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Der Norden Corona-Anstieg: Niedersachsen verzichtet auf weitere Lockerungen im Oktober
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Corona: Niedersachsen verzichtet auf Lockerungen im Oktober

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12:44 30.09.2020
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, hat am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie informiert. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

In Niedersachsen wird es im kommenden Monat wegen ansteigender Infektionszahlen keine weiteren Lockerungen der Corona-Regeln geben, wie noch vor vier Wochen vorgesehen. In manchen Bereichen wird es sogar Einschränkungen geben, wenn die Infiziertenzahlen weiter steigen.

Wie stark diese Einschränkungen in Niedersachsen ausfallen werden und ob sie möglicherweise noch über die bundesweit beschlossenen hinausgehen werden, darüber will die niedersächsische Landesregierung in dieser Woche entscheiden. Erst Mitte September hatte die Landesregierungen viele Regeln gelockert, indem sie etwa wieder Zuschauer zu Fußballspielen zuließ. Ob diese Lockerungen Bestand haben werden, wird ebenfalls Gegenstand der Diskussionen der Landesregierung sein. Erste Konsequenzen deuteten sich am Mittwoch an: Discos und Clubs bleiben wohl zu.

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Am Dienstag haben sich Vertreter von Bund und Ländern zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen, über deren Inhalt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Abend berichtete. So wird es bei steigenden Zahlen erstmals eine Obergrenze auf 25 Personen für Feiern geben, die in Privaträumen stattfinden.

Merkel: Anstieg ist Grund zur Beunruhigung

Sie sollen künftig in ganz Deutschland auf 25 Personen begrenzt werden, wenn die Coronainfektionen den Inzidenzwert von 50 Personen auf 100.000 Einwohner überschritten werden.

Weitere Neuerung: Wer einen falschen Namen in einer Gaststätte hinterlässt, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Dienstag in Berlin, der zum Teil sehr deutliche Anstieg der Infiziertenzahlen sei Grund zur Beunruhigung. Mit den richtigen Maßnahmen könne man sich der Pandemie aber entgegenstellen – sofern die Menschen im Land bereit seien, den Regeln zu folgen. Die Prioritäten seien, dass die Wirtschaft am Laufen gehalten werde und Schulen und Kitas soweit wie möglich offen blieben.

Da es im Herbst und Winter mehr Veranstaltungen in geschlossenen Räumen geben werde, könne das Lüften die billigste und effektivste Maßnahme sein, um sich zu schützen, betonte Merkel. Sie kündigte ein Förderprogramm für Belüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden an - in Aulen von Schulen etwa. Jene, die in Restaurants die Zettel mit den Kontaktdaten falsch ausfüllen, müssen künftig mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen.

Corona-Hotspots in NRW und Bayern

Verfolgt werde eine „Hotspot-Strategie”, wonach regional spezifisch gehandelt werden solle. Wenn mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen festgestellt würden, dann sollten an Veranstaltungen in angemieteten oder öffentlichen Räumen nicht mehr als 25 Teilnehmer teilnehmen. Im Privaten werde dringend empfohlen, dann nicht mehr als zehn Personen einzuplanen.

In Deutschland sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen wieder stark gestiegen. Allein am Dienstag verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) 2.089 neue Ansteckungen. Damit wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 287.000 Corona-Infektionen registriert. 9.471 Todesfälle gab es im Zusammenhang mit dem Virus.

Als rot gekennzeichnete Corona-Hotspots registrierte das RKI am Dienstag die Städte Hamm und Remscheid (Nordrhein-Westfalen) sowie den Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern. Dort gab es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner. In den Tagen zuvor waren auch München und der Bezirk Berlin-Mitte als Hotspot gekennzeichnet, dort lag die Zahl der Infektionen am Dienstag wieder unter der Marke von 50.

Von RND/lni