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Der Norden Nach EuGH-Urteil: Philologen fordern Arbeitszeiterfassung für Lehrer
Nachrichten Der Norden Nach EuGH-Urteil: Philologen fordern Arbeitszeiterfassung für Lehrer
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17:06 16.05.2019
Arbeiten Lehrer zuviel? Aufschluss darüber kann nur eine Arbeitszeiterfassung bieten. Dafür sei es höchste Zeit, findet der Philologenverband. Quelle: Jochen Lübke/dpa
Hannover

Nach dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach Unternehmen zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet sind, hat der Philologenverband seine Forderung nach einer verbindlichen Erhebung der Lehrerarbeitszeit bekräftigt. Überstundenschutz müsste auch für Pädagogen gelten, sagt der Philologenchef Horst Audritz. „Die bisherige Weigerung des Landes, Arbeitszeitdaten zu erheben, wird unter diesen neuen Voraussetzungen nicht haltbar sein.“

57 Prozent der Lehrer machen Überstunden

Durch die Erhebung der Lehrerarbeitszeit könne die arbeitszeitliche Überlastung vieler Lehrkräfte stichhaltig dokumentiert und eindeutige Verletzungen arbeitszeitrechtlicher Vorschriften nachgewiesen werden, sage Audritz. Alle Untersuchungen hätten ergeben, dass Lehrer – auch unter Berücksichtigung der Ferien – mehr arbeiten als die vorgeschriebenen 40 Wochenstunden. Das vom Land eingesetzte Expertengremium zur Arbeitszeit sei 2018 zu dem Schluss gekommen, dass 17 Prozent der Lehrkräfte in Vollzeit während der Schulzeit sogar dauerhaft die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche überschreiten. Rund 76 Prozent aller Lehrkräfte arbeiteten an Wochenenden. Laut Bericht leisten 57 Prozent der Pädagogen Mehrarbeit. Das sei ein untragbarer Zustand, findet Audritz.

Von Saskia Döhner

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