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Gartentipps Weiße Wolke für den Garten
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13:08 14.07.2013
Leitpflanze: Aconogon Johanniswolke in einer großen Staudenrabatte.
Leitpflanze: Aconogon Johanniswolke in einer großen Staudenrabatte. Quelle: Traub
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Überbordende, riesige Staudenpflanzungen, großzügig verwoben mit prachtvollen Gräsern, prägten seine Gartenkunst. Das war damals noch etwas spektakulär Neues. Petra Pelz, eine junge deutsche Gartenarchitektin, die sich Anfang der neunziger Jahre gerade in die Selbstständigkeit gewagt hatte, war von Oehmes Umgang mit Pflanzen so fasziniert, dass sie ihm begeistert schrieb.

Daraus sollte sich eine einzigartige Freundschaft entwickeln, die erst mit Wolfgang Oehmes Tod Ende 2011 endete. Längst hat Petra Pelz ihren Weg gemacht und ist heute eine der ganz Großen im Kreis internationaler Planerinnen und Planer von Gartenschauen und ähnlichen Projekten.

Ihren unverkennbaren Stil, der seinen Anfang in dieser schicksalhaften Begegnung fand, hat sie über die Jahre konsequent weiterentwickelt und ist zu einer Virtuosin ihres Fachs geworden.

Plattmacher, Egoisten, Wucherer und Würger

Auch die 1000 „Johanniswolken“ (botanisch Polygonum polymorphum, jetzt umbenannt in Aconogon speciosum), Wolfgang Oehmes erklärte Lieblingspflanze, dürften inzwischen ihren Platz an den verschiedensten Orten der Welt gefunden haben, denn der Himalaya-Knöterich, so der deutsche Name, ist längst auch einer ihrer Lieblinge geworden.

Aha, denkt nun alarmiert der kundige Gartenfreund, ein Knöterich also! Leben die Mitglieder dieser nassforschen Familie nicht bekanntermaßen nach dem dreisten Prinzip „ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert“? Plattmacher, Egoisten, Wucherer und Würger, sind sie das nicht alle miteinander?

Nur die Ruhe, ganz so schlimm ist es nicht. In keiner Familie gibt es nur schwarze Schafe, und die weithin leuchtende, bis zu 3 Meter hoch werdende „Johanniswolke“ ist zwar eine imposante Schönheit, gehört aber keinesfalls zu den Wucherern.

Cremeweiße Blütenrispen in rauschhafter Fülle

Für große Gärten ist sie ganz sicher allererste Wahl. Ihre Ansprüche sind, besonders wenn man das rasante Wachstum bedenkt, erstaunlich bescheiden. Sonne oder Halbschatten sind ihr gleich recht, Trockenheit wird klaglos ertragen, Krankheiten sind ihr fremd, und unsere schleimigen Feinde kriechen entnervt davon.

Bereits früh im Jahr regen sich die mächtigen Horste, und ab Ende Mai, während die Pflanze immerfort weiterwächst, erscheinen in rauschhafter Fülle cremeweiße Blütenrispen, die uns verstehen lassen, wie „Johanniswolke“ zu ihrem Namen kam.

Im Spätsommer wandelt sich die Farbe der Blütenrispen in ein sanftes Rostrot, was zusammen mit Herbstblühern neue interessante Akzente schafft.

Zusatznoten wie „nasser Hund“

Ob wir einige Exemplare zum Gerüst einer großzügigen Pflanzung machen, die schöne Wolke als Solitär zu Ehren kommen lassen, oder unerwünschte Aus- und Einblicke im Garten mit ihrer Hilfe in einen reizvollen Hingucker verwandeln - Möglichkeiten gibt es viele.

Eines soll allerdings nicht verschwiegen werden: Unsere duftig anmutende Schöne – leider, sie duftet nicht, sie riecht. Manche fühlen sich an die Würze von Liebstöckel erinnert, andere meinen aber auch, so aparte Zusatznoten wie „nasser Hund“ oder gar „Schweinestall“ zu erschnuppern.

Die Begeisterung für diese herrliche Großstaude sollte das jedoch nicht schmälern, zumal der Vorgewarnte „Johanniswolkes“ allzu große Nähe zur sommerlichen Kaffeetafel im Garten durch kluge Standortwahl gewiss vermeiden wird.

Von Angelika Traub