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Aktuelles Japans Antwort auf den Golf
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12:50 30.09.2013
So muss es sein: Im Innenraum folgt das Design der Funktion. Quelle: Hersteller
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Hannover

Wer im Segment der Kompakten unterwegs ist, hat es in der Regel schwer. Denn nirgendwo ist der Wettbewerb in Europa so hart wie in der Golf-Klasse. VW weist mit jeder neuen Generation seines Klassikers die Konkurrenz in die Schranken, manch ein Hersteller wurde bereits zur Bedeutungslosigkeit degradiert oder hat gleich ganz aufgegeben. Nicht so Mazda. Die Japaner haben auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt ihren neuen Mazda3 vorgestellt und damit klargemacht: Auch wir bauen gute Autos. Der neue Mazda3 hat durchaus das Zeug, ein Wörtchen bei den Großen mitzureden. Zumal in wichtigen Baugruppen deutlich nachgebessert wurde.

Die Japaner haben ihren Beitrag bei den Kompaktwagen immer als die dynamische und bezahlbare Variante in dieser Klasse betrachtet – der Mazda3 MPS mit seinen 250 Pferdestärken zeugt davon. Seit zwei Jahren arbeiten die Japaner an der Erneuerung ihres Modellprogramms, nach dem CX-5 und dem Flaggschiff Mazda6 ist jetzt der 3er an der Reihe. Kernbotschaft ist dabei die sogenannte Skyactiv-Technologie. Diese Bezeichnung klingt zwar immer noch etwas blumig, doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dahinter pure Hochtechnologie steckt.

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Gute Kritiken für die Motoren

Vor allem die Motoren haben viele gute Kritiken eingefahren – leistungsstark und sparsam sind Argumente, denen man sich heute nicht mehr entziehen kann. Dabei gehen die Mazda-Ingenieure zumindest bei den Benzinern einen anderen Weg als der Rest der Welt: Anstatt auf das inzwischen schon klassische Downsizing setzen die Japaner weiterhin auf Saugmotoren. Die haben das weltweit höchste Verdichtungsverhältnis, das es derzeit bei einem Benzinmotor gibt.

Andersherum hat der Turbodiesel, der für den Mazda 3 angeboten wird, das niedrigste Verdichtungsverhältnis bei einem Motor der Großserie. In Verbindung mit dem Start-Stopp-System und den modernen Getrieben ergeben sich dadurch die niedrigen Literverbräuche ­– bei gleichzeitig guter Leistungsentfaltung. Die drei Benziner (1,5- und 2,0-Liter-Hubraum) leisten zwischen 74 kW/100 PS und 121 kW/165 PS, der 2,2-Liter-Diesel ist 110 kW/150 PS stark.

Leidenschaftliches Design

Wenn Mazda bei seinem jüngsten Spross von leidenschaftlichem Design spricht, ist das nicht mal übertrieben: Das weit nach hinten gezogene Greenhouse, also der Kabinenbereich über der sehr schön geschwungenen Schulterlinie, und die dadurch recht lange Motorhaube verleihen dem Fahrzeug einen fast schon aggressiven Anstrich. Weil der Neue auch breiter und flacher ist als der Vorgänger, wird die betont sportliche Note noch zusätzlich unterstrichen.

Auch den Innenraum haben die Japaner komplett überarbeitet – und aufgewertet. Die Bedienelemente überzeugen mit Premiumqualität. In der höchsten Ausstattungslinie Sports-Line gehört sogar ein Head-up-Display zum Serienumfang, das dem Fahrer alle relevanten Fahrinformation ins Blickfeld einspielt. Durch den langen Radstand von 2,70 Metern haben die Insassen außerdem ein für diese Fahrzeugklasse großzügiges Platzangebot, was vor allem die Passagiere auf den hinteren Sitzen freuen dürfte. Denn was die Beinfreiheit betrifft, ist der Wagen der Beste im Segment.

Hochwertige Fahrerassistenzsysteme

Ebenfalls auf hohem Niveau bewegen sich jetzt die Fahrerassistenzsysteme: City-Notbremssystem, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Fernlichtassistent, Abstandserkennung, Hinderniswarner oder ein adaptives Kurvenlicht – alles ist zu haben. Allerdings nicht alles für jede der drei Ausstattungslinien.

Vor allem jüngere Mazda-Kunden dürfte es freuen, dass die Japaner ihr neues Auto jetzt auch ans Internet anschließen. Der Wagen wird über ein Smartphone ins Netz eingebunden. Sämtliche Informationen aus dem Kommunikations- und Infotainmentsystem „MZD Connect“ können über den Sieben-Zoll-Bildschirm abgerufen werden, der mittig über den Luftausströmern der Klimaanlage platziert ist.

Weil die Japaner den Mazda3 wie schon den Vorgänger weltweit anbieten werden, wird es neben der Schrägheckvariante auch wieder ein Stufenheck geben. Und das sieht so gut aus, dass man dieser Version auch hierzulande gute Chancen einräumen kann.

Mazda3

  • Motoren: 3 Benziner, 1 Diesel
  • Benziner: 74/100-121/165 kW/PS
  • Diesel: 110 kW/150 PS
  • Max. Drehmoment: 150-380 Nm
  • CO2-Emission: 107-135 g/km
  • Beschleunigung (0-100km/h): 8,1-10,8 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 182-210 km/h
  • Länge/Breite/Höhe: 4,47/1,80/1,45 m
  • Verbrauch: 4,1 l Diesel, 5,1/5,8 l Super
  • Radstand: 2,70 m
  • Kofferraum: 364-1263 l
  • Preis: 16.990 bis 24.390 Euro

Fazit:

+ geräumiger Kompakter mit Premiumanspruch

– nur ein Diesel verfügbar, nicht jeder Assistent für jede Linie

Gerd Piper