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Bauen & Wohnen Es raschelt wieder unter den Füßen
Mehr Bauen & Wohnen Es raschelt wieder unter den Füßen
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12:00 28.10.2013
Im Oktober fällt für Gärtner jeden Tag aufs Neue viel Arbeit von den Bäumen. Quelle: iStockphoto.com/morganl, KnutBurmeister
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Hannover

In diesen Tagen leuchten viele Bäume in bunter Farbenpracht. Das ist die schöne Seite des Herbstes. Etwas lästig hingegen ist das viele Laub, das vor allem an windigen Tagen auf die Gärten, Wege und Dächer fällt. Kommt Feuchtigkeit hinzu, werden Pflastersteine rutschig und Terrassenfliesen nach einiger Zeit fleckig. Gefahr drohe auch für Regenrinnen und Fallrohre, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin: Wenn darin das Laub verklumpe, könne das Wasser nicht abfließen. Gefriere dieses bei Frost, könnte das Rohr im schlimmsten Fall zum Bersten gebracht werden.

Alexander Wiech von Haus und Grund in Berlin rät deshalb, die Regenrinnen rechtzeitig zu reinigen. Diese sollten mit Laubgittern versehen werden, wenn viele Bäume in der Nähe des Hauses stehen. Verstopfe das Fallrohr dennoch, sollte das Laub herausgezogen werden. „Bis zu 20 Zentimetern Tiefe ist das in der Regel kein Problem.“ Reiche die Verstopfung noch weiter, sollte ein Fachfirma beauftragt werden.

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Der Eigentümer ist für die Verkehrssicherung verantwortlich

Wiech weist zudem darauf hin, dass Hausbesitzer in der Regel verpflichtet seien, nicht nur die Wege auf dem eigenen Grundstück, sondern auch die angrenzenden Bürgersteige sauber zu halten: „Der Eigentümer ist wie bei Schnee und Eis für die Verkehrssicherung verantwortlich.“ Fast alle Gemeinden hätten diese Pflicht auf die Hausbesitzer übertragen. Den Eigentümern drohe häufig ein Bußgeld, wenn sie ihrer Aufgabe nicht nachkämen und somit eine Ordnungswidrigkeit begingen. Komme es zu einem Unfall, etwa weil ein Passant auf dem nassen Laub ausrutscht und sich verletzt, sei dies ein Fall für die Versicherung, erläutert Wiech.

Laub zügig entfernen

Auf Gehwegen sollte das Laub also möglichst rasch entfernt werden. Aber auch auf dem Rasen bleibe es besser nicht liegen, rät der Gärtner und Baumsachverständige Eiko Leitsch aus Nauheim bei Groß-Gerau: „Die Abbauprozesse beeinträchtigen die Qualität des Rasens.“ Die Gräser können gelb werden und faulen, unter dem verrottenden Laub gedeihen Pilze und Moose. Überall dort, wo immergrüne Pflanzen wachsen, sollte das Laub ebenfalls entfernt werden. Auf Beeten, unter Stauden, Büschen und Bäumen hingegen hat das Falllaub eine nützliche Funktion: „Es versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen und wird zu wertvollem Humus“, erläutert Leitsch.

Eine Mulchdecke erstellen

Das Laub vom Rasen kann mit dem Rasenmäher zerkleinert und aufgesammelt werden. Zusammen mit den Gräsern sollte es dann in einer etwa bis zu zehn Zentimeter dicken Schicht auf die Beete gegeben werden. Dort verrottet das organische Material. Diesen Vorgang nennen Gärtner Mulchen. Ein weiterer Vorteil der Mulchdecke sei, dass die Feuchtigkeit besser reguliert und die Verdunstung von Wasser reduziert werde, erläutert Leitsch. Außerdem werden etwa mediterrane Pflanzen vor Kälte geschützt. Laubschichten unter Hecken und Büschen, die mit kleinen Zweigen vermengt werden, sind für Kleinlebewesen wie Igel und Mäuse ein prima Winterquartier. Eine Gefahr für die Tiere stellen jedoch frei liegende Laubhaufen dar: Wenn diese in feuchten Wintern zusammenfallen, verlieren sie ihre isolierende Luftschicht.

Und falls auf dem Grundstück mehr Laub liegt, als zum Mulchen gebraucht wird? Dann werde es mit der Harke oder mit dem Laubbläser zusammengetragen, gehäckselt und anschließend nach und nach auf den Kompost gegeben, rät Leitsch. Wer keinen Kompost hat, kann das Laub in den meisten Kommunen an öffentlichen Sammelplätzen abgeben.

Schwindenes Licht macht Bäume bunt

Im Frühjahr und Sommer wird der grüne Anteil des Sonnenlichtes, das auf die Blätter fällt, besonders stark vom Farbstoff Chlorophyll reflektiert, sodass die Bäume grün erscheinen.

Andere Anteile des Lichtes werden hingegen absorbiert. Wenn die Sonneneinstrahlung im Herbst schwächer wird, können die Blätter weniger Photosynthese betreiben, sie produzieren daher auch weniger Chlorophyll. Jetzt reflektieren verstärkt andere Farbpigmente wie das orangefarbige Karotin oder das gelbliche Xanthophyll das Licht und lassen so den Baum bunt erstrahlen.

Sebastian Hoff