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Rosdorf SPD-Fraktion für Kreisel an der Olenhuser Landstraße
Die Region Rosdorf SPD-Fraktion für Kreisel an der Olenhuser Landstraße
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11:00 15.11.2019
7000 Fahrzeuge queren die Olenhuser Landstraße (links) täglich auf der Nord-Süd-Achse: Blick von der Masch Richtung Siekweg. Quelle: Caspar
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Rosdorf

An der Keuzung Siekweg, Obere Straße, Masch, Olenhuser Landstraße ließe sich die Ampel durch einen Kreisel ersetzen, regt die SPD-Fraktion im Rosdorfer Ortsrat an. Der Verkehr fließe besser, heißt es im Antrag zur Begründung. Die Autos seien langsamer unterwegs. Die Lärmbelastung durch wartende und anfahrende Fahrzeuge entfalle. Die Unfallgefahr sinke. Außerdem werde im Zusammenhang mit dem neuen Baugebiet die Mengershäuser Straße eine Sackgasse. Damit nehme der Verkehr auf der Olenhuser Straße voraussichtlich zu.

Bei den anderen Parteien stößt der Antrag grundsätzlich auf Zustimmung. „Kreisel sind sehr gut“, erklärt Ursula Barking (Grüne) gegenüber dem Tageblatt. „Es ist sinnvoll darüber nachzudenken“, erklärt Harald Merker (GUT). „Kreisel entzerren den Verkehr“, findet Christian Frölich (CDU), der dem Gemeinderatsausschuss Bau, Umwelt und Verkehr vorsitzt.

7000 Fahrzeuge täglich auf dem Siekweg

Es gibt aber auch Einwände. „Auf der Nord-Süd-Achse Siekweg – Obere Straße sind jeden Tag rund 7000 Fahrzeuge unterwegs“, berichtet Karsten Rindermann, der für die Bauleitplanung zuständige Verwaltungsmitarbeiter. Das seien deutlich mehr als die 2000 Fahrzeuge auf der Olenhuser Landstraße. Viele der Autofahrer, die zwischen Göttingen und Friedland unterwegs seien, nähmen die Strecke durch Rosdorf hindurch – und nicht die Ortsumfahrung.

„Um die Verbindung weniger attraktiv zu machen, haben wir die Rotphasen an der Kreuzung in Nord-Süd-Richtung verlängert“, führt Rindermann aus. Genau das Gegenteil erreiche die SPD, wenn sie das Queren Rosdorfs erleichtere. Ein anderes Nadelöhr, die Einmündung des Siekwegs auf die Kreisstraße 50, sei im November beseitigt worden. Der neue Kreisel, den der Landkreis dort durchgesetzt habe, gebe Fahrzeugen von Rosdorf Richtung „Kauf Park“ freie Fahrt. Bisher hätten Linksabbieger dort oft lange warten müssen.

Innerörtlicher Verkehr hat zugenommen

„Auch an die Tempo-30-Begrenzung auf dem Siekweg beim Freibad halten sich viele Autofahrer, die in Nord-Süd-Richtung unterwegs sind, nicht“, bedauert Merker (GUT). „Die Berliner Kissen, die wir dort installiert hatten, mussten wir nach Beschwerden der Feuerwehr wieder entfernen“, ergänzt Christian Baethe (CDU). Er spricht von einer Quadratur des Kreises. Auf der einen Seite wolle die Politik den Verkehr aus Rosdorf heraushalten. Auf der anderen Seite machten Rosdorfer der Politik Druck, damit der Verkehr besser fließe. Die Einwohnerzahl sei in den vergangenen zehn Jahren auf gut 6000 Bürger gestiegen. Damit habe auch der innerörtliche Verkehr deutlich zugenommen.

„Ich finde es gut, wenn Autofahrer durch Rosdorf fahren und nicht außen herum“, meint Barking (Grüne), die eine Buchhandlung im Ort betreibt. So würden einige ihre Einkäufe in Rosdorf erledigen. Kritisch sieht hingegen der Christdemokrat Baethe den geringen Platz im Bereich der Kreuzung. Ein Kreisel erschwere dem landwirtschaftlichen Betrieb auf der einen Straßenecke die Zufahrt zum eigenen Grundstück. Mini-Kreisverkehre mit einem Außendurchmesser von 13 bis 26 Metern gebe es auch auf der Königsallee in Göttingen, der Göttinger Straße in Bovenden oder der Lenglerner Straße in Holtensen, hält die SPD in ihrem Antrag dagegen.

Sitzung am 18. November

Baethe erinnert zudem an die Kosten eines solchen Bauprojekts. Dafür fielen aber künftig geringere Unterhaltungskosten an als bei einer Ampelanlage. Sie müsse regelmäßig gewartet werden, hält die SPD in ihrem Antrag dagegen. Außerdem müsse dann die Ampeltechnik nicht regelmäßig nachgebessert werden.

Der Ortsrat befasst sich mit dem Thema Kreisel in seiner Sitzung am Montag, 18. November, um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum, Raum 14, Am Plan 1.

Rosdorfs Kreisel

Drei Kreisel hat Rosdorf in den Jahren 2005/06 bekommen. Erst wurde der Kreisverkehr an der Hasselbach-Kreuzung geschaffen. Es folgten im Zuge des Baus der Ortsumfahrung die Kreisel an der Biogasanlage und an der Autobahn kurz von Mengershausen.

Im November ist nach drei Monaten Bauzeit der 600 000 Euro teure Kreisel bei der Justizvollzugsanstalt und dem Postverteilzentrum dazugekommen. Er hat einen Außendurchmesser von 40 Metern und lässt sich auch von sehr großen Fahrzeugen befahren. Der Kreiselbau war notwendig geworden, weil mit der Errichtung der großen Logistikhallen auf dem Siekanger der Lkw-Verkehr in diesem Bereich deutlich zunehmen wird. Der Projektentwickler VGP hat dort von der Stadt Göttingen 200 000 Quadratmeter Gewerbefläche erworben. Schon zuvor hatten Autofahrer, die von Rosdorf kommend links Richtung Kauf-Park fahren wollten, oft lange warten müssen. Eine Ampellösung war geprüft, aber verworfen worden.

Von Michael Caspar

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