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Bauen & Wohnen Der passende Rahmen
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00:00 11.05.2013
Moderne Holzrahmen sind nicht mehr so pflegeintensiv. Das Material wurde durch chemische, thermische oder mechanische Prozesse dauerhaft verändert. Quelle: BPH
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Darmstadt

Auf den ersten Blick scheint es eine Geschmacksfrage zu sein: Die einen mögen lieber weiße Kunststoffrahmen um die Fenster, die anderen bevorzugen welche aus Holz. Aber es steckt mehr dahinter. Die Pflege des einen Materials kann aufwendig sein, ein anderes dämmt besser.

Holzrahmen sind unter anderem aus Kiefer, Fichte oder Eiche. Zum Schutz der Regenwälder rät das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt, auf Tropenware zu verzichten. Holz ist als erneuerbarer Rohstoff umweltfreundlich. „Es schluckt und speichert den Klimakiller CO²“, erklärt Heinz Blumenstein, Geschäftsführer des Bundesverbandes ProHolzfenster in Berlin. Ein weiterer Vorteil: Alte Holzrahmen müssen nicht recycelt oder deponiert werden. Denn ökologische Lacke und Lasuren belasten bei der Verbrennung die Umwelt nicht.

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Ein Nachteil ist aber, dass die Außenseite der Rahmen regelmäßig Farbe oder Lasur braucht. „Allerdings sorgt heute eine spezielle Hobeltechnik für die Versiegelung von Fugen, weil die Hölzer besonders glatte Oberflächen erhalten. Umweltfreundliche Lasuren verlängern außerdem die Streichintervalle deutlich“, erläutert Blumenstein. Das Behandeln der Rahmen mit spezieller Pflegemilch zögere zusätzlich das Streichen hinaus.

„Seit einigen Jahren wird an der Holzmodifizierung gearbeitet, um die guten Eigenschaften der Fenster weiter zu verbessern und die schlechten Eigenschaften verschwinden zu lassen“, berichtet Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) in Frankfurt am Main. Das Material wird durch chemische, thermische oder mechanische Prozesse dauerhaft verändert. So kann es seine Form und Gestalt auch unter wechselnden Bedingungen wie Temperaturschwankungen besser halten und ist resistenter gegen Feuchtigkeit und Verwitterung - und wird so insgesamt haltbarer. So behandeltes Holz hat laut Tschorn auch einen längeren Pflegezyklus.

Nicht gestrichen werden müssen Holz-Alu-Fenster, sagt Tschorn. „Die Fenster sehen auch nach jahrzehntelangem Gebrauch noch gut aus.“ Das Aluminium liegt außen, was den Rahmen witterungsfest macht. Eine weitere Alternative zu reinen Holzrahmen sind laut Blumenstein Verbundtechniken, bei denen die Isolierverglasung den Flügelrahmen überdeckt. Das Holz ist so außen komplett geschützt.

Rahmen aus Kunststoff sind resistent gegen Wind und Regen. Außerdem sind sie lichtbeständig. Die Modelle gibt es in allen möglichen Farben, lackiert oder mit einer farbigen Aluschale. Außerdem gebe es Rahmen mit farbiger Dekoroberfläche mit oder ohne Struktur sowie Kunststoff-Rahmenprofile, die mit farbigem Acrylglas beschichtet sind.

Ein Nachteil ist laut IWU die Breite der Rahmen, die meistens aus Hart-PVC bestehen. Da sie aus mehreren Kammern mit Luftschichten aufgebaut sind, seien die Maße etwas größer als jene von Rahmen aus anderen Werkstoffen. Als Nachteil gilt oft auch, dass sich Schmutz stark auf den Rahmen ablegt und sich Schlieren bilden. Moderne Rahmen aus PVC seien aber leicht zu reinigen, sagt Gabriele Tengler vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. Spülmittel im Wasser reiche in der Regel aus. Auf dem sehr glatten Material seien Ablagerungen aber grundsätzlich besser zu sehen.

Aluminiumrahmen können eloxiert, also mit Metall überzogen, werden. Oder sie erhalten eine farbige Pulverbeschichtung. Sie können sogar aussehen wie aus Holz gemacht. Dafür werde über die Pulverbeschichtung ein Papier mit einer Holzstruktur aufgebracht, erläutert Fensterexperte Tschorn. Gerade wetterfeste Beschichtungen halten extremen Beanspruchungen stand - ein Vorteil.

Aluminiumrahmen besitzen zudem sehr gute statische Eigenschaften. Daher können selbst großflächige Fensterflächen mit sehr dünnen Rahmen gefertigt werden, erklärt Tschorn. Daneben ist das Material leicht zu reinigen, es muss nicht gestrichen werden, und es bleicht auch nach vielen Jahren nicht aus.

Der Nachteil ist die Dämmqualität. Denn Metall ist ein guter Wärmeleiter. „Holz- und Kunststoffrahmen haben mit entsprechenden Profilen eine gute Dämmwirkung“, erklärt der Energieberater Helmut Gumtau von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Solche Fenster können bei entsprechender Ausführung sogar im Passivhausbau eingesetzt werden.“ Aluminium erreiche nicht die Dämmwerte von Holz- oder Kunststoffrahmen. Allerdings seien moderne Alurahmen wegen ihres veränderten Aufbaus inzwischen energetisch besser als ältere Modelle.

„Wer wissen will, wie gut der Fensterrahmen dämmt, fragt am besten nach dem Uf-Wert“, rät Tschorn. Das „f“ steht für „frame“, zu Deutsch Rahmen. „Je kleiner die Zahl, umso besser ist die Dämmung.“ Wichtig beim Fensterkauf sei daneben ein möglichst niedriger U-Wert für das Glas. Dieser gibt an, wie viel Wärme durchgelassen wird.

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