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Rosdorf Rosdorfer wandern und musizieren gemeinsam
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06:00 27.05.2019
Die Wandergruppe des Vereins ist häufig auf Achse. Quelle: Picasa
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Rosdorf

Mit viel Musik, Gästen aus Tschechien und einem öffentlichen Festakt feiert der Rosdorfer Musik- und Wanderverein „Frisch Auf“ am ersten Juniwochenende sein 100-jähriges Bestehen. Der Verein mit derzeit 143 Mitgliedern hat mehrere Standbeine respektive „viele Saiten“ und ist vor allem durch seine Musikensembles bekannt. Vorsitzender ist seit 1989 Gerhard Winter.

Armenhaus wird Vereinsquartier

Als die Anhänger der Wandervogel-Bewegung nach der Wende zum 20. Jahrhundert mit Klampfe und Rucksack in die deutschen Wälder ausschwärmten, war vom „Waldbaden“ noch keine Rede. Die Vereinsgeschichte hat der stellvertretende Vorsitzende Manfred Hampe aufgearbeitet. Nach dem ersten Weltkrieg gründete eine Handvoll Rosdorfer die Wandervereinigung „Frisch auf“. Als Vereinsziele wurden „gemeinsame Wanderungen in der Heimat“ sowie die Pflege der Mandolinen- und Gitarrenmusik in der Satzung verankert. Den aufmunternden Namenskern „Frisch auf“ hat der Verein beibehalten, sich aber 1995 in Musik- und Wanderverein umbenannt. Ein Jahr später übertrug die Gemeinde Rosdorf mit einem Erbschaftsvertrag über eine Laufzeit von 99 Jahren das ehemalige „Armenhaus“ am Sellenfried 31 an den Verein, der das Gebäude seit 1975 gepachtet hatte.

Magere und fette Jahre

Arm dran waren in den Anfangsjahren auch die Vereinsmitglieder. Um den Saal für einen „Bunten Abend“ im Februar 1922 beheizen zu können, mussten sie fünf Zentner Briketts, für die „Propaganda“ durch Spenden 16 Mark auftreiben. Die erhielt der damalige Gemeindediener für das Ausrufen im Ort. Zwei Jahre später zehrte die Inflation die Vereinskasse auf, von den Mitgliedern mussten Sonderbeträge erhoben werden. Bergab ging es mit Wanderungen und Musikabenden nach 1933. Die Mehrheit der Mitglieder lehnte es ab, sich dem „Reichsbund für Leibesübungen – Fachamt Wandern“ oder dem „Bund Deutscher Mandolinen- und Gitarrenspieler“ anschließen zu müssen. Dem Verein drohte die Auflösung, die Aktivitäten wurden auf ein Minimum heruntergeschraubt, der Mitgliedsbeitrag von 50 auf 15 Pfennige herabgesetzt. Die Hälfte der Mitglieder war arbeitslos, andere arbeiteten nur tageweise.

Festprogramm mit Gästen aus Tschechien

Sein 100-jähriges Bestehen feiert der Musik- und Wanderverein „Frisch Auf“ vom 30. Mai bis 2. Juni. Mit an Bord ist das Musik- und Tanzensemble „Beskyd“ aus Rosdorfs tschechischer Partnerstadt Zubři, mit dem der Verein freundschaftliche Kontakte pflegt und ein Besuchsprogramm zusammengestellt hat. Die Gäste aus Tschechien treten sowohl bei der internen Geburtstagsfeier am Freitag als auch beim öffentlichen Jubiläumskonzert auf. Das beginnt am Sonnabend, 1. Juni, um 19 Uhr in der Anne-Frank-Halle in Rosdorf. Dort wird auch Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) ein Grußwort sprechen. Nach den Reden treten die Beskyds auf, anschließend die Bigband der Musizierschule Musi-Kuss. Der Eintritt ist frei.

Beim Ausbruch des zweiten Weltkriegs hatte die Wandervereinigung nur noch 16 Mitglieder, zehn wurden eingezogen, vier zu Arbeitseinsätzen herangezogen, der Vereinsbetrieb kam zum Stillstand. 1946 trafen sich 34 Mitglieder zum Neustart im Gasthaus Fliege. Nach der Wiedergründung ging es steil bergauf. Eine Jugendgruppe wurde gegründet, Ende 1949 gehörten dem Verein 187 Frauen und Männer an. In jüngerer Vergangenheit sei das Vereinshaus nach der Übertragung durch neue sanitäre Anlagen und Umbauten überwiegend in Eigenleistung zu einem Schmuckstück geworden, sagt Hampe: „Das Haus wird eifrig genutzt, alle Mitglieder schätzen es sehr.“

Mandolinen und Harfen

Seit vier Jahren besteht das Veeh-Harfen-Ensemble „Harfonica“. Quelle: r

Aushängeschilder des Vereins sind mit vielen öffentlichen und privaten Konzertauftritten die aus dem Mandolinenorchester hervorgegangene „Combo“ unter Leitung von Hampe und das vor vier Jahren von Gabriele Fromm aus der Taufe gehobene Veeh-Harfen-Ensemble „Harfonica“ – mit inzwischen 17 Frauen und drei Männern samt Querflötenspielerin und Kontrabassist. „Die Veeh-Harfe ist schwer, aber handlich, und es macht viel Spaß, darauf zu spielen“, sagt Fromm. Aus der Akkordzither entwickelt wurde das Instrument Ende der 1980er-Jahre von Hermann Veeh für seinen mit Down-Syndrom geborenen Sohn. Zum Repertoire der „Combo“ gehören volkstümliche Musik, Schlager und Oldies, zu dem des Harfen-Ensembles Klassik, Choräle, Volks- und Weihnachtslieder. Unter Federführung des Vereins gibt es zudem ein Kinderensemble und das Ensemble „Quintensprung“, das sich klassischer Kammermusik, aber auch Pop, Film- und Musicalmelodien verschrieben hat. Die Wandergruppe wandert nicht nur, sondern unternimmt auch Ausfahrten, gesellig geht es in der Seniorenrunde und beim „Damenkränzchen“ mit „Sahnedampfern“ zu. Wie bei vielen Vereinen gebe es Sorge um Überalterung und Nachwuchs, sagt Hampe: „Es ist nicht einfach, Kinder für das Mandolinenspiel zu begeistern.“

Die „Combo“ ist aus dem Mandolinenorchester hervorgegangen. Quelle: r

 

Von Kuno Mahnkopf

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