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Auto-Modelle und Fahrberichte Sparen mit dem kleinen Stadtflitzer
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18:00 15.01.2009
Der Chevrolet Aveo punket mit Flüssiggasantrieb.
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Schon beim Einstiegspreis ist der Chevrolet Aveo eines der günstigsten Angebote auf dem deutschen Kleinwagenmarkt. Kommt dann auch noch die optionale Autogasanlage hinzu, ist die 62 kW/84 PS starke Steilhecklimousine auch bei den Betriebskosten fast unschlagbar. Für urbane Vielfahrer ist der ab 12 340 Euro erhältliche US-Koreaner mit ordentlicher Ausstattung somit ein gutes Angebot.
Bis Anfang 2008 hieß der Aveo noch Kalos. Im Zuge der Modellpflege erhielt der Kleinwagen einen neuen Namen und eine komplett neue Optik. War er früher eher einer der blasseren Vertreter seiner Klasse, tritt er nun deutlich selbstbewusster auf. Ein großer Kühlergrill, weit in die Kotflügel gezogene Scheinwerfer, ein Dachspoiler am Heck und nachgeahmte Lufteinlässe über den Kotflügeln sorgen zumindest optisch für Sportlichkeit.

Das Platzangebot für Passagiere und Gepäck liegt auf Klassenniveau; vier Personen haben bequem Platz, der fünfte Passagier muss sich auf die Rückbank quetschen. Für Gepäck stehen 220 Liter bis 980 Liter Stauraum zur Verfügung.
Wirklich punkten kann der Aveo mit seinem bei Chevrolet Deutschland nachgerüsteten Autogasantrieb. Hierzu gehören unter anderem ein 66 Liter großer Zusatztank und eine Steuereinheit, die auf den Motor eingestellt wird. Dann kann der auch LPG genannte Gaskraftstoff getankt werden, der nur etwa halb so teuer ist wie konventionelles Benzin. Das Flüssiggas wird in einem nachträglich eingebauten Tank in der Reserveradmulde untergebracht, die Möglichkeit, Benzin zu tanken, bleibt erhalten. Auch das Kofferraumvolumen von 220 Litern bleibt bestehen.

Automatisches Umschalten

Autogas ist mittlerweile an mehr als 4000 Tankstellen in Deutschland erhältlich, außerdem im europäischen Ausland, sodass das Fahren mit Benzin nur selten nötig wird. Der Gasverbrauch im Test lag bei rund sieben Litern pro 100 Kilometern; das entspricht Kraftstoffkosten von rund 4,90 Euro. Hinzu kommt bei den Betriebskosten eine Kfz-Haftpflichtprämie von 558 Euro sowie 81 Euro Steuern. In der Praxis gibt sich der Autogasantrieb völlig problemlos, Unterschiede zum Benzinbetrieb sind kaum festzustellen. Gestartet wird nach wie vor mit Benzin, erst wenn der Motor warm ist, kommt das Autogas zum Zug. Das Umschalten erfolgt automatisch und ist, anders als bei vielen anderen Autogasautos, kaum wahrnehmbar. Auch wenn der Gastank leer ist, stellt eine Elektronik automatisch auf Benzin um. Bedient wird die Autogasanlage über ein kleines nachgerüstetes Modul am Armaturenbrett; dort findet sich eine Füllstandsanzeige mit kleinen Leuchtdioden sowie ein Knopf zum manuellen Wechseln zwischen Gas- und Benzinbetrieb. Nachgefüllt wird der Autogastank über einen Einfüllstutzen am hinteren Stoßfänger. Dazu wird ein mitgelieferter Adapter nötig, der aber auch an den meisten Tankstellen ausgeliehen werden kann. Einziger Kritikpunkt: Der Verschluss des Autogas-Tankdeckels und sein Gewinde sind aus Kunststoff gefertigt und leiern schnell aus.

Flott unterwegs

Der Aveo ist vor allem ein Stadtauto. Dort ist er mit seiner Länge von 3,92 Metern und einem Wendekreis von rund zehn Metern flott unterwegs. Der 62 kW/84 PS starke 1,2-Liter-Ottomotor ist zwar kein Ausbund an Spritzigkeit, reicht aber zum Mitschwimmen im Stadtverkehr vollkommen aus. Auf Landstraßen kommt das Vierzylindertriebwerk jedoch recht zäh daher, Überholvorgänge sind mit langem Anlauf vorzubereiten. Bei hohen Geschwindigkeiten stört auch die recht starke Geräuschentwicklung. Dort fehlt der Drehzahl senkende sechste Gang.

Die komfortable Federung bügelt in der Stadt manch schlechte Asphaltdecke weg. Bei höherem Tempo in der Kurve, etwa auf Landstraßen, zeigt der Kleinwagen eine Tendenz zum Untersteuern und deutliche Wankneigungen. Der Schleuderschutz ESP ist nicht einmal gegen Aufpreis erhältlich.

So ist der Chevrolet Aveo ein preisgünstiges Alltagsauto für die Stadt. Er kommt ohne große Stärken aus, zeigt aber auch – bis auf das Fehlen von ESP – keine wirklichen Schwächen. Die umfangreiche Serienausstattung ist dazu ein Kaufargument.

Von Holger Holzer