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Bauen & Wohnen Passende Beleuchtung für die Bettlektüre
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00:00 15.09.2012
Mit punktgenauem Licht wird das Schmökern im Bett zum reinen Vergnügen.
Mit punktgenauem Licht wird das Schmökern im Bett zum reinen Vergnügen. Quelle: dpa/tmn
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Hannover

 „Das lässt sich mit einer Raumbeleuchtung oder einem Deckenlicht kaum realisieren. Stattdessen brauche ich eine zielgerichtete Lichtquelle, die sich möglichst gut an die Lesesituation anpassen lässt“, sagt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands im bayerischen Senden.

Wichtig ist die Form des Lampenkopfs. „Es gibt viele todschicke Lichtquellen, die nicht ausreichend abgeschirmt sind“, erläutert Eckert. „Die Folge ist, dass unangenehmes Streulicht ins Auge kommt.“ Simone Waldenmeier, Innenarchitektin und Beleuchtungsplanerin aus Wangen im Allgäu, rät: „Je tiefer das Leuchtmittel im Schirm sitzt und je stärker die Linse fokussiert, desto blendfreier ist das Licht.“

Blenden können zudem Reflexe, etwa wenn das Licht auf die glänzende Oberfläche des Buchcovers trifft, abstrahlt und in das Auge des Lesers scheint, erläutert Monika Schäfer-Feil vom Branchenportal Licht.de in Darmstadt. „Das Licht der Leseleuchte sollte deshalb immer von der Seite kommen.“

Als Leselicht taugen alle Leuchtmittel - von der Energiesparlampe über LEDs bis hin zur Halogenlampe. Sie müssen nur hell genug sein. „Die Beleuchtungsstärke sollte mindestens 300 bis 500 Lux betragen“, empfiehlt Lichtexpertin Schäfer-Feil. „Im Alter wird die doppelte Helligkeit für eine gute Sehleistung benötigt als in jungen Jahren.“ Wollen mehrere Generationen den Leseplatz nutzen, kann ein Dimmschalter die Helligkeit der Lampe individuell regeln.

Der Farbwiedergabeindex Ra gibt an, wie natürlich Farben im Schein der Lampen wirken. Je höher der Wert ist, desto natürlicher werden die Farben wiedergegeben und desto angenehmer empfindet das Auge das Licht. Ein Leselicht sollte einen Ra-Wert von mindestens 90 haben, rät Schäfer-Feil. Die Lichtfarbe bei Energiesparlampen und LEDs wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben. 2700 bis 3300 Kelvin schaffen ein warmes Weiß, das dem Licht der Glühbirne entspricht. Tageslichtweiß und so hell wie in einem Büro wird es mit 6000 Kelvin.

Die beste Leseleuchte bringt allerdings nichts, wenn sie am falschen Ort steht oder hängt. Der Abstand der Lichtquelle zum Buch muss stimmen, damit die Seiten gleichmäßig und gut ausgeleuchtet sind. Außerdem darf der Abstand vom Körper zum Licht nicht zu knapp sein - zumindest bei einigen Leuchtmitteln wie Halogenlampen und den inzwischen vom Markt genommenen Glühbirnen. „Je leistungsstärker sie sind, desto mehr Wärme geben sie ab“, erläutert Waldenmeier.

Für Vielleser lohne es sich, gezielt einen Platz einzurichten. Das könne eine Ecke des Sofas oder ein Sessel sein, auf die eine extra Lichtquelle leuchtet. Ältere Leser setzten sich gerne an den Esstisch, erläutert Waldenmeier. Und natürlich gebe es Bücherwürmer, die am liebsten vor dem Einschlafen im Bett schmökern.

„Im Wohn- oder Arbeitszimmer eignen sich zum Beispiel Steh- oder Tischleuchten mit zwei Lichtquellen ideal als Leseleuchte“, erklärt Schäfer-Feil. Der Deckenfluter sorgt für eine indirekte Grundbeleuchtung des Raumes, während sich der bewegliche Leuchtenkopf an einem Schwenkarm auf die Buchseiten richtet. „Auch bei wechselnden Liege- oder Sitzpositionen kann die Beleuchtung damit flexibel angepasst werden.“ Ist bereits ein Deckenlicht im Raum vorhanden, reiche eine Stehlampe mit einem Schwenkarm.

Fest installierte Wandleuchten lassen sich oft nicht verstellen. Eine flexible Alternative sind Klemmleuchten, die sich mit einem Handgriff etwa am Bücherregal befestigen und leicht anders ausrichten lassen. An Doppelbetten sollte an jeder Bettseite eine Leuchte installiert werden - getrennt schaltbar und ebenfalls dreh- oder schwenkbar, damit der Bettnachbar durch das Leselicht nicht gestört wird. Auch wenn es dunkel gemütlicher sei, sollte der ganze Raum erhellt sein, während man lese, sagt Schäfer-Feil: „Die Augen leisten sonst Schwerstarbeit. Sie müssen dann immer wieder starke Helligkeitsunterschiede ausgleichen. Das führt zu schneller Ermüdung.“ Daher sei ein Lichtspot am Leseplatz zwar wichtig, aber den Decken- oder Wandfluter kann man sich nicht sparen.

dpa/tmn