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Der Norden Neue Corona-Regeln: Grundschüler in Niedersachsen können ab sofort zu Hause bleiben
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Corona: Grundschüler in Niedersachsen können ab Donnerstag zu Hause bleiben

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09:26 21.01.2021
Ministerpräsident Stephan Weil äußert sich Corona-Maßnahmen.
Ministerpräsident Stephan Weil äußert sich Corona-Maßnahmen. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Hannover

Nach den gestrigen Bund-Länder-Beschlüssen zu einem schärferen Vorgehen in der Corona-Pandemie sollen in Niedersachsen die Grundschüler im Wechselunterricht bleiben – aber die Präsenzpflicht wird bis Mitte Februar ausgesetzt. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwochvormittag angekündigt. „Wir haben uns darauf verständigt, dass die bisherige Beschlussvorgabe restriktiver gehandhabt werden soll als bisher“, sagte Weil. So werde ein „gutes Bildungsangebot mit der Entscheidung von Eltern, wie sie ihre Verantwortung für ihre Kinder wahrnehmen können“, verbunden. Familien könnten so für sie passende Lösungen finden. „Damit sind wir absolut im Korridor dessen, was wir gestern vereinbart haben“.

„Eltern sollen guten Gewissens entscheiden können“

„Ich halte es ausdrücklich für richtig, dass ein Schulbesuch für Grundschülerinnen und Grundschüler weiterhin möglich ist“, betonte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Für Schüler der Klassen eins bis sechs soll es weiter eine Notbetreuung geben. Aber die Zahl der in den Klassen anwesenden Schüler werde so reduziert. Tonne sprach bei der Entscheidung von einem „Ringen, was im Widerstreit unterschiedlicher Interessen möglich ist“. Die mögliche Befreiung vom Präsenzunterricht gelte auch für Förderschulen mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ sowie für Abitur- und Abschlussklassen, die derzeit ebenfalls im Wechselunterricht sind.

„Es ist kein Appell in die eine oder andere Richtung“, machte Tonne klar. Weil ergänzte, dass alle Eltern ihre Entscheidung guten Gewissens treffen können sollten. Das Land rechnet mit einer Reduzierung der Schülerzahl in den Klassen um 75 Prozent. Klausuren sollen aber weiter verbindlich sein, davon können Eltern ihre Kinder nicht befreien.

Die Unterlagen sollen noch heute an die Schulen rausgehen, bis Freitag sollen die Rückmeldungen der Eltern möglichst vorliegen. Die betreffenden Schüler könnten aber bereits ab Donnerstag zu Hause bleiben, erläuterte Tonne. Um Planbarkeit herzustellen, sollen Eltern einmal für die kommenden drei Wochen eine Entscheidung treffen. In Kitas bestehe kein Anpassungsbedarf, sie sind in Niedersachsen geschlossen mit Notbetreuung.

„Standard der OP-Maske“

Auch in Niedersachsen soll künftig eine erweiterte Maskenpflicht gelten. „Wir haben uns auf den Standard der OP-Maske verständigt“, betonte Weil. Sei sei gut verwendbar, reichlich vorhanden und preiswert. Diese OP-Masken sollen in Bussen und Bahnen und im Handel getragen werden. FFP2-Masken seien aber auch möglich.

Bei den Kontaktbeschränkungen gibt es keine Änderungen, hier gilt weiter das Prinzip Ein Haushalt plus eine Person. Religionsgemeinschaften müssen künftig Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen vorher anmelden. „Wir haben immer wieder größere Ausbrüche nach Treffen von kleineren Religionsgemeinschaften“, sagte Weil.

Dienstag haben Bund und Länder in einer Corona-Schalte erneut über die Pandemie-Maßnahmen entschieden. Der Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert und das Homeoffice soll ausgeweitet werden.

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„Infektionszahlen bis Mitte Februar drücken“

Am Mittwochmorgen hatte Weil schon im ARD-Morgenmagazin geäußert, er gehe davon aus, dass die neuen Beschlüsse ausreichen, um die Infektionszahlen bis Mitte Februar unter den Inzidenzwert von 50 zu drücken. Der landesweite Inzidenzwert lag für Niedersachsen am Mittwoch bei 99,9.

Von RND/sap/jok/afa