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Der Norden Spahn in Hannover: „Schritt für Schritt in eine neue Normalität“
Nachrichten Der Norden Spahn in Hannover: „Schritt für Schritt in eine neue Normalität“
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16:34 28.04.2020
„Der Maßstab ist das Infektionsrisiko“: Jens Spahn. Quelle: Michael Kappeler/dpa
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Hannover

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben weitere Lockerungen bei den Corona-Regeln ins Aussicht gestellt, ohne dabei aber ins Detail zu gehen. Wichtig sei ein schrittweises Vorgehen, sagte Spahn bei seinem Besuch in Hannover am Dienstag. Zunächst nahm der Minister an der Kabinettssitzung der niedersächsischen Landesregierung teil, am frühen Nachmittag besuchte er gemeinsam mit Weil die Medizinische Hochschule in Hannover. Am Donnerstag wollen die Ministerpräsidenten der Länder gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten.

Gesucht: eine neue Normalität

Spahn und Weil sprachen von einer „neuen Normalität“, an die sich die Menschen gewöhnen müssten. Es sei in den vergangenen Wochen gelungen, eine Überforderung des Gesundheitssystems in Niedersachsen und in Deutschland zu verhindern, sagte Weil. „Jetzt aber stehen wir am Anfang einer neuen Phase.“

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„Wir brauchen eine Perspektive“, sagte Weil, dies gelte für alle Bereiche: für den Handel, für den Tourismus, für die Gastronomie, aber auch für die Kinder. Sein Gefühl sei, dass die Politik weitere Lockerungen anbieten könne, wenn alle auf Abstand und die Hygienevorschriften achteten. Umso restriktiver müsse der Staat aber einschreiten, wenn dies nicht der Fall sei.

Schritt für Schritt in den Alltag

Spahn betonte, dass der Weg in einen neuen Alltag nur schrittweise erfolgen könne. „Der Maßstab ist immer, das Infektionsrisiko gering zu halten“, sagte er. Darum werde alle zwei, drei Wochen überprüft, welche Folgen eine Lockerung der Corona-Auflagen gehabt habe. „Im Zweifel sollten die Schritte klein sein, dafür aber das Risiko minimieren, wieder zurückgehen zu müssen. Das wäre noch schlimmer“, sagte Spahn. Wichtig sei, dass die Entscheidungen nachvollziehbar seien, damit die Akzeptanz bei den Bürgern erhalten bleibe. Weil sagte, er erwarte noch keine weitreichenden Ergebnisse von den Beratungen mit der Kanzlerin am Donnerstag. Das werde vermutlich in der Woche darauf der Fall sein.

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Nach seinem Besuch in der MHH zählte Spahn die aus seiner Sicht wesentlichen Gründe auf, aus denen Deutschland bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen sei. „Wir haben gute Testkapazitäten“, sagte Spahn, zudem könnten sechs von sieben Covid-19-Patienten ambulant behandelt werden, wodurch sich die Kliniken auf die schweren Fälle konzentrieren könnten. „Wir haben eine hohe Zahl an Intensivbetten, und wir haben in Deutschland exzellente Wissenschaftler, die auch international gut vernetzt sind.“ So werde das Wissen über das Virus jeden Tag erweitert.

„Sind Sie krank, gehen Sie ins Krankenhaus“

Die Kliniken sollten sich nun auf einen neuen Alltag einrichten, sagte Spahn, und nach und nach wieder Kapazitäten für geplante Operationen schaffen. „Wenn eine Knie-OP oder einer Tumor-OP verschoben wird, ist das auch mit körperlichen und seelischem Leid verbunden“, sagte Spahn. „Wichtig ist mir das Signal an die Patienten: Wenn Sie krank sind, gehen Sie ins Krankenhaus.“ In den vergangenen Wochen sei die Zahl der Schlaganfallpatienten und Patienten mit Herzinfarkten spürbar gesunken – „da stellt man sich schon die Frage: Wo sind die geblieben?“

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Von HAZ

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