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Auto-Modelle und Fahrberichte Kleiner ist feiner
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00:55 08.10.2011
Neu: Im Innenraum hat Toyota dem Yaris wertigere Oberflächen spendiert, dazu kommt ein leistungsfähiges Infotainmentsystem.Foto. Werk
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Toyota ist unter Druck geraten – ganz besonders in Westeuropa, das noch immer als härtester Markt der Welt gilt. Jetzt greifen gleich zwei Konkurrenten, Nissan und Hyundai, nach der Krone des absatzstärksten asiatischen Herstellers. Am heftigsten tobt der Kampf in den besonders dicht besetzten kleinen Klassen, und genau dort holt Toyota mit der dritten Generation des Yaris zum Gegenschlag aus: Mit kantig-dynamischen Formen, außergewöhnlichen Ausstattungsdetails und Kampfpreisen soll der Bestseller den Rivalen in der Zulassungsstatistik davonfahren.

Damit dies von Beginn an gelingt – der neue Yaris geht am 15. Oktober an den Start –, bleiben die Einstiegspreise unverändert. So kostet der 51 kW/69 PS leistende 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner als Dreitürer vergleichsweise günstige 11 675 Euro, der Fünftürer startet bei 12 395 Euro. Zu den preiswertesten Kleinwagen mit Ottomotor zählt der Dreizylinder aber auch dank des Normverbrauchs von nur 4,8 Litern. Was bei den günstigen Basisversionen allerdings fehlt, ist eine Klimaanlage, für die Toyota stattliche 1200 Euro in Rechnung stellt.

Kaum geändert hat sich auch das Motorenprogramm. Bis zur Einführung eines Hybridantriebs im Mai 2012 bleibt es beim erwähnten Dreizylinder, einem 1,33-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 73 kW/ 99 PS und einem 1,4-Liter-Diesel mit 66 kW/90 PS, allesamt alte Bekannte.

Der Yaris punktet mit einem der preiswertesten und pfiffigsten Infotainmentsysteme der Kleinwagenklasse. Nach dem nun auch von Toyota entdeckten Motto „Kleiner ist feiner“ schmückt sich der in Frankreich produzierte Kompakte mit einem neuen Cockpit, das ganz auf den Fahrer ausgerichtet ist und das mit weich geschäumten sowie fein strukturierten Kunststoffen Abschied nimmt von der bisherigen Plastik-Tristesse. An diese erinnern allenfalls noch die einheitlichen Grautöne. Der wirkliche Glanzpunkt im Cockpit ist bei den höheren Ausstattungen das neue Multimedia- und Navigationssystem mit 6,1 Zoll großem Touchscreen und Blue-Tooth-Freisprechfunktion, Lenkradtasten und Rückfahrkamera. In Kombination mit einem internetfähigen Mobiltelefon und speziellen Applikationen kann eine Internetverbindung aufgebaut werden mit Google-Suche und Pflege der Facebook-Kontakte. In dieser Form noch ein Novum in der Kleinwagenwelt.

Von der Handlichkeit und Übersichtlichkeit des Vorgängers hat der Toyota trotz größerer Abmessungen fast nichts verloren. Zwar ist er mit nunmehr 3,89 Meter Länge um zehn Zentimeter größer geworden, bleibt aber deutlich kürzer als die deutschen Wettbewerber, und der Wendekreis des Japaners ist mit 9,40 Metern sogar konkurrenzlos klein. Innen wirken sich der fünf Zentimeter längere Radstand ebenso positiv aus wie eine neue Sitzanlage. Vorn wie hinten gibt es ein deutlich großzügigeres Raumgefühl. Die weit öffnenden Türen erleichtern Eltern das einfache und sichere Platzieren kleiner Kinder, aber auch die vielen Senioren unter den Kleinwagenkäufern werden den leichten Einstieg positiv vermerken. Außerdem ist das Gepäckraumvolumen um elf Liter auf klassenübliche 286 Liter gewachsen und bis auf 768 Liter erweiterbar, dafür ist jedoch die verschiebbare Rücksitzbank dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Nach wie vor unproblematisch und überzeugend sind das Fahrwerk und die direkte und leichtgängige Lenkung des Cityflitzers. Im Großstadteinsatz werden kleine Stöße und Schläge ebenso gut gefiltert wie Fahrgeräusche. Erst bei höherem Tempo und groben Fahrbahnunebenheiten kann der Yaris nicht verbergen, dass er immer noch ein Kleinwagen ist, der es abgesehen von der Sicherheitsausstattung – sieben Airbags sind serienmäßig – nicht mit höheren Klassen aufnehmen kann. Dies gilt besonders für die Antriebe, die als Benziner zwar zeitgemäß sparsam, aber relativ temperamentlos sind, sobald es auf große Fahrt gehen soll. Der drehmomentstarke Diesel wiederum kostet fast 2000 Euro Aufpreis gegenüber dem 1,33-Liter-Benziner und verbraucht bis zu zehn Prozent mehr als modernere Wettbewerber, die bereits über Start-Stopp-Systeme verfügen.

Empfehlenswert für Kurzstrecken ist der preiswerte Basis-Dreizylinder, der den Yaris zu einem ausreichend flinken Stadtflitzer macht. Die Mehrzahl der Kunden wird sich jedoch wahrscheinlich für den Vierzylinder-Benziner entscheiden, der für 1100 Euro Aufpreis 30 zusätzliche und damit insgesamt 99 Pferdestärken liefert. Gerade genug, um im schnellen Autobahnverkehr mitzuschwimmen. Das präzis geführte Sechsgang-Getriebe beim 1,33-Liter-Yaris – der Dreizylinder ist nur mit einer Fünfgang-Box kombiniert – senkt außerdem Drehzahlniveau und Verbrauchswerte auf ein akzeptables Niveau. Geräuscharm und unauffällig arbeitet auch das Start-Stopp-System, das den Verbrauch um 0,1 Liter senken soll, aber 550 Euro Aufpreis kostet. Dagegen wird die stufenlose CVT-Automatik – Mehrpreis 1220 Euro – wahrscheinlich nur von Hardcorefans bestellt werden.

Von Wolfram Nickel / SP-X

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