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Rosdorf Ein Baum zur Hochzeit? So soll in Rosdorf aufgeforstet werden
Die Region Rosdorf Ein Baum zur Hochzeit? So soll in Rosdorf aufgeforstet werden
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11:21 26.11.2019
Am Wartberg bei Rosdorf ist eine Halballee mit Bäumen des Jahres und Lehrtafeln gepflanzt worden. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Rosdorf

Die SPD-Fraktion Rosdorf hat im Gemeinderat den Antrag gestellt, neue Bäume in Rosdorf zu pflanzen. Der Antrag wird in der Sitzung am Mittwoch, 27. November, zur Debatte gestellt. Ein ähnliches Projekt hat die FDP bereits in Bovenden gestartet. Dort sollte allerdings die Geburt eines Kindes mit der Pflanzung eines neuen Baums verbunden werden. Das ist hier anders: In Rosdorf sollen Bäume der Erinnerung gepflanzt werden.

Von der Geburt bis zur Hochzeit: Anlässe können verschieden sein

Anlass kann eine Geburt sein, doch auch Ereignisse wie Hochzeiten oder die Einweihung eines neuen Hauses können Gründe sein, um künftig einen Baum zu pflanzen. Welche Gründe genau dafür in Frage kämen und welche nicht, müsse die Politik entscheiden, sagt Bürgermeister Sören Steinberg (SPD).

Sobald die Bäume stehen, sollen sie mit einem Schild versehen werden. Auf diesem sollen zum Beispiel Informationen über die jeweilige Art stehen. „Das kann auch als Information für Kinder interessant sein“, glaubt Bernd Schütze (SPD). Dieter Eikenberg (GuT) hebt zudem hervor, dass im Voraus abgemacht werden müsse, dass die Baumpaten sich nach der Bepflanzung auch weiterhin um den Wuchs kümmern.

Rosdorf hat gute Erfahrungen mit Aufforstung

Die Idee für die Aktion kam unter anderem von der Baum AG, die schon in der Vergangenheit für ähnliche Projekte verantwortlich war. Die Baum AG wurde nach Angaben von Eikenberg vor einigen Jahren ins Leben gerufen, weil zu viele alte Hölzer in Rosdorf gefällt wurden. „Vergangenes Jahr haben wir mit Erfolg eine Halballee mit 30 Bäumen eröffnet“, sagt Schütze, der auch Teil der Arbeitsgemeinschaft ist. Für ihn ist es gerade in der heutigen Zeit wichtig, das Thema Klimaschutz in den Vordergrund zu rücken.

Nun gilt es zu prüfen, welche Grünfläche für die Erinnerungsbäume am besten geeignet wäre. Teile der Flurstücke 66 und 67 auf dem Hamberg wurden zunächst als mögliche Fläche vorgeschlagen. Mit einer Größe von etwa 3000 Quadratmetern wäre dort nach Angaben des Bürgermeisters genug Platz. Sollte dort nicht gepflanzt werden können, gäbe es Alternativen: So glauben einige Gemeinderatsmitglieder, dass der Ort ausreichend Raum besitzt, der sich für die Aktion anbieten würde. „Ausgleichsflächen haben wir im Ort. Genügend Platz wird sich finden“, erklärt Eikenberg.

Nicht jedem Ratsmitglied gefällt die Idee

Kritik zu dem Antrag kommt von Ursula Barking (Bündnis 90/Die Grünen). Sie fände das Pflanzen von Bäumen immer gut, hinterfragt allerdings das Konzept, Bäume auf öffentlichem Boden zur Erinnerung zu pflanzen. „Das kann jeder auch persönlich auf seinem Privatgrundstück machen“, meint Barking.

Barking glaubt auch nicht an ein allzu großes Interesse an der Aktion. Andere Ratsmitglieder widersprechen: „Ich glaube schon, dass das Zuspruch findet“, sagt Bernd Schütze. „Bei der Aktion „Baum des Jahres“ dachten wir auch, das interessiert vielleicht nur drei bis vier Leute, doch dann kam es sehr gut an“, führt Dieter Eikenberg aus. Auch der Bürgermeister sieht das Vorhaben positiv: „Ich glaube, das ist ein interessantes Projekt, an dem sich viele beteiligen werden. Für meine Kinder hätte ich auch dort Bäume gepflanzt.“

Ende Mai bis Anfang Juni 2020 soll nach Angaben von Schütze der Aufruf gestartet werden. Wird dem Antrag zugestimmt, würde in Rosdorf nach der Halballee bereits das zweite Aufforstungsvorhaben in die Wege geleitet werden. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir mal das Image des Dorfs der schönen Bäume bekommen“, sagt Eikenberg.

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