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Bauen & Wohnen Gärtnern mit dem Klimawandel
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09:40 08.10.2019
Blauraute (Perovskia) ist noch ein relativ seltener Gartengast, der in Zukunft einige der vertrauten Pflanzen ablösen könnte. Quelle: Aggi Schmid - stock.adobe.com
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Hannover

Im Wald wird der Wandel sichtbar: Fichten mit braunen Nadeln und Birken, die schon im Frühsommer wirkten, als sei es Oktober. Die verspäteten Folgen des Hitzesommers 2018 fallen auf. In Privatgärten kann anders als im Wald gegossen werden – und wenn Pflanzen genug Wasser zur Verfügung steht, verkraften sie hohe Temperaturen naturgemäß besser. Man könnte sich im Garten also einfach über eine verlängerte Saison freuen. Trotzdem: Zumindest die gut eingewachsenen Stauden und Gehölze sollten ohne den regelmäßigen Griff zum Schlauch auskommen. Erstens macht Gießen Arbeit, zweitens kostet zumindest Leitungswasser Geld und den unangenehmen Gedanken, gerade kostbares Trinkwasser zu ver(sch)wenden. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass die Gartenbewässerung in Zukunft häufiger als bereits geschehen eingeschränkt oder verboten wird.

Lesen Sie: Der Garten im Oktober: Diese Gartenarbeiten sind jetzt wichtig

Einfach Palmen pflanzen?

In einigen milden Regionen Deutschlands ist es schon seit Jahren möglich, Hanfpalmen ausgepflanzt überwintern zu lassen. Doch im Rest der Republik dürften die wenigsten Exemplare die kalte Jahreszeit draußen überstehen. Die Strategie, in Zukunft Gewächse aus wärmeren Klimazonen zu pflanzen, die zudem ein wenig Urlaubsflair verbreiten, klingt verlockend – funktioniert aber nur bedingt. Auch wenn die Winter im Durchschnitt milder werden, muss man in Deutschland anders als in Norditalien nach wie vor mit zwischenzeitlichen Kälteeinbrüchen rechnen. Gesucht sind also Arten, die nicht nur Durststrecken überstehen, sondern auch sonst einigen Widrigkeiten trotzen.

Die Gewinner des Wandels

Garten-Mannstreu (Eryngium bourgatii) kann Hitze und Dürre gut vertragen. Quelle: Russell Smith/Pixabay

Welche Arten eine Zukunft haben? Das wissen selbst Profis noch nicht genau, obwohl die Suche nach sogenannten Klimaarten schon vor vielen Jahren begonnen hat und weiterlaufen wird. Entscheiden und handeln müssen Fachleute wie Hobbygärtner aber heute. Das war schon immer so – im Garten weiß man vorher nicht, wie sich Pflanzen entwickeln werden. Trotzdem gibt es natürlich Gewächse, die vom Klimawandel eher profitieren als andere.

Zu den Gewinnern gehören jene Pflanzen, die Hitze und Trockenheit gut verkraften und zugleich frosthart sind. Einige sind bekannt: Bart-Iris (Iris barbata), Mannstreu (Eryngium) oder Hohe Fetthenne (Sedum) gehören zu den Klassikern in den Beeten. Andere, wie Blauraute (Perovskia), Bergminze (Calamintha) oder Indigo-Lupine (Baptisia) sind noch relativ seltene Gartengäste, die in Zukunft einige der vertrauten Pflanzen ablösen könnten.

Werden Hortensien verschwinden?

Arten wie Rhododendren oder Garten-Hortensien (Hydrangea macrophylla), die auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit angewiesen sind, werden in Zukunft wahrscheinlich schlechter gedeihen. Das heißt natürlich nicht, dass gut entwickelte Exemplare vorsichtshalber entfernt werden sollten. Wer allerdings bis jetzt schon kein Glück mit diesen und anderen durstigen Pflanzen hatte, sollte sie im Hinblick auf die Zukunft und die eigene Frustrationstoleranz nicht nachpflanzen. Wobei zumindest die Gattung Hydrangea den Vorteil hat, auch andere Arten zu bieten, die Trockenheit deutlich besser vertragen. Die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) braucht beispielsweise weniger Wasser als ihre oben genannte Verwandte.

Und was ist mit dem grünen Teppich, der zu fast jedem Garten gehört? Wenn man akzeptiert, dass der Rasen im Sommer eher gelb oder – schöner ausgedrückt – golden aussieht als grün, könnte er eine Zukunft haben. Die meisten Rasengräser sind durchaus robust und quittieren Wassermangel zwar mit einem wenig vitalen Erscheinungsbild, treiben aber in der Regel erneut durch, wenn es wieder regnet. Wer diesen je nach Witterungsverlauf zeitweise trostlos anmutenden Anblick aushält und sich vom Ideal eines unkrautfreien „englischen Rasens“ verabschiedet, wird auch in Zukunft einen mehr oder wenigen grünen Teppich nutzen können.

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Klimawandel: Neue Wege bei der Pflege

Auf den Klimawandel zu reagieren heißt nicht nur, bewusst zu pflanzen, sondern auch zu pflegen. Zumal die Gartenarbeit anders als der Pflanzenbestand kurzfristig verändert werden kann. Damit nur selten gegossen werden muss, sollte man diese ohnehin ungeliebte Tätigkeit auch so selten wie möglich ausüben. Konkret heißt das: selten und dafür ausgiebig gießen. Dann bilden die Pflanzen tiefere Wurzeln und verkraften Trockenstress besser als jene, die nur flach wurzeln.

Da auch Starkregen zu den schon heute vermehrt auftretenden Wetterereignissen zählt, sollte der Boden viel Wasser speichern können. Das funktioniert besser, wenn die Beete möglichst dicht bewachsen sind. Wer sie im Herbst statt im Frühling bepflanzt, spart ebenfalls Wasser: Frisch gesetzte Gewächse brauchen genug Feuchtigkeit, um Wurzeln zu schlagen, und im Herbst bietet der Boden dank der niedrigeren Temperaturen mehr davon.

Amberbäume für Stadtgärten

Gerade im Herbst erstrahlen die Blätter des Amberbaums in leuchtendem Rot. Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Wer neue Bäume im Garten pflanzen will, sollte den Klimawandel und regionale Besonderheiten im Blick haben. So bietet sich der im Herbst in bunten Farben leuchtende Amberbaum für Gärten in Stadtgebieten an, erklärt der Bund deutscher Baumschulen. Der sogenannte Liquidambar stammt aus Nordamerika und kommt gut mit höheren Temperaturen, Trockenheit sowie Überflutungen klar. Außerdem stellt er wenig Ansprüche an seinen Standort. Am Alpenrand sollte der Amberbaum dagegen nicht gepflanzt werden. Weil er erst spät sein Laub verliert, macht ihm früher Schneefall zu schaffen.

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Von Stefanie Syren/RND

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