Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Auto-Modelle und Fahrberichte Dezente Höchstleistung
Mehr Auto & Verkehr Auto-Modelle und Fahrberichte Dezente Höchstleistung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:14 25.07.2009
Anzeige

Nach der Spritsparversion stellt Opel nun die Sportvariante seines neuen Mittelklasse-Flaggschiffs vor. Der Insignia OPC markiert mit 239 kW/325 PS die Leistungsspitze der Baureihe und bringt seine Kraft über alle vier Räder auf die Straße. Der Sportler mit Reisequalitäten steht ab Herbst für 44.900 Euro beim Händler.

Der leistungsstarke Mittelklässler, der von Beginn an als Stufenheck, Fließheck und Kombi angeboten wird, besetzt eine kleine, aber imageträchtige Nische. Unter den Volumenmarken bietet lediglich Volkswagen mit dem VW Passat R36 ein vergleichbares Modell. Ansonsten ist der Markt fest in der Hand der Premium-Sportler BMW M3, Audi S4 und Mercedes-Benz C 63 AMG. Dementsprechend setzt auch der vom Opel Performance Center aufgerüstete Insignia OPC äußerlich auf muskulöse Seriosität. Von der Krawalloptik, die etwa noch den Hochleistungskleinwagen Opel Corsa OPC prägt, ist nichts zu sehen.

Trotzdem ist der stärkste Insignia auf den ersten Blick als Top-Modell zu erkennen. An der Front sorgen zwei säbelzahnartige Lufteinlässe für einen Achtung gebietenden Auftritt im Rückspiegel des Vordermannes. Seitlich fallen Kiemen vor den vorderen Rädkästen, tief gezogene Schweller und ein kleiner Heckspoiler auf. Felgen gibt es wahlweise in 19 Zoll oder 20 Zoll, durch die Speichen schimmern blau lackierte Brembo-Bremssättel. Am Heck finden sich zwei dreieckige Endrohre. Der bereits in der Standardversion sehr gefällige Innenraum wurde mit einigen sportlichen Accessoires aufgewertet, unter anderem gibt es zahlreiche OPC-Embleme, einen schwarzen Dachhimmel und ein unten abgeflachtes Sportlenkrad. Besonders gelungen sind die vielfach verstellbaren, rückenschonenden Recaro Sportsitze für 1600 Euro Aufpreis.

Fahrwerk neu programmiert

Die prägenden Änderungen wurden jedoch unter dem Blech vorgenommen. Basis der OPC-Version bildet das Sechszylinder-Allradmodell. Mit einer Tieferlegung um zehn Millimeter, einer komplett neuen Radaufhängung an der Vorderachse und einem elektronischen Sperrdifferential für die Hinterachse wurden die Fahreigenschaften verschärft. Das aktive Fahrwerk kommt neu programmiert daher und bietet neben der standardmäßigen Langstreckeneinstellung „Tour“ die zwei Dynamikprogramme „Sport“ und „OPC“.

Per Knopfdruck lässt sich das Chassis so steifer einstellen, Gasannahme und Lenkung werden direkter. Unterm Strich bietet der Insignia ein sportliches, aber trotzdem sehr ausgewogenes Fahrwerk, mit dem man auf langen Autobahnetappen ebenso gut fährt wie auf verschlungenen Landstraßen.

Beim Antrieb bleiben die Rüsselsheimer dem 2,8-Liter-V6-Benziner aus dem Vorgänger treu. Leistete das Turbo-Triebwerk bislang 206 kW/280 PS, kommt es nach umfangreichen Modifikationen an Einspritzung, Aufladung und Abgasstrang nun auf 325 PS. Gleichzeitig wurde die Motorcharakteristik komplett geändert. Trotz Turbolader fährt sich der Insignia OPC nun, als hätte er einen großvolumigen Saugmotor. Die Durchzugskraft baut sich aus dem Drehzahlkeller langsam und gleichmäßig auf, erst bei 5250 Touren steht das maximale Drehmoment von 435 Nm zur Verfügung. Von dem typischen Turbo-Tritt in den Rücken ist nichts zu spüren. In der Folge wirkt der Motor nicht immer so kräftig, wie es die Papierform verspricht. Das nötige hohe Drehzahlniveau schlägt sich zudem im Verbrauch nieder; die vom Hersteller angegebenen 11,4 Liter sind kaum zu erreichen. Nicht überzeugen kann das Getriebe; die Schaltwege sind für sportliches Fahren deutlich zu lang, die Gassen manchmal nur mit Hakeln zu finden.

Gut ausgestattet

Bei der Ausstattung bleiben wenig Wünsche offen. Immer an Bord sind unter anderem Klimaanlage, CD-Radio, sechs Airbags und Tagfahrlicht. Hinzu gekauft werden kann etwa das adaptive Fahrlicht, das die Ausleuchtung an die Straßenverhältnisse anpasst, eine Frontkamera mit Verkehrszeichenerkennung und Einparkhilfen. Letztere sind auch durchaus empfehlenswert, da die Übersichtlichkeit der OPC-Version genauso eingeschränkt ist wie bei den Standard-Ausführungen.

Von Holger Holzer