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Bauen & Wohnen Für Nestwärme sorgen
Mehr Bauen & Wohnen Für Nestwärme sorgen
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10:09 23.09.2013
Der schönste Platz im Winter ist an der Heizung – nicht nur für Katzen. Damit es zu Hause auch wirklich warm und gemütlich ist, sollten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Quelle: istockphoto.com/ Xseon, Erik Žunec
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Berlin

Es hilft ja nichts: Wir müssen uns auf den nahenden Winter einstellen. Wer es nicht bereits getan hat, wird vermutlich bald die Heizung anwerfen. Aber ist schon alles für die kommende Heizperiode vorbereitet? Läuft die Anlage einwandfrei? Ist genügend Brennstoff da? Soll noch rasch der Versorger gewechselt werden? Der September sei ein guter Monat, um einen letzten Check-up vorzunehmen, meint Birgit Holfert, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Hier also eine kleine Prüfliste:

n Brennstoffe bestellen: Wer mit Öl oder Holz heizt, sollte spätestens jetzt seine Vorräte auffüllen. Während es laut Klaus Egly vom Bundesverband für Brennholzhandel beim Brennholz derzeit zu Lieferengpässen kommen könne, sind Pellets und Öl ohne Weiteres erhältlich. Lange Zeit galt, dass man Öl im Sommer bestellen sollte, wenn die Preise besonders niedrig sind. „Das ist aber nicht mehr aktuell“, betont Walter Wichmann von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Vielmehr schwankten die Preise für Heizöl nun ganzjährig. 2013 sei allerdings bisher ein „erfreulich ruhiges und insgesamt günstiges Jahr“, meint Alexander Grasdorff vom Bundesverband Mineralölwirtschaft. Den aktuellen Ölpreis könne man beispielsweise den Tageszeitungen entnehmen, sagt Wichmann. Sein Tipp: Wenn Nachbarn gemeinsam bestellten, könnten sie häufig Rabatte aushandeln.

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Wer Brennholz ordern möchte, finde beispielsweise über das Internetportal www.brennholz.com seriöse Anbieter in der Nähe, erläutert Egly. Kunden sollten sich nicht auf Umrechnungsmaße einlassen, sondern möglichst Schüttraummeter bestellen und bezahlen: „Das kann jeder einigermaßen gut kontrollieren.“ Auch Pellets lassen sich über das genannte Internetportal ordern. Die Zahl der Anbieter sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, sagt Egly. Es bestünden aber teilweise große Qualitätsunterschiede: „Man sollte unter anderem darauf achten, möglichst staubfreie Pellets zu bekommen.“ Wichmann rät, nur so viel zu bestellen, wie man jährlich verbraucht, denn bei langer Lagerung nähmen die gepressten Sägeabfälle Feuchtigkeit auf.

n Anbieter wechseln: Kunden, die einen günstigeren Gasversorger suchen, können die Preise und Leistungen in verschiedenen Internetportalen vergleichen. Die Stiftung Warentest empfehle das Portal von Verivox, sagt Wichmann. Wer den Anbieter wechseln wolle, müsse bedenken, dass dies in der Regel nicht von heute auf morgen ginge: „Vier bis sechs Wochen Bearbeitungszeit sind normal.“ Die Verbraucherzentrale warnt davor, Mengenpakete zu kaufen oder Vorauszahlungen zu leisten. Beim Preisvergleich solle auf versteckte zusätzliche Gebühren geachtet werden. Auch versprochene Bonuszahlungen bei einem Anbieterwechsel entpuppten sich mitunter als Mogelpackung - wenn der Kunde zum Beispiel nach einigen Monaten den Vertrag kündigt.

n Heizungsanlage prüfen und warten: Die Heizungsanlage sollte regelmäßig von einem Fachmann gewartet werden. Einen ersten Check können Haus- und Wohnungsinhaber jedoch selbst durchführen: Werden die Heizkörper nicht alle gleichmäßig warm? Macht die Anlage Geräusche wie Gluckern oder Pfeifen? Hat sich der Energiebedarf im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verändert? Lautet die Antwort auf eine oder mehrere Fragen Ja, sollte ein Termin mit einem Monteur vereinbart werden. Wer es sich zutraue, könne einige Arbeiten aber schon mal selbst durchführen, meint Wichmann.

Die Heizkörper können gegebenenfalls entlüftet werden, indem zunächst die Heizung ausgeschaltet und anschließend die Ventile gegenüber den Thermostaten mit einem kleinen Vierkantschlüssel geöffnet werden - und zwar so lange, bis ein Wasserstrahl austritt. In der Regel muss anschließend Wasser ins gesamte Heizsystem nachgefüllt und der Druck erhöht werden. Eine oberflächliche Reinigung der Heizkörper und der Gastherme helfe häufig bereits, den Verbrauch zu mindern, erläutert Wichmann.

Bis zu fünf Prozent Energie werden sogar gespart, wenn die Heizungsleistung nachts abgesenkt werde, sagt Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Auch die Vorlauftemperatur sei häufig höher eingestellt als nötig. Etwa 50 Grad reichten in der Regel aus, meint Wichmann. Allerdings müsse das Wasser mehrfach in der Woche kurz auf über 60 Grad erhitzt werden, um gefährliche Bakterien abzutöten. Die Raumtemperatur brauche laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft nicht mehr als 20 Grad zu betragen. Jedes Grad weniger spare rund sechs Prozent Energie.

Wenn die Thermostate an den Heizkörpern nicht funktionierten, müssten eventuell die kleinen Stifte darin gängig gemacht oder ausgetauscht werden, erläutert Wichmann. Diese Arbeit sollte man ebenso dem Fachmann überlassen wie das Regeln der Heizungspumpe, die oft zu hoch eingestellt sei. Ist die Pumpe alt oder schadhaft, sollte sie gegen eine Hocheffizienzpumpe ausgetauscht werden. Die Kosten dafür amortisierten sich rasch, sagt Wichmann, zumal die KfW-Bank Zuschüsse gewähre. Ebenfalls öffentlich bezuschusst wird der sogenannte Brennwert-Check, den die Verbraucherzentralen durchführen: Für 30 Euro wird die Anlage an zwei Terminen durchgemessen und auf ihre Effizienz geprüft. Stellt sich dabei zum Beispiel heraus, dass die Heizkörper in den Zimmern unterschiedlich warm werden, empfiehlt sich in der Regel ein hydraulischer Abgleich der gesamten Anlage. Dabei wird der Durchfluss des Wassers an verschiedenen Stellen justiert. Die Kosten von 50 bis 80 Euro pro Heizkörper rechneten sich durch den geringeren Heizbedarf sehr schnell, betont Wichmann.