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Die Region Verdi zeichnet Jubilare im Göttinger Rathaus aus
Die Region Verdi zeichnet Jubilare im Göttinger Rathaus aus
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11:00 24.10.2019
52 Gewerkschaftsmitglieder sind am Mittwoch von Verdi für ihr langjähriges Engagement geehrt worden. Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Verdi hat am Mittwochabend 52 Mitglieder für ihren langjährigen Einsatz in der Gewerkschaft ausgezeichnet. Geehrt wurden Mitglieder, die der Gewerkschaft seit 25, 40, 50, 60 und 65 Jahren die Treue halten, drei von ihnen sogar 70 Jahre und darüber. Eingetreten sind sie in eine der fünf Quellgewerkschaften DAG, DPG, HBV, IG Medien oder ÖTV, teils viele Jahre, bevor Verdi im März 2001 gegründet wurde. Es entstand die damals größte Einzelgewerkschaft mit 2,8 Millionen Mitgliedern.

Sebastian Wertmüller, Verdi-Bezirksgeschäftsführer Region Süd-Ost-Niedersachsen, hielt an diesem Abend die Laudatio. In seiner Festrede verband er die Jahreszahlen des jeweiligen Gewerkschaftseintritts mit bedeutenden Ereignissen der Geschichte.

„Jeder hat so ein Ding in der Tasche“

So beispielsweise 1994 (25 Jahre Mitgliedschaft): „Jeder hat so ein Ding in der Tasche“ – Wertmüller meinte ein Smartphone. Vor 25 Jahren habe sich niemand vorstellen können, so zu kommunizieren. Smartphones dienten als Beispiel für die Dynamik in der Gegenwart. 1994 war auch das Jahr der Pflegeversicherung. Wertmüller: „Mit der Einführung dieser Versicherung wurden pflegende Angehörige endlich entlastet.“

1979 (40 Jahre Mitgliedschaft), das war das Jahr des ersten weiblichen Premierministers. Die Ernennung Margaret Thatchers habe gezeigt, so Wertmüller, dass das Geschlecht eines Politikers nichts über die Güte der Politik aussage. Und 1949, das Eintrittsjahr derer, die für ihre 70-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden, sei „das prägende Jahr schlechthin“ gewesen. Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR wurden gegründet, aber auch der DGB.

Hochachtung und Respekt

„Sie schauen mit Stolz zurück auf Ihre Mitgliedschaft – und das in unruhigen Zeiten“, so Wertmüller. Er ging ein auf „den Niedergang der Volksparteien und das Aufkommen von Rechtsextremisten wie die AfD“. Er dankte allen Jubilaren dafür, „dass Ihr in die Gewerkschaft rein gefunden, aber nicht mehr raus gefunden habt“. Insbesondere den Mitgliedern, die 1949 der Gewerkschaft beigetreten sind, zollte er „Hochachtung und Respekt“. Alle Jubilare seien weiterhin organisiert. Denn ihnen sei bewusst, was der Sinn einer Gewerkschaft ist.

Geehrt wurden an diesem Abend auch Reiner Bremer und Gerhard Zander. Für Bremer, wie Gerhard Zander seit 1979 in der Gewerkschaft, stand das sich-organisieren und das Mitgestalten am Arbeitsplatz immer an erster Stelle. „Jetzt unterstütze ich die Arbeit der Gewerkschaft als Rentner“, so Bremer, der bei den Göttinger Verkehrsbetrieben gearbeitet hat. Rückblickend bedauert er, dass die Gewerkschaft ihr Wohnungsbauprojekt Neue Heimat aufgegeben hat.

„Den Betrieb aufmischen“

„Zuhause hieß es immer: Wer arbeitet, ist auch in der Gewerkschaft. Deshalb hat sich Gerhard Zander gewerkschaftlich organisiert. Aber auch, „um den Betrieb aufzumischen.“ Vom Krankenhaus Weende wechselte er an die Uni, um den Arbeitskampf dort fortzusetzen. „Elftausend Beschäftigte, da hatten wir im Betriebsrat viel zu tun, und die reguläre Arbeit blieb liegen“. Das, so Zander, habe an der Existenz genagt. Er erinnert sich noch gut an seinen ersten Warnstreik am Klinikum.

Die Geehrten

Geehrt wurden für 25-jährige Mitgliedschaft: Norbert Böhm, Kai Böhne, Sven Friedrich, Sylke Hamoudi, Hans-Georg Heil, Dagmar Peeß, Friedrich-Wilhelm Wagener, Birgit Kleinschmidt, Petra Rühmer, Angelika Liebau, Claudia Schippmann und Otfried Windel.

Für 40-jährige Mitgliedschaft: Wilfried Bögershausen, Achim Müller, Rainer Worm, Henning Hille, Elke Jung, Anneliese Koenig, Monika Schroeder, Günter Winkler, Gerhard Zander, Norbert Hoppe, Christine Kornrumpf, Barbara Riep, Albert Kürzinger, Gerhard Kaiser, Ulrich Kujawa, Irmtraud Becker, Christiane Schulz, Reiner Bremer, Heiko Dehne, Reinhard Marofke und Marlen Neubauer.

Für 50-jährige Mitgliedschaft: Wolfgang Strzelczyk, Rainer Nowak, Dieter Grossner, Hans Rummelsberger, Hildegard Schuppe, Rainer Freudenberg, Kirstin Ische und Thomas Schopf.

Für 60-jährige Mitgliedschaft: Hansjuergen Arndt, Horst Beitze, Erhard Vogler, Wolfgang Klie, Heinz-Wilfried Günther, Horst Giere und Walter Spuddig.

Für 65-jährige Mitgliedschaft: Hermann Nordmann und Manfred Pfahlert sowie Heinrich Roemer für 70-jährige und Walter Baese für 72-jährige Mitgliedschaft.

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