Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Auto-Modelle und Fahrberichte Hoppla, hier komm’ ich!
Mehr Auto & Verkehr Auto-Modelle und Fahrberichte Hoppla, hier komm’ ich!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:49 05.09.2009
Anzeige

Die Liga der aufgemotzten Kompaktklässler ist zwar nur eine Nische, aber eine, in die es sich lohnt hinzugucken: Denn hier kann man Leistung satt zu vergleichsweise günstigen Preisen einkaufen. Im Oktober wird das Segment um den Mazda3 MPS erweitert. Die Japaner verweisen voller Stolz auf den Kraftprotz: Das Flaggschiff der wichtigen Mazda3-Baureihe bringt 260 PS für moderate 27.400 Euro auf die Straße und ist damit das leistungsstärkste Modell der gesamten Mazda-Produktpalette.

„Der MPS bietet puristische Sportwagenerfahrung“, schwärmt Mazda-Chefdesigner Peter Birtwhistle vom europäischen Research & Development Center im hessischen Oberursel. Tatsächlich hat das ohnehin schon ganz flott gezeichnete Auto in der MPS-Version noch einmal tüchtig draufgesattelt. Vor allem die Front ist jetzt aggressiv überzeichnet mit einem breiten Einlassschlitz für den Ladeluftkühler als Sahnhäubchen auf der Motorhaube. Stoßfänger und Kotflügel sind bullig, die neuen Seitenschweller suggerieren einen niedrigen Schwerpunkt. Dazu wurde der MPS etwas tiefergelegt und steht als einziger „Dreier“ auf 18-Zoll-Rädern mit speziell für dieses Fahrzeug entwickelten Reifen der Marke Dunlop.

Lebhafte Reaktion aufs Gaspedal

Die Maschine, die im Wesentlichen von der Vorgängergeneration übernommen, aber überarbeitet wurde und nun die Schadstoffklasse Euro 5 erfüllt, wird schlüssellos über einen Startknopf angelassen. Es handelt sich dabei um den gepriesenen MZR-2,3-Liter-Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung. Der Kraftstoff wird mit stattlichen 115 Bar in den Brennraum gepresst, was eine rund zehnprozentige Steigerung des Drehmoments im Vergleich mit herkömmlichen Turbomotoren zur Folge hat. Weil dem MPS über den Schlitz in der Motorhaube zusätzliche Luft zugefächelt wird, steigt die Rotationsgeschwindigkeit des Turboladers – das bedeutet mehr Drehmoment in den unteren Drehzahlbereichen. Die Folge ist ein äußerst lebhaftes Ansprechen aufs Gaspedal.

Bevor der Fahrer eben das erste Mal heruntertritt, sollte er Bekanntschaft mit den Knöpfen im Cockpit machen. Denn von denen gibt es mehr als reichlich. Verlässt er sich auf seine Intuition, kann er böse überrascht werden – die Funktionsweise des Navigationsgeräts während der Fahrt zu erlernen ist ein geradezu gefährliches Abenteuer. Und nicht nur, weil man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dort rauskommt, wo man hinwill.

Viel Leistung für die Vorderachse

Wenn dann einer ersten schnellen Ausfahrt nichts mehr im Wege steht, sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Mazda3 über die Vorderachse angetrieben wird – an der von nun an 260 PS kräftig zerren. Also, lieber MPS-Fahrer: das Lenkrad kräftig angepackt und dann erst mit Vollgas aus der Kurve raus. Bei allzu laxer Handhabung neigt der Wagen zu spürbarem Eigenleben. Das ist den Mazda-Ingenieuren natürlich nicht verborgen geblieben, also regeln sie das Drehmoment in bestimmten Fahrsituationen elektronisch runter, damit das Auto auch schön stabil bleibt. Hat man aber erst einmal den Dreh heraus, erwartet einen eine Menge Spaß. Das Fahrwerk könnte zwar noch einen Tick härter sein, doch auch so geht das Auto mit Tempo 250 (abgeregelt!) problemlos durch jede gute, deutsche Autobahnkurve.

Unterm Strich heißt das: Natürlich ist der MPS kein reinrassiger Sportwagen, sondern die technisch und optisch heißgemachte Version eines Großserienfahrzeugs. Aber das sind die Konkurrenten auch. Und in einem haben die Japaner recht: Bei wem sonst noch gibt es 260 PS für weniger als 28.000 Euro?

Von Gerd Piper