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Aktuelles Mercedes S-Klasse bestes Auto der Welt?
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09:45 15.07.2013
Das Flaggschiff: Die neue S-Klasse verschiebt die technologischen Maßstäbe weiter nach oben – das hat allerdings seinen Preis. Quelle: Daimler AG - Global Communications Mercedes-Benz Cars
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Hannover

Wer von sich behauptet, das beste Auto der Welt zu bauen, muss irgendwann Farbe bekennen. Das hat Mercedes jetzt getan: Wir konnten das neue Flaggschiff aus Stuttgart vor seiner Markteinführung am 20. Juli schon auf der Straße testen. Denn da, nur da, lässt sich die Hypothese vom besten Auto der Welt überprüfen. Mit mehr als 20.000 Vorbestellungen hat die neue S-Klasse zumindest in den Auftragsbüchern einen erfolgreichen Start hingelegt. Was auch mit am Design liegen dürfte. Denn im Gegensatz zu anderen Modellreihen aus dem Hause Mercedes ist man hier moderat vorgegangen und hat dem Fahrzeug kein vollkommen neues Aussehen verpasst. „Typgerechte Formensprache“, nennt Entwicklungsvorstand Thomas Weber das Ergebnis, und man spürt, dass der Ingenieur damit sehr einverstanden ist.

Die erste Hürde, die ein S-Klasse-Besitzer künftig nehmen muss, kann ihm Weber allerdings nicht abnehmen: Sitze ich lieber vorn oder doch besser hinten - lautet die Frage. Im Fond locken Liegesitze mit Hotstone-Massagefunktion, die einem äußerst angenehm und von der Intensität her variabel den Rücken malträtieren. Außerdem gibt’s Fernsehen, Internet und durch die Dachfenster eine Aussicht nach oben, die einem den Himmel ganz nahe bringt.

Galvanisierte Luftausströmer und High-End-Lautsprecher

Vorn erwarten einen dagegen dreidimensionales Holz, galvanisierte Luftausströmer, völlig neu gestaltete Bedienelemente und mehrere, recht eigenwillig modellierte, hochnoble Loch bleche, hinter denen sich die High-End-Lautsprecher der Burmester-Anlage verbergen. Dazu kommt ein Armaturenträger, in den die wohl weltgrößten Bildschirme eingelassen sind, die in einem Pkw zu haben sind. Das alles ist fantastisch verarbeitet, fasst sich gediegen an, macht aber aus der S-Klasse noch kein Wunderauto.

Aber genau das soll es doch sein, immerhin markiert Mercedes mit dem Fahrzeug den Einstieg ins teilautomatisierte Fahren. Das heißt, das Auto übernimmt in bestimmten Situationen Funktionen, die bis dato dem Fahrer oblagen. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die neue S-Klasse fährt sich im besten Sinne unspektakulär. Nur der Fahrtwind säuselt ein wenig, und ja, auch die Abrollgeräusche der Reifen sind zu hören - aber ansonsten ist es still in der Fahrgastzelle. Die fulminanten Leistungswerte im S 500 lassen sich nur erahnen. Kein Fauchen, kein Bellen, kein Röhren, wenn die 335 kW/ 445 PS des mächtigen Achtzylinders das Auto in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultieren. Man merkt kaum, was unter der Motorhaube passiert - das ist Komfort auf höchstem Niveau.

Abstandshalter und Spurhalteassistent helfen durch den Verkehr

Aber wie schlägt sich die Magic Body Control, das sagenhafte Wunderfahrwerk, der fliegende Teppich? Ehrlich gesagt wurden die Erwartungen im Vorfeld so hochgeschraubt, dass wir im ersten Moment etwas enttäuscht waren: Die kleinen, gemeinen Löcher in der Straße, Querfugen oder geflickte Fahrbahnbeläge nimmt die S-Klasse mit - die Insassen spüren sie, wenn auch dank der Luftfederung deutlich abgemildert. Langwellige Bodenunebenheiten wie beispielsweise die ungeliebten Bumper in verkehrsberuhigten Zonen bügelt das Fahrzeug dagegen weg. Es gleitet über sie dahin, als gäbe es sie gar nicht. Abstandshalter und Spurhalteassistent der neuesten Generation halten den Wagen zudem wie von Zauberhand im Verkehr (zumindest auf der Autobahn), der Fahrer braucht lediglich eine Hand am Lenkrad zu halten, die Assistenten lenken für ihn willig ein - aber nur dort, wo es Fahrbahnmarkierungen gibt, an denen sich die 360-Grad-Überwachung, die Radarsensoren und Kameras orientieren können, die den Wagen wie eine Art Schutzschild umhüllen.

Das lässt dem Fahrer Zeit, sich immer wieder mit anderen Dingen zu beschäftigen, beispielsweise den weitverzweigten Menüs der Fahrzeugelektronik, über die so ziemlich alles geregelt werden muss. Allein die Möglichkeiten der Klimaanlage sind schon eine Herausforderung für sich. Wer sich hier allzu sehr ablenken lässt, läuft erneut Gefahr, dem Himmel ganz nah zu sein - allerdings viel mehr, als es ihm lieb sein dürfte. Aber keine Bange: Kollisionswarner und Notbremsassistent sollten rechtzeitig dafür sorgen, dass sich der Fahrer wieder auf Straße und Verkehr konzentriert. Die mehr als zwanzig Assistenzsysteme lassen sich im Paket kaufen, dann heißen sie Intelligent Drive, und dann, nur dann, ist die S-Klasse das technologische Spitzenprodukt, von dem die Schwaben schon so lange schwärmen. Allerdings müssen die Stuttgarter befürchten, dass der Vorsprung nicht allzu lange halten wird, denn die anderen Hersteller sind an diesen Themen ebenfalls dran - und da teilweise auch schon einen Schritt weiter wie beispielsweise BMW mit seiner neuesten Version des Connected Drive, also der Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Rest der Welt übers Internet. Wie sich die Proportionen international inzwischen verschoben haben, zeigt ein weiteres Detail, das unwichtig erscheint, es aber nicht ist: Als Serienstandard wird die S-Klasse inzwischen mit langem Radstand gebaut, denn in China und den USA wollen sie nichts anderes haben. Den kurzen Radstand gibt es sozusagen als Dreingabe - für uns in Europa. Ob die S-Klasse nun das beste Auto der Welt ist, bleibt schließlich eine Frage der Betrachtungsweise. Zumindest setzt sie neue Maßstäbe im Segment der Luxusautos.

Mercedes S-Klasse

Motor: 4,6-Liter-Achtzylinder

Leistung: 335 kW/455 PS

Getriebe: Sieben-Gang-Automatik

Max. Drehmoment: 700 Nm

CO2-Emission: 199 g/km

Beschleunigung (0–100km/h): 4,8 s

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Länge/Breite/Höhe: 5,25/1,90/1,49 m

Verbrauch: 8,6 l Super

Leergewicht: 2015 kg

Kofferraum: 530 l

Preis: ab 107.635,50 Euro

Fazit:

+ die automobile Supersänfte auf vier Rädern schlechthin

- wer haben möchte, was machbar ist, muss tief in die Tasche greifen

Gerd Piper

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