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Der Norden Europawahl: In Niedersachsen jubeln nur die Grünen
Nachrichten Der Norden Europawahl: In Niedersachsen jubeln nur die Grünen
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06:35 27.05.2019
Die Niedersachsen haben gewählt und den GroKo-Parteien herbe Verluste beschert. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Hannover

CDU und SPD in Niedersachsen haben bei der Europawahl deutliche Verluste erlitten. Beide Parteien fuhren am Sonntag laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erhebliche Verluste ein. Die CDU wurde demnach mit 29,9 Prozent stärkste Kraft (minus 9,5 Prozentpunkte). Die SPD kann mit etwa 20,9 Prozent rechnen, etwa 11,6 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.

Ähnlich wie auf Bundesebene legten die Grünen in Niedersachsen immens zu und überholten die SPD. Sie können mit 22,6 Prozent rechnen, nachdem die Grünen vor fünf Jahren auf 10,9 Prozent gekommen waren. Die AfD kam auf 7,9 Prozent, die FDP erreichte 5 Prozent.

Weil: „Einer der schlimmsten Abende der SPD-Geschichte“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wertete den Einbruch seiner Partei auf Bundes- und Landesebene als schmerzhaften Tiefschlag. Es handele sich um einen der schlimmsten Abende in der SPD-Geschichte, sagte der SPD-Landeschef im NDR-Fernsehen. „Das ist ein schlimmer Abend, das ist ein trauriger Abend.“ Weil bekräftigte, dass er nicht auf die bundespolitische Ebene und an die SPD-Spitze in Berlin wechseln wolle. „Ich arbeite fürchterlich gerne als Ministerpräsident und möchte das auch gerne weiterhin tun.“

Enttäuschung für Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): „Einer der schlimmsten Abende der SPD-Geschichte“. Quelle: Peter Steffen/dpa

Auch der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann zeigte sich unzufrieden. „Das Wahlergebnis der CDU kann uns in keinster Weise zufriedenstellen, das war nicht unser Anspruch“, sagte Althusmann der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. „Wir müssen einräumen, dass wir mit unseren Themen Freiheit, Wohlstand, Sicherheit so nicht durchgedrungen sind.“ Vernachlässigt worden sei die Klimafrage.

Grüne: „Ein sensationelles Ergebnis, das viel Verantwortung bedeutet“

Die Grünen reagierten hocherfreut auf die Hochrechnungen auf Bundes- und den Trend auf Landesebene. „Wenn sich die Hochrechnungen bestätigen, ist das ein sensationelles Ergebnis, das viel Verantwortung bedeutet. Wir haben unser Ergebnis annähernd verdoppelt und sind damit der klare Wahlgewinner - auch in Niedersachsen“, sagten die beiden Parteivorsitzenden Anne Kura und Hans-Joachim Janßen nach Angaben der Grünen.

„Das ist hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, reagierte der FDP-Landesvorsitzende Stefan Birkner. Der Landesverband werde mit dem derzeitigen Landtagsabgeordneten Jan-Christoph Oetjen künftig wohl einen Vertreter im Europäischen Parlament haben. AfD-Chefin Dana Guth zeigte sich angesichts von voraussichtlichen 8 Prozent für ihre Partei zufrieden.

Mehr Niedersachsen an der Wahlurne

Rund 6,3 Millionen Menschen konnten am Sonntag in Niedersachsen über die künftige Besetzung des EU-Parlaments mitentscheiden. Darunter waren 284.000 in Niedersachsen lebende EU-Ausländer. Die Wähler konnten sich zwischen 40 Parteien entscheiden. 106 Kandidaten aus Niedersachsen bewarben sich für ein Mandat in Brüssel und Straßburg, zurzeit kommen 10 EU-Abgeordnete aus dem Land. Die Wahlbeteiligung lag vermutlich höher als 2014, als 49,1 Prozent der Wahlberechtigten in Niedersachsen ihre Stimme abgegeben hatten.

Auch in vielen Kommunen standen Entscheidungen an: In 87 Städten, Gemeinden und Landkreisen wurden Bürgermeister oder Landräte gewählt. In Wilhelmshaven wurde in einer Stichwahl über den neuen Oberbürgermeister entschieden.

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Von RND/lni

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