosten würden zwischen 1,8 bis 3,3 Millionen Euro liegen. Netto. Wahrscheinlich aber müsste die Gemeinde keinen Cent bezahlen, allenfalls für den Ankauf kleinerer Grundstücke, die sich im Bereich der Bahnstrecke in Privatbesitz befinden.

Ein klares Pro zum Bahnhaltepunkt kam von Kreistagsmitglied Andrea Obergöker (Grüne). Die Rosdorferin sagte: „Ich begrüße das.“ Es sei freilich notwendig, dass auch Busse die Haltestelle anfahren. Solche Umsteigeplätze müssten auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels geschaffen werden. „Die Leute müssen in der Lage sein, auch ohne Auto Göttingen zu erreichen“, so Obergöker, die im Verbandsausschuss des Zweckverbandes Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) sitzt. Dort ist auch Thorsten Heinze (SPD) aktiv. Das Mitglied des Kreistages sagte: „Ich bin noch nicht überzeugt. Ich sehe die Konkurrenz zum Bus.“

„Diese Chance sollte nicht vertan werden“

Es sei schon etwas Besonderes, dass Rosdorf in das Reaktivierungsprogramm für einstige Bahnhöfe gekommen sei und jetzt tatsächlich einen neuen Haltepunkt quasi geschenkt bekommen könnte, argumentierte Kreistags-Mitglied Steffani Wirth (Grüne). Diese Chance sollte nicht vertan werden, hob sie hervor .

Zu den Fürsprechern gehört neben dem beratenden Ausschussmitglied Hans-Peter Wyderka auch Martin Fichtler (Grüne). Zwar sei ihm ein Haltepunkt in Obernjesa lieber gewesen. Jetzt zu sagen, dann wolle man auch keinen in Rosdorf, sei inakzeptabel. „Ich finde das Ausspielen von Bus und Bahn problematisch“, sagte Fichtler. Ein Satz, den Grunenberg-Jacobs aufgriff: Je besser das Angebot im ÖPNV, um so höher sei auch die Nutzung.

Auf dieser Linie argumentierte ebenso Frölich: „Nur wenn das Angebot da ist, können Menschen ihr Nutzungsverhalten ändern. Wir entscheiden hier über eine Geschichte, die für nachfolgende Generationen von Bedeutung sein kann. Das ist mein flammender Appell“, stellte der Vorsitzende heraus.

„Eine Art S-Bahn im Leinetal“

Bauausschussmitglied Christoph Sachse (SPD) gab zu bedenken: „Einwohner der Ortschaften werden sich fragen, was sie von einem solchen Haltepunkt haben.“ Es gehe im Fall der Realisierung darum, den Busverkehr konzertiert mit dem Haltepunkt abzustimmen. Ein Stück weit visionär blickte Christel Wemheuer in die Zukunft: „Eine Art S-Bahn im Leinetal wird nicht dazu führen, dass weniger Busse fahren, aber weniger Autos.“ Eine Bürgerin merkte an: „Ich habe lange in Northeim gearbeitet. Ich wäre gerne in Rosdorf ein- und in Northeim ausgestiegen.“

Der Plan soll nun in den Fraktionen der Gemeinde Rosdorf diskutiert werden. Der Gemeinderat wird am 28. Oktober darüber beraten und wahrscheinlich eine Entscheidung fällen. Bauausschussmitglied Christian Baethe (CDU) sagte: „Der Entscheidungsprozess ist jetzt erst angestoßen. Wie die Entscheidung im Rat ausgeht, kann ich nicht sagen.“

In Südniedersachsen nur Rosdorf

Für Reaktivierungen von stillgelegten Bahnstrecken beziehungsweise Bahnhöfen setzen sich sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierung in Hannover ein. Verträge in Niedersachsen zwischen dem Land und anderen Mitstreitern sehen vor, dass die Deutsche Bahn im Falle der Reaktivierung von Bahnhaltepunkten 25 Prozent der Baukosten übernimmt. Die verbleibenden 75 Prozent sollen vom Land, dem Regionalverband Braunschweig und der Landesnahverkehrsgesellschaft getragen werden. Ursprünglich sollten Kommunen 25 Prozent der Baukosten übernehmen.

Für die Region Göttingen wurden neben Rosdorf auch Haltepunkte in Obernjesa, Weende und Bovenden in Betracht gezogen, fanden aber keine Berücksichtigung. Die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes Rosdorf würde nach jetzigem Stand etwa 2,1 Millionen Euro kosten. Zu den Partnern des Projektes gehören auch DB Station & Service und DB Netz. Insgesamt sollen in Niedersachsen 19 Bahnstationen wieder an das Schienennetz angeschlossen werden, in Südniedersachsen nur Rosdorf.

Von Ulrich Meinhard

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