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Aktuelles Der klassenlose Klassiker - VW Beetle Cabrio
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00:51 15.12.2012
Alles neu: Das Design des Cabrios orientiert sich am Beetle Coupé.
Alles neu: Das Design des Cabrios orientiert sich am Beetle Coupé. Quelle: Hersteller
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Los Angeles

Wie viel Cabriolet braucht der Mensch? Wir sind der Frage nachgegangen und haben das neue Beetle Cabrio, das anlässlich der Autoshow in Los Angeles seine Weltpremiere feierte, unter die Lupe genommen. Die amerikanische Westküste mit dem Pacific Coast Highway gilt als Paradies fürs Freiluftvergnügen auf vier Rädern - allerdings mit kleinen Abstrichen.

Erfahrung Nr. 1: Nein, in Kalifornien scheint nicht immer die Sonne. 350 Sonnentage sind schön, doch was nützt die Statistik, wenn die Wintersonne einmal hinter den Wolken verschwindet, die vom Pazifik her aufziehen? Dann kann es schnell empfindlich kühl werden. Da ist es gut, wenn man einen Schal und eine warme Jacke zur Hand hat. Ganz besonders in einem offenen Auto, Kult hin oder her. Fängt es dann auch noch an zu regnen, genügt ein Knopfdruck und das Verdeck des neuen Beetle Cabrio schließt sich in elf Sekunden. Kommt die Sonne wieder raus, geht das Verdeck - wieder per Knopfdruck - in fixen 9,5 Sekunden auf. Und das auch während der Fahrt bis 50 km/h.

Auch die dreistufige Sitzheizung ist angenehm - die Zeiten, in denen Cabrio-Fahrer hart im Nehmen sein mussten, weil es durch sämtliche Ritzen pfiff und die Fenster möglicherweise noch gesteckt werden mussten, sind glücklicherweise vorbei. Die Klimaanlage in der US-Version war allerdings eher von der schlichten Art, hier sollte man etwas investieren und zur Klimaautomatik greifen.

Erfahrung Nr. 2: Cabriolet-Fahrer müssen sich entscheiden können, ob sie eher die gemächliche Gangart favorisieren oder es sportlich haben wollen. Wenn der New Beetle im Frühjahr 2013 bei uns auf den Markt kommt, bietet ihn Volkswagen mit fünf Motorisierungen an, drei Benzinern und zwei Dieseln. Die Leistungskurve reicht dabei von 77 kW/105 PS bis 147 kW/200 PS. Bei allen Maschinen handelt es sich um moderne direkteinspritzende Turbo-Vierzylinder, die - das sei der Vollständigkeit halber erwähnt - sauber und sparsam ans Werk gehen. Zumindest was die Papierform betrifft. Denn wer mit der 200-PS-Maschine loslegt (es handelt sich dabei um den bekannten und vorzüglichen Motor aus dem Golf GTI), sollte nicht so sehr auf den Verbrauch achten. Leistung schluckt eben, auch in modernen Zeiten.

Sämtliche Antriebe können über sechs Gänge mit der Hand geschaltet oder mit einem Doppelkupplungsgetriebe (Sechs- oder Sieben-Gang) kombiniert werden. Wie gut das Fahrwerk tatsächlich ist, lässt sich natürlich am besten mit den großen Maschinen testen. Es passt vorzüglich, was eigentlich kein Wunder ist, denn das Cabriolet ist wie schon das Beetle Coupé auf der Plattform des Golf VI aufgebaut. Dessen Produktion läuft zwar in diesem Monat offiziell aus, doch im Beetle lebt er weiter.

Erfahrung Nr. 3: Cabriolet-Fahrer müssen auch verzichten können. Zwar kann der Beetle mit allerlei Sonderzubehör ganz persönlich ausgestattet werden - vom Ledersitz über einige Fahrerassistenzsysteme (Tempomat, Parkpilot, Rückfahrkamera), einer Ambientebeleuchtung bis hin zur 400-Watt-Audioanlage des Gitarren- und Verstärkerspezialisten Fender -, doch waren wir verblüfft über das viele Hartplastik, das uns umgab, als wir in dem Wagen Platz nahmen. Der Kostendruck, heißt es von VW-Seite, sei daran schuld. Zwar machte alles, was wir anfassten, einen wertigen Eindruck, nur: Wie schaffen es andere Hersteller, ihre Fahrzeuge hochwertiger aussehen zu lassen?

Dafür sind Annehmlichkeiten wie ein Berganfahrassistent und das Elektronische Stabilisierungsprogramm ESP immer an Bord, diverse Airbags oder ein im Ernstfall blitzschnell ausfahrender Überrollschutz sowieso. Ein Detail, das uns besonders gefallen hat, sind die drei für 150 Euro optional zu habenden kleinen Rundinstrumente (Stoppuhr, Ladedruck und Öltemperatur) auf der Schalttafel. Das sieht schick aus und ist Retro in Reinkultur, eine Reminiszenz an längst vergangene Zeiten.

Fazit: Das neue Beetle Cabriolet steht schön auf der Straße, ein klassenloses Auto für Menschen mit Sinn für die müßigen Momente im Leben. Es sieht jetzt viel besser aus als der doch etwas rundlich geratene Vorgänger, von dem Volkswagen trotzdem in den vergangenen acht Jahren 234619 Fahrzeuge verkauft hat. Vom legendären „The Bug“, dem Käfer-Cabrio, waren es in den 32 Jahren davor 331847 Einheiten. So sieht Erfolg aus.

Gerd Piper

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