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07:00 30.10.2019
Das Schweinchen, das am Sonntag am Parkplatz Solligeshai von Polizeibeamten und zwei privaten Helfern eingefangen wurde, verbrachte die Nacht bei seinen Rettern. Inzwischen wartet das Tier auf einem Gnadenhof auf seine Besitzer oder darauf, an einen Tierfreund weitervermittelt zu werden. Quelle: Galke
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Für alle Tierfreunde ist es eine gute Nachricht: Minischweinchen Matilda, das am Sonntag mehreren Passanten am Parkplatz Solligeshai aufgefallen war, ist wieder in guten Händen. Gemeinsam mit zwei Beamten der Seesener Polizei hatten Jamie Galke und ihr Mann das Tier am Sonntag einfangen können. Nachdem es die Nacht bei Galkes verbringen konnte und tierärztlich untersucht worden ist, befindet sich Matilda jetzt auf einem Hof in Wollershausen. Dort hat das putzige Schweinchen auch seinen Namen erhalten.

Die Rettungsaktion gestaltete sich jedoch nicht einfach: Von dem Schwein am Parkplatz habe sie bei Facebook erfahren, erzählt Jamie Galke. Sonst kümmert sich die Tierschützerin um Waschbären, Marder und Füchse. „Ich kann bei Tieren einfach nicht wegsehen“, sagt sie. Deswegen sei sie auch sofort, nachdem sie den Post online gesehen hatte, mit ihrem Mann gemeinsam losgefahren, um den richtigen Parkplatz zu suchen und zu helfen.

Stundenlange Rettungsversuche mit vollem Körpereinsatz

Am Solligeshai angekommen, sei die Polizei bereits vor Ort gewesen, so Galke weiter. Polizeihauptkommissar Christian Sommer berichtet, er habe zu diesem Zeitpunkt bereits fast eine Stunde lang gemeinsam einem Kollegen versucht, das Tier einzufangen. Doch auch zu viert war Matilda, wie sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht hieß, zunächst noch zu flink für ihre Hascher.

Sie alle seien jedoch mit vollem Körpereinsatz dabei gewesen, um das Tier einzufangen und zu schützen, so Galke. Erst mit einigen Freigehegegittern, die ihr Mann noch holen musste, sei es schließlich gelungen, Schweinchen Matilda einzukesseln und dazu zu bewegen, es sich in der ebenfalls mitgebrachten Transportbox gemütlich zu machen. Die Galkes nahmen es mit nach Hause.

„Es war hungrig und durstig, außerdem hatte es einige verkrustete Stellen an der Haut“, beschreibt Galke den Zustand des Tiers. „Gegen Abend ging es dem Schwein plötzlich schlecht, es lag auf der Seite und krampfte.“ Mit ihr zum Tierarzt zu gehen, war eh bereits geplant, dort wurden Matilda Medikamente gegeben. Für die verkrusteten juckenden Hautstellen gab es außerdem ein spezielles Shampoo. Nach einem erholsamen Bad bei den Galkes sei es dem Schweinchen bereits sichtlich besser gegangen.

Ein neues Zuhause für Minischweinchen Matilda

Am Montag, nach einem weiteren Kontrollbesuch beim Arzt, zog Matilda dann noch einmal um: auf den Lebenshof Heile Seele in Wollershausen, der auch eine Art Auffangstation für Tiere in schwierigen Situationen ist. Hier haben die Betreiber kurzerhand eine Notbox eingerichtet, in der sich das Schweinchen jetzt erst einmal aufhält, im warmen Stall, versorgt mit Stroh, Futter und allem, was es braucht. Und ihren neuen Namen hat Matilda hier ebenfalls erhalten.

„Die Aufregung fällt jetzt langsam von ihr ab und sie fängt an zu entspannen“, sagt Ann-Christin Pabst vom Lebenshof. Zwar sei das kleine Schweinchen noch etwas schüchtern, „aber sie taut auf“.

Rund zehn Quadratmeter stehen Matilda jetzt zur Verfügung, reichlich ausgelegt mit Stroh. Sie hat Wasser, ausgewogenes Futter und wird fast ständig von Pabst und ihren Helfern betreut. Außerdem haben sie eine Rotlichtlampe installiert, denn es sei nicht klar, wo sie gehalten wurde, bevor sie am Parkplatz landete. Bei den aktuellen Außentemperaturen könne es im Stall sonst deutlich kälter werden, als Matilda es eventuell aus einer Wohnungshaltung gewöhnt ist.

In eine artgerechte Haltung weitervermitteln

Langfristig wolle man das Minischwein jedoch weitervermitteln, in eine artgerechte Haltung. Im Idealfall würde dazu auch mindestens ein Artgenosse gehören, auch viel Platz und Stroh zum Einbuddeln sowie Suhlstellen sind für Schweine notwendig. Außerdem sei eine ausgewogene Ernährung nötig, Bioabfälle aus der Küche seien keine Nahrung für Schweine. Die Auflagen seien streng, so Pabst.

Vor allem junge Schweine – Matilda schätzt sie auf etwa ein Dreivierteljahr – würden außerdem beschäftig werden wollen. „Wir sind schon total verliebt“, sagt Pabst. Bevor sie das Schwein in andere Hände geben, müsse Matilda jedoch erst genesen. Solang sie noch da ist, könnten Besucher einen Blick auf Matilda werfen, etwa am Tag des offenen Hofes am Sonntag, 17. November.

Die Polizei Seesen geht unterdessen davon aus, dass das Minischwein am Parkplatz ausgesetzt worden ist. Die Beamten suchen nach den ursprünglichen Besitzern.

Von Felix Gräber mit dpa

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