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Der Norden Von Kühen und Kanonen
Nachrichten Der Norden Von Kühen und Kanonen
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15:00 27.07.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
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In Indien soll irgendwann eine Hindu-Gottheit in den Körper eines Rindes geschlüpft sein, weshalb man auf dem Subkontinent gut daran tut, eine Kuh, die über eine Autobahn flaniert, weitläufig zu umfahren. Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes. Kühe sind in Indien heilig, und die heilige Kuh ist auch in niedersächsischen Breiten eine Chiffre für etwas, an das man bloß nicht rührt. Doch welche heiligen Kühe, wenn man von den Rindern einmal absieht, haben eigentlich die Niedersachsen? Uns fallen da etwa die vielen fleißigen Lehrerinnen und Lehrer ein, die sich noch heute gern an Gerhard Schröder erinnern, der sie einst, äußerst uncharmant, in einer Schülerzeitung als „faule Säcke“ bezeichnet haben soll – ein Ausdruck, der irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint, weil man kaum noch eines Sacks ansichtig wird.

Fleischfressende Pastoren werden rar

Wir erwähnen die heiligen Kühe nur, weil die folgenden Zeilen unserer Agrarministerin Barbara Otte-Kinast gewidmet sind. Die habe, so zürnt Grünen-Landtagschefin Anja Piel, „ganze Berufsgruppen“ in Niedersachsen verunglimpft, nämlich Lehrer und Lehrerinnen und Pastoren und Pastorinnen. Deshalb müsse der Ministerpräsident einschreiten. Angeblich habe die Ministerin gesagt, dass man das „Vermitteln des Bildes der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit“ keinesfalls nur den Lehrern überlassen sollte, weil die meisten von ihnen ohnehin Vegetarier seien. Die Ministerin bestreitet, das in dieser Kürze so gesagt zu haben. Aber lustig ist die Logik auch ohne Bestätigung der Ministerin. Und in der Kirche lasse man oft „auch kein gutes Haar an den Landwirten“, soll die Ministerin noch gesagt haben. In der Tat nimmt die Zahl der fleischfressenden Pastoren ab, wie eigene Untersuchungen ergeben haben. Dabei wird in den Kirchen selbst in glühender Hitze gern ums Goldene Kalb getanzt, wie es in der Bibel überliefert ist. Doch das steht auf einem anderen Blatt.

BWarum hat Bremen 125 ortsfeste Sonnenuhren?

Die glühende Hitze haben wir nur angeführt, um hier auf das nationale Thema der Woche zu kommen, das uns viele neue Erkenntnisse beschert hat. Etwa die, dass die wunderschön verschuldete Hansestadt Bremen eine Stadt mit mindestens 125 „ortsfesten“ Sommeruhren ist, von denen die „Mittagskanone“ im Focke-Museum wohl das originellste Exemplar sein dürfte. Sie ist vermittels einer Linse, die das Licht wie ein Brennglas auf dem Zünder einer kleinen Kanone bündelt, in der Lage, einen Böllerschuss auszulösen. Zur Mittagszeit. Damit jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat.

Baggern ohne Sinn und Verstand

Das kann man von den benachbarten Hamburger Pfeffersäcken nicht sagen, die sich mit dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Anfang der Woche um einen nutzlosen Knopf versammelt haben, um ihn auf Zuruf niederzudrücken. So sollte der „Startschuss“ zur Elbvertiefung gesetzt werden. Die Naturschutzbünde servierten dazu Passendes: Toten Stint mit Elbwasser im Sektglas. So wird die gute, alte Elbe weiter ausgebaggert. Ohne Sinn und Verstand. Und dazu mit der Ankündigung, dass auch diese „Fahrrinnenanpassung“ angesichts immer größerer Schiffe nicht ausreichen wird. Ein Jammer.

Von Michael B Berger

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