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Gesundheit Unerkannte Gefahr: Übertragung, Symptome und Behandlung von Chlamydien
Mehr Gesundheit Unerkannte Gefahr: Übertragung, Symptome und Behandlung von Chlamydien
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18:56 08.09.2019
Wer ungeschützten Sex hat, riskiert eine Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten und eine ungewollte Schwangerschaft. Kondome senken das Risiko. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Hannover

Weltweit gibt es eine Vielzahl an Geschlechtskrankheiten. Am häufigsten verbreitet sind laut dem Bundesverband der Frauenärzte (BVF) Infektionen mit Chlamydien. Es werden rund 300.000 Neuerkrankungen jährlich vermutet. Da es aber keine Meldepflicht für Chlamydieninfektionen gibt, könne die Dunkelziffer noch deutlich darüber liegen, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Besonders tückisch: Meist spüren die Betroffenen keine Symptome.

Chlamydien: So werden die Bakterien übertragen

„Chlamydien sind eine Form von Bakterien, die innerhalb einer Zelle leben“, so der BVF. „Bei der Chlamydien-Variante, die Unfruchtbarkeit herbeiführen kann, handelt es sich um Chlamydia trachomatis.“ Diese Keime seien nur in sehr engem Hautkontakt übertragbar und überleben in feuchtwarmer Umgebung. Daher könnten die Bakterien nicht bei herkömmlichem Hautkontakt, über Türklinken oder Toilettensitze, übertragen werden. Die größte Gefahr einer Infektion bestehe bei ungeschütztem Oral-, Vaginal- oder Analverkehr. Dazu gehöre auch das Risiko einer Schmierinfektion durch die gemeinsame Nutzung von verunreinigten Sexspielzeugen. Und: Auch bei der Geburt können Chlamydien laut dem Verband von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden. Daher werde jede Schwangere mittels einer Urinuntersuchung auf die Bakterien getestet.

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Chlamydieninfektion: Worin besteht die Gefahr?

Eine Entzündung, die durch Chlamydien hervorgerufen wird, könne bei einer Frau die innere Schicht der Eileiter verkleben und dadurch den Transport der Eizelle in die Gebärmutter verhindern, so der Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Die Bakterien könnten auch die Gebärmutter, die Harnröhre, den Anus und den Mundraum befallen. Und auch bei Männern könne eine unbemerkte Ansteckung der Samenleiter, Hoden, Nebenhoden und Prostata zu einer Zeugungsunfähigkeit führen. Neugeborene einer infektiösen Mutter hingegen hätten meist mit einer Bindehautentzündung zu kämpfen.

„Bei einem kleinen Teil der Infektionen mit Chlamydien siedeln sich die Bakterien auch in Gelenken an und können dort Entzündungen verursachen“, ergänzt die Initiative Liebesleben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Außerdem steigt mit einer Chlamydien-Infektion das Risiko, sich bei ungeschütztem Sex mit HIV anzustecken.“

Mögliche Symptome einer Infektion

Das größte Problem einer Infektion mit Chlamydien sei, dass die Erkrankung bei acht von zehn Frauen keinerlei Symptome verursacht. Das gelte ebenfalls für jeden zweiten Mann. Hinzu käme die lange Inkubationszeit. Wer jedoch eines der folgenden Symptome feststellt, sollte laut den Experten der Initiative Liebesleben einen Arzt aufsuchen:

  • Ungewöhnlicher Ausfluss aus Scheide, Penis oder Anus sowie Zwischenblutungen
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Vaginal- oder Analsex
  • Juckreiz an Scheide, Penis oder Anus

Meistens träten diese Symptome ein bis drei Wochen nach der Ansteckung auf. In jedem Fall raten die Experten, sich auch dann untersuchen zu lassen, wenn die Beschwerden von selbst besser würden oder verschwänden. Von einer Selbstdiagnose, Antiseptika aus dem Drogeriemarkt oder Hausmitteln rät der BVF entschieden ab.

Chlamydien behandeln lassen: Was kann der Arzt tun?

Ein Chlamydienbefall lässt sich durch eine Urinuntersuchung oder durch einen Abstrich der betroffenen Schleimhaut nachweisen. Die Kosten dafür werden von der Krankenversicherung übernommen, wenn es Anzeichen einer Infektion gibt. Das gilt auch, wenn bei dem Sexualpartner Chlamydien nachgewiesen wurden.

Dann schafft ein Antibiotikum Abhilfe, mit dem der Keim innerhalb einiger Wochen verschwindet. Wichtig hierbei: Das Medikament muss so lange eingenommen werden, wie es vom Arzt verschrieben worden ist. „Ansonsten können sich die Bakterien wieder vermehren“, so die Initiative Liebesleben. „Bis die Behandlung beendet ist, sollte man außerdem auf Sex verzichten.“

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Einem Chlamydienbefall vorbeugen: So geht’s

Laut dem Bundesverband der Frauenärzte (BVF) schützt die Nutzung eines Kondoms weitgehend zuverlässig vor den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten. Beim Oralsex könnten auch Dental Dams, also hauchdünne Tücher aus Latex, verwendet werden. Wird Sexspielzeug mit anderen geteilt, sollte vor jeder Weitergabe ein neues Kondom benutzt werden.

Für junge Frauen gibt es im Rahmen der Empfängnisregelung bis zum vollendeten 25. Lebensjahr außerdem die Möglichkeit, sich einmal im Jahr mittels einer Urinuntersuchung auf Chlamydien untersuchen zu lassen. Interessierte können sich dazu an ihren behandelnden Frauenarzt wenden.

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Von Jessica Orlowicz/RND

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