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Der Norden WWF setzt 25.000 Euro Belohnung aus
Nachrichten Der Norden WWF setzt 25.000 Euro Belohnung aus
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14:16 26.04.2016
 Zum ersten Mal seit der Wiederansiedlung des Luchses im Harz hat ein Wilderer eine Raubkatze erschossen (Symbolbild). Der WWF hat jetzt eine Belohnung ausgesetzt. Quelle: Jose Manuel Vidal/dpa
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St. Andreasberg

Der WWF verurteile die Tat "aufs Schärfste", sagte ein Sprecher am Dienstag in Berlin. Die erste bekanntgewordene Tötung eines Luchses im Harz "erfüllt uns mit Wut und Sorge". Der Abschuss sei allerdings kein Einzelfall. "Immer wieder verschwinden Wölfe, Luchse und große Greifvögel spurlos", sagte der Sprecher. Allein in Bayern sind nach WWF-Angaben zwischen 2010 und 2016 mindestens fünf Luchse getötet worden.

Das von einem unbekannten Täter erschossene Luchsweibchen im Harz war bei Opperode im Harzkreis entdeckt worden. Beim Nationalpark Harz, der die Wiederansiedlung des Luchses in der Region betreut, seien bisher keine Hinweise auf den möglichen Täter eingegangen, sagte ein Sprecher in St. Andreasberg. Nach dem ersten Augenschein sei die Luchsin von einem Geschoss getroffen worden, dass den Tierkörper komplett durchschlug, sagte Leiter des Harzer Luchs-Projektes, Ole Anders.

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Debatte um mögliche Gefahr durch den Luchs

"Nach der aktuellen Tat wird die Diskussion um den Luchs nicht einfacher", sagte der Experte. "Eine solche Tat kann aber auch nicht im Sinn derjenigen sein, die dem Luchs kritisch gegenüberstehen." Im Harz hat es – besonders zu Beginn der Wiederansiedlung – immer wieder kritische Stimmen zu dem Projekt gegeben. Befürchtungen, Luchse könnten eine Gefahr für Menschen darstellen, haben sich allerdings nicht bestätigt.

Einzelne Jäger kritisierten, die Raubkatzen könnten für eine Dezimierung des Wildbestandes, vor allem des Rehwildes, verantwortlich sein. Die für die Wiederansiedlung zuständige Nationalparkverwaltung hat dies stets zurückgewiesen.

dpa

26.04.2016
26.04.2016