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Der Norden Verwaltungsmitarbeiter lassen sich impfen: Ostfriesischer Klinikverbund in der Kritik
Nachrichten Der Norden

Diskussion um Impfungen in Verwaltung von ostfriesischen Kliniken

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07:57 04.02.2021
Der Haupteingang der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Die Verteilung von Impfungen gegen das Coronavirus hat an den Kliniken in Aurich, Norden und Emden in Ostfriesland für Diskussionen gesorgt.
Der Haupteingang der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Die Verteilung von Impfungen gegen das Coronavirus hat an den Kliniken in Aurich, Norden und Emden in Ostfriesland für Diskussionen gesorgt. Quelle: picture alliance / Carmen Jasper
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Emden

Die Corona-Impfstoffverteilung an den Kliniken in Aurich, Norden und Emden in Ostfriesland hat für Diskussionen gesorgt: Da beim Impfstart in den Häusern Anfang Januar am Ende des ersten Tages noch Impfdosen übrig waren, hatten sich auch kurzfristig verfügbare Mitarbeiter aus dem Verwaltungsbereich der Kliniken impfen lassen, darunter auch ein Geschäftsführer, wie der Klinikverbund am Mittwoch in einer Stellungnahme mitteilte. „Dies taten wir, um den kostbaren Impfstoff nicht entsorgen zu müssen“, teilte der Verbund mit. Zunächst hatte der NDR berichtet.

Durch den kurzfristigen Start der Impfaktion hätten am ersten Tag die Anmeldungen der Klinikmitarbeiter aus den für die Impfung priorisierten Gruppen noch nicht vollständig vorgelegen, teilte der Klinikverbund mit. Als dann noch Impfstoff übrig war und weitere für die Impfungen registrierte Mitarbeiter nicht erreichbar waren, seien auch Angestellte mit weniger Patientenkontakt geimpft worden. Die Geschäftsführung entschuldigte sich in einem offenen Brief, dass womöglich bei Beschäftigten so ein Eindruck der Vorteilsnahme entstanden sei.

„Umfassende Aufklärung“ gefordert

Diese Impfungen hätten nicht zur Folge gehabt, dass impfwilliges Pflege- oder Ärztepersonal nicht geimpft wurde, hieß es. Wie der Verbund mitteilte, sind bislang 383 Beschäftigte geimpft worden, die vor allem auf Intensiv- und Isolierstationen oder in Notaufnahmen arbeiten. Zu dem Klinikverbund gehören die Ubbo-Emmius-Kliniken in Aurich und Norden sowie das Klinikum Emden.

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Emder Rat, Bernd Renken, forderte am Mittwochabend laut Mitteilung eine „umfassende und gründliche Aufklärung über den gesamten Vorgang“. Der Sprecher der Geschäftsführung, Claus Eppmann, müsse in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung umfassend Stellung nehmen. Der Emder Rat und der Auricher Kreistag als Gesellschafter sollen über die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung informiert werden und über mögliche Konsequenzen beraten, so Renken

Von RND/lni