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Auto-Modelle und Fahrberichte Sparen kann so richtig teuer sein
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00:49 28.11.2009
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Klotzen, nicht kleckern – die Bayerischen Motoren Werke sind immer für eine Überraschung gut. Dieses Mal heißt der Coup BMW ActiveHybrid X6. Hinter dieser Bezeichnung, man ahnt es bereits, stecken Superlative. Denn der erste Vollhybrid aus Bayern ist alles andere als ein Leisetreter, der maschinell auf Diät gesetzt, neue Spritsparrekorde einzufahren versucht: Zwei Elektromotoren und ein bulliger Achtzylinder Benzinmotor sorgen für den ganz großen Bums – sie schieben das mächtige, 2,5 Tonnen schwere Fahrzeug in nur 5,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 an. Eine Gesamtleistung von 357 kW/485 PS und ein Drehmoment von 780 Newtonmeter machen‘s möglich. Und das bei einem Minderverbrauch von rund zwanzig Prozent im Vergleich zum normalen Achtzylinder im BMW X6 xDrive50i. Damit bieten die Bayern das momentan stärkste Hybridfahrzeug der Welt.

Sichtweise verändern

Warum ausgerechnet der BMW X6? Ein Fahrzeug, das schon in der Normalausführung nur so vor Kraft strotzt. Die Antwort ist relativ einfach – erstens: Jeder fünfte verkaufte BMW ist inzwischen ein X-Modell. Zweitens: Der BMW X6 schickt sich in den USA, seinem Kernmarkt, an, so etwas wie Kultstatus zu erreichen. Drittens: Die USA sind Toyota-Prius-Land. Das heißt, Amerikaner sind an der Hybridtechnologie wesentlich stärker interessiert als Menschen in anderen Ländern und wohl auch bereit, dafür ein paar Dollar mehr hinzublättern. Und viertens: „Wir wollen die Sichtweise auf Hybridfahrzeuge entscheidend verändern,“ wie es bei BMW heißt.

Nun, das dürfte gelingen. Denn bislang hatten Hybridfahrzeuge ihr größtes Einsparpotential im Stadtverkehr. Auf Landstraßen und Autobahnen, also bei höheren Geschwindigkeiten, sorgen die Verbrenner systembedingt für ganz normale Verbräuche – tritt der Fahrer aufs Gas, steigt der Elektromotor aus. Beim BMW ActiveHybrid X6 ist das anders. Bis an den Rand voll gestopft mit Hochleistungselektronik kommunizieren Achtzylinder und die beiden Elektromotoren ständig miteinander und bringen ihre Kraft im jeweiligen Modus über ein riesiges hochkomplexes Siebenganggetriebe an die Räder. Die Elektromotoren, die mit 67 kW/91 PS bzw. 63 kW/86 PS auf einem ähnlichen Level arbeiten, erfüllen zwei ganz unterschiedliche Funktionen: Der eine ist fürs Anfahren und den Betrieb im reinen Elektromodus zuständig, der andere schaltet sich in Schubphasen zu. Leistungsmäßig bewegt sich der X6 dank des Elektro-Boost damit auf Sportwagenniveau. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 236 km/h elektronisch begrenzt, mit dem optionalen Sportpaket sind 250 km/h drin. Die Energie für die Elektromotoren liefert eine Nickelmetallhydrid-Hochleistungsbatterie unter dem Gepäckraumboden, die von einem eigenen Kühlsystem auf Temperatur gehalten wird.

Fortschritt hat seinen Preis

Optisch unterscheidet sich der X6 Hybrid von den anderen Modellen lediglich durch den Powerdome auf der Motorhaube. Im Innern sind es die Instrumente, die auf den Antrieb hinweisen: Der konventionelle Drehzahlmesser für den Verbrennungsmotor wird durch spezifische Anzeigen für den elektrischen Antrieb ergänzt. Außerdem erhält der Fahrer Informationen über den Ladezustand des Hochvoltspeichers und die einzelnen Fahrmodi. Theoretisch kann der X6 2,5 Kilometer weit im reinen Elektroantrieb bis 60 km/h gefahren werden. Bei ersten Testfahrten schaltete sich der Verbrennungsmotor allerdings schon kurz oberhalb der 40 km/h zu. Und die Reduzierung im Spritverbrauch von 12,1 auf 9,9 Liter, die auf dem Rollprüfstand ermittelt wurde, dürfte ebenfalls illusorisch sein. Der Achtzylinder kam auch bei verhaltener Fahrweise kaum mal unter 14 Liter SuperPlus. Überhaupt ist Sparen mit dem X6 Hybrid eine teure Angelegenheit: Das Auto kostet 102.950 Euro und ist damit um rund 25.000 Euro teurer als das konventionelle V8-Vergleichsmodell. Dafür kann es der Besitzer krachen lassen. Und das vorzugsweise im Langsamfahrer-Land Amerika. Fortschritt hat eben seinen Preis.

Von Gerd Piper

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