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Gesundheit Studie: Langzeitfolgen für Ebola-Überlebende?
Mehr Gesundheit Studie: Langzeitfolgen für Ebola-Überlebende?
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20:55 05.09.2019
Hinweisschilder auf dem Gelände der UN-Friedensmission Monusco weisen auf Symptome, Ansteckungsgefahr und Krankheitsverlauf von Ebola hin. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo hat innerhalb eines Jahres 2934 Ebolafälle allein in den Provinzen Nordkivu und Ituri bestätigt. 1936 Patienten überlebten die Infizierung mit dem Ebolavirus nicht.

Höhere Todesrate nach Ebolaerkrankung

Eine Beobachtungsstudie eines internationalen Forscherteams geht nun der Frage nach, ob Überlebende mit Langzeitfolgen zu rechnen haben. So stellten die Forscher fest, dass Menschen, die Ebola überlebt haben, bis zu einem Jahr nach der Behandlung eine fünffach höhere Sterblichkeitsrate aufweisen als der Rest der Bevölkerung.

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Oft liegen keine Obduktionsberichte vor

Da zu vielen Menschen, die Ebola überlebt haben und binnen eines Jahres danach gestorben sind, keine Obduktionsberichte vorliegen, lässt sich die Todesursache nur schwer feststellen. „Langzeitfolgen nach einer Ebolainfektion können verschiedene Organe betreffen, und bisher sind Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Augenerkrankungen und neurologische Symptome als Langzeitfolgen beschrieben worden“, sagt Marylyn Addo, Leiterin der Sektion Infektiologie des Universitätsklinikums in Hamburg-Eppendorf.

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Nierenversagen als Todesursache?

Von Angehörigen Verstorbener wird jedoch auch immer wieder von Nierenversagen berichtet. „Das Ebolavirus ist über Wochen im Urin nachweisbar – oft länger als im Blut –, daher ist eine Nierenbeteiligung beziehungsweise -schädigung und eventuell ein daraus resultierendes Nierenversagen eine plausible Hypothese“, sagt Addo. Eine systematische Nachuntersuchung von Ebola-Überlebenden mit einer Langzeitkontrolle sei daher unabdingbar.

Nach Ebola: Dialyse notwendig

Auch Timo Wolf, Oberarzt an der Medizinischen Klinik 2 und Facharzt für innere Medizin und Infektiologie am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main hält es für möglich, dass Nierenversagen eine der tödlichen Ursachen nach einer Ebolaerkrankung sein könne. Seine These: „Alle Patienten, die aufgrund ihrer Ebolainfektion invasiv beatmet werden mussten, benötigten auch eine Dialysebehandlung. Es erscheint somit plausibel, dass Nierenversagen auch bei der Gruppe der Überlebenden eine große Rolle spielt.“

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RND/hb

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