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Ausflugstipp zum Wochenende: Ein Besuch des Arboretums in Bad Grund lohnt sich auch im Winter

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10:47 15.01.2022
Im WeltWald treffen die Traditionen der Ureinwohner Nordamerikas auf die Idylle des winterlichen Harzes.
Im WeltWald treffen die Traditionen der Ureinwohner Nordamerikas auf die Idylle des winterlichen Harzes. Quelle: Nadine Eckermann
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Bad Grund

Die Ferien sind vorbei – und damit stellt sich die Frage: Was können Familien im Landkreis Göttingen am Wochenende unternehmen? Der WeltWald Harz in Bad Grund hat auch in den Wintermonaten einiges zu bieten.

„Hier kann man einen ganzen Tag verbringen“, lautet das Urteil von Eltern kleiner Entdecker, die Spaß an Bewegung an der frischen Luft haben und gleichzeitig nicht Wald-und-Wiesen-scheu sind. Dabei ist der WeltWald in Bad Grund eigentlich vor allem als Ausflugsziel im Frühjahr und Herbst bekannt, wenn die Bäume im Arboretum in voller Blüte stehen oder sich die Blätter im Indian Summer eindrucksvoll verfärbt haben.

An einem der Eingänge zum WetWald. Quelle: Nadine Eckermann

Derzeit ist alles weiß. Doch das tut dem Spaß keinen Abbruch – eher ist das Gegenteil der Fall. Schon der Weg zum Indianerpfad bietet ein kleines Entdeckerparadies: An den Parkplätzen – es befinden sich mehrere direkt an den Eingängen zum WeltWald – sind beispielsweise Hinweisschilder mit Wegbeschreibungen angebracht, die die verschiedenen Rundwege markieren. Eine Spitzenaufgabe für einen kleinen Navigator oder eine Navigatorin. Schief laufen kann nämlich nichts: Infotafeln mit Karten gibt es alle Nase lang, die Wege verlaufen so neben- und ineinander, dass es schlimmstenfalls darauf hinausläuft, dass man eine Strecke zweimal geht.

Mit dem Federsymbol ist der Entdeckerpfad gekennzeichnet. Quelle: Nadine Eckermann

Aufgabe des Kindes mit dem Kompass im Kopf kann es nun sein, den Blütenweg zu finden, dem Herbstlaubweg zu folgen oder den schnellsten Weg zum Erlebnispfad auszumachen. Besondere Schwierigkeit dabei: Die Hinweistafeln hängen in Augenhöhe der Erwachsenen – und alles ist weiß. Die Rundwege sind übrigens mit 1,7, 3,3 und 4,2 Kilometern familienfreundlich kurz. Insgesamt gibt es zwölf Kilometer Wanderwege zu erkunden. Allerdings gibt es spätestens auf dem Entdeckerpfad keine Chance mehr, den Kinderwagen zu benutzen. Ein barrierefreier und kinderwagentauglicher Weg befindet sich auf einem Kilometer Länge im Bereich des asiatischen Waldes.

Wenn die Kinder raus sind aus dem Buggy-Alter und einigermaßen trittsicher, werden sie aber wohl ihre helle Freude haben: Um unterwegs die Infotafeln lesen zu können – klare Sache, Aufgabe der Erwachsenen – müssen sie überall erst den Schnee entfernen. Damit gibt es ständig Nachschub für Schneebälle. Aufregende Wege bieten die Auf- und Abstiege über Waldtreppen und kleine und große Brücken, darunter auch eine Hängebrücke, die es zu überqueren gilt.

Die „Musik des Waldes“ können Kinder am Klangspiel erklingen lassen. Quelle: Nadine Eckermann

Durchschnaufen lässt sich am Klangspiel aus verschiedenen Hölzern, mit einem Baum-Puzzle oder beim Spurenlesen: War da ein Wolf im Schnee? Oder vielleicht doch nur ein Hund mit großen Pfoten? Einen eigenen Beobachtungsposten für die Suche nach Tieren gibt es übrigens auch. Vom hölzernen Turm aus lassen sich nicht nur Beobachtungen machen – Achtung, der Bär sieht wirklich echt aus – , er ist auch prima als Rastplatz geeignet.

Ähnlich lauschige Plätzchen befinden sich immer wieder unterwegs: Eine Schutzhütte mit sensationeller Aussicht und Infotafeln – und hier und da ein Tipi. Denn der Entdeckerpfad thematisiert die Lebensumgebung der amerikanischen Ureinwohner und deren Traditionen – samt Totempfählen mitten im nordamerikanischen Wald.

Das Arboretum

Im Arboretum bei Bad Grund wachsen auf rund 100 Hektar 600 Gehölzarten aus aller Welt, von Hirschkolbensumach über Weinblattahorn bis hin zur Gurken-Magnolie und dem Riesen-Mammutbaum. Harzer Forstleute haben sie vor rund 30 Jahren gepflanzt, seit 1975 pflegen und unterhalten Mitarbeiter des Niedersächsischen Forstamtes Riefensbeek den Baumgarten, der zu den größten in Deutschland gehört. Der Indianerpfad existiert seit 2012. Dort finden Kinder und Erwachsene Infos über die Wälder von der Pazifikküste bis zu den Rocky Mountains lernen allerlei Interessantes über die Welt der amerikanischen Ureinwohner und ihre verloren gegangenen Heimat.

Anfahrt: Die Adresse fürs Navi lautet Kanadaweg, 37539 Bad Grund (Harz). Der Weg zu den Parkplätzen ist beschildert. Ob von Göttingen oder Duderstadt: Mit dem Auto ist man rund 50 Minuten unterwegs. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Anfahrt rund doppelt so lange.

Kosten: Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos: Festes Schuhwerk und solide Bekleidung sind angebracht. Sammler der Harzer Wandernadel werden an der Stempelstelle 129 fündig. landesforsten.de/erleben/unsere-naturtalente/weltwald-harz.

Die Niedersächsische Landesforsten hat die Totempfähle von der Revierförsterei Bad Grund aufbauen lassen, ist zu erfahren. Bereits im Oktober 2008 haben Rainer Füllgrabe und Michael Damm sie mit ihren Kettensägen geschnitzt. Für die Totempfähle wurde Stämme von Lebensbäumen verwendet, wie es auch die nordamerikanischen Indianer früher getan haben. Das Holz ist besonders lange haltbar und resistent gegen Pilze. Bemalt wurden die originalgetreuen Totempfähle von Schülerinnen und Schülern aus Osterode. Heute sind sie eine Attraktion und machen den Wald zu einem Spielplatz mit hohem Entdeckerfaktor – auch, wenn der Wald unter einer Schneedecke liegt.

Von Nadine Eckermann