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Rosdorf Sternekoch Daniel Raub kocht mit Ehrenamtlichen
Die Region Rosdorf Sternekoch Daniel Raub kocht mit Ehrenamtlichen
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00:21 15.02.2019
Soßenkunde: Sternekoch Daniel Raub mit den Ehrenamtlichen in der Stolle-Küche. Quelle: Christina Hinzmann
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Dahlenrode

Beim Hauptgang wird es dann doch etwas hektisch: Die Rinderfilets müssen in der großen heißen Kipperpfanne fix gewendet werden – Agnes Brennecke fasst ihren Mut zusammen und greift beherzt zu. Gegenüber fischen andere die zweite Lage Gnocchi aus dem heißen Riesenkochtopf – zu spät, sie sind matschig. „Macht nichts, wird haben schon genug“, beruhigt Daniel Raub seine besonderen Kochschüler und schmeckt ganz nebenbei ein die Rahm-Champignon-Soße mit einem weiteren Schuss Cognac ab.

Es ist ein ungewöhnlicher Kochkurs an diesem Montagabend im Winter: eine kleine Profiküche in einem verwaisten Zeltlager bei Dahlenrode, zehn Frauen und Männer, die sonst ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche kochen, und ein Sternekoch als Lehrer. Die „Schüler“ sind Mitglieder vom Pfadfinderstamm DPSG in Gieboldehausen, von der Jugendstiftung Dransfeld und Unterstützer des Zeltlageplatzes Stolle vom Kreissportbund Göttingen-Osterode.

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Tipps vom Profi

Der Landkreises Göttingen hat den Kurs in der Stolle-Küche organisiert: „Zum einen sollen die Hobbyköche und -köchinnen, die in der Jugendarbeit oft für große Gruppen kochen, ein paar gute Tipps vom Profi bekommen“, erklärt Arnd Schmidt vom Fachbereich Jugend. „Zum anderen wollen wir uns damit auch bei den Teilnehmern bedanken, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche engagieren“, fügt er an.

Die Bildergalerie vom Kochkurs:

Möhrensalat, Gnocchi und Rinderfilet: In der Küche der Freizeiteinrichtung Stolle im Kreis Göttingen gibt Sternekoch Daniel Raub ehrenamtlichen aus der Jugensarbeit Tipps für einfaches kochen – und bedankt sich zugleich für ihr Engagement.

Und dieser Dank kommt an: „So einen sympathischen Spitzenkoch hier zu haben, der sich so viel Zeit für uns nimmt, ist schon etwas Besonderes“, sagt Siggi Schubert aus dem Stolle-Kochteam. „Das ist einfach super“, bestätigt ihre Mitstreiterin Brennecke, „auch weil wir wirklich einige gute Tipps bekommen heute“.

„Echte“ Gnocchi

Und die hat Sternekoch Daniel Raub mit seiner Mutter Karin Raub vom Gasthaus Biewald in Friedland natürlich auf die besonderen Kochschüler und ihre sonstigen Esser abgestimmt. Es gibt vor allem einfache Speisen, die sich relativ schnell in große Mengen zubereiten lassen und auch Kindern schmecken dürften. Allerdings mit einer Ausnahme: Als Hauptgang zwischen Karottensalat auf Salatblättern, Tomatensuppe und Panna cotta (mit Milch und Sahne) gibt es Rinderfilet – gebraten am Stück und einfach gewürzt. Dazu Brokkoli und „echte“ Gnocchi „ohne Ei“.

Das Filet ist das besondere Bonbon für die Schüler von Daniel Raub, der nur selten Kurse dieser Art gibt. „Ich finde es einfach toll, wenn sich Menschen so für Kinder und Jugendliche engagieren, da machen wir das sehr gerne“, erklärt er. Und es macht ihm sichtlich Spaß.

Entspannt fachsimpelt der Spitzenkoch mit Brennecke über die Vor- und Nachteile der großen „Kipper“, in denen das Fleisch gebraten wird. Geduldig erklärt er Peter Rosenthal („Ich bin hier auf der Stolle groß geworden.“), wie man die Silberhaut vom Fleisch trennt. Lächelnd sieht er Denis Dörner vom Kreissportbund zu, der die Zwiebeln mit dem empfohlenen breiten Messer ein wenig klagend klein schneidet. Das ist sicherer für die Finger, „aber ich arbeite doch lieber mit einem kleinen Messer“, sagt Dörner lachend.

„Das hat man im Gefühl“

Am Tisch gegenüber bereiten andere mit Karin Raub die Pannacotta zu. „Woher weiß ich denn, wie viel Zucker rein kommt“, will Antje Juraschek wissen, als die Profiköchin einen ordentlichen Schwung aus der großen Dose dazu gibt. Ihre entwaffnende Antwort: „Das hat man im Gefühl.“

Und das erfahren die Hobby-Köche an diesem Abend immer wieder: „Kochen ist etwas ganz subjektiven, richtig und falsch gibt es nicht“, sagt Daniel Raub. „Probiert immer mal einfach was aus“, fügt er an.

Stolle-Saloon und Stolle-Burger

Dass die ehrenamtliche Köche das gerne tun, erfährt er beim gemütlichen Teil im Stolle-Saloon nebenan: an einer großen Tafel mit lilafarbenem Tischtuch vor einem Kaminfeuer. Gemeinsam genießen alle Teilnehmer, was sie vorher gekocht haben. Zwischen Suppe und Hauptgang erzählt Brennecke vom berühmten Stolle-Burger und ihrem durchschlagenden Erfolg bei den Kindern im vergangenen heißen Sommer mit Kartoffelsalat mit Öl statt Mayonnaise. Raub revanchiert sich mit Anekdoten über seinen ersten Michelin-Stern.

Von Ulrich Schubert

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