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Der Norden Mutmaßlicher Kinderschänder gesteht teilweise – und taucht dann unter
Nachrichten Der Norden Mutmaßlicher Kinderschänder gesteht teilweise – und taucht dann unter
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19:33 12.08.2019
Die Polizei sucht nach dem mutmaßlichen Kinderschänder Eric J. aus Göttingen. Quelle: Collage/dpa/LKA Niedersachsen
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Göttingen

Bei der internationalen Suche nach dem mutmaßlichen Kinderschänder Eric J. aus Göttingen haben sich bei Polizei und Staatsanwaltschaft erste Zeugen gemeldet. „Es gibt seit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung 35 Hinweise aus der Bevölkerung auf den möglichen Aufenthaltsort des 58-Jährigen“, sagte am Montag der Göttinger Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue. Sie seien aus Deutschland und aus der Schweiz gekommen und „werden jetzt mit Hochdruck ausgewertet“. Seit dem 9. August sucht das Landeskriminalamt mit einem Foto nach dem Mann.

Missbrauchte Kinder stammen aus dem familiären Umfeld

Fahndung nach Eric J. aus Göttingen Quelle: Landeskriminalamt Niedersachsen

Der 58-Jährige soll fünf Jahre lang zwei Kinder aus seinem familiären Umfeld schwer sexuell missbraucht haben. Als die sexuellen Übergriffe im Jahr 2011 begannen, waren die Kinder nach Angaben von Oberstaatsanwalt Laue fünf und acht Jahre alt.

„Es handelt sich nicht um den engsten Familienkreis“, sagte Laue. „Es sind nicht seine Kinder und auch nicht seine Enkelkinder.“ Mehr wollte er dazu nicht sagen, es gehe darum, die Opfer zu schützen. J. soll sich bis 2016 an ihnen vergriffen haben. Im Mai 2018 schließlich erstattete eine Rechtsanwältin im Auftrag der Kinder Strafanzeige bei der Göttinger Polizei.

Eric J. ist seit mehr als einem Jahr auf der Flucht. Seitdem suchten Zielfahnder der Polizei erfolglos nach dem Mann. Seit Juli 2018 gibt es einen internationalen Haftbefehl. Möglicherweise hält sich Eric J. in Süddeutschland oder in den angrenzenden Ländern auf. Zuletzt wurde er im November 2018 in Lörrach an der Grenze zur Schweiz gesehen.

Eric J. hat die Taten teilweise gestanden

Dass Eric J. untertauchte, hat die Ermittler überrascht. Der heute 58-Jährige habe die Taten in einer Vernehmung kurz nach der Anzeige im Mai 2018 teilweise gestanden. Er hatte einen Wohnsitz, einen Arbeitsplatz und soziale Bindungen. Es habe daher kein Grund für eine Untersuchungshaft bestanden. Kurz nach seiner Vernehmung verschwand Eric J. dann aber von der Bildfläche.

Oberstaatsanwalt: „Wir sind nicht untätig gewesen“

Die Staatsanwaltschaft weist den Vorwurf der Untätigkeit zurück. Er war aufgekommen, weil die Ermittler erst ein Jahr nach dem Untertauchen beim Amtsgericht Göttingen einen Antrag auf Öffentlichkeitsfahndung nach Eric J. gestellt hatten.

Laue sagte dazu, Zielfahnder seien dem Mann ein Jahr lang konsequent auf den Fersen gewesen. Man habe unter anderem Handy- und Kontodaten ausgewertet. „Eine öffentliche Fahndung ist erst dann möglich, wenn alle anderen Mittel keinen Erfolg mehr versprechen.“

Kritik gab es auch, weil zwischen der Beschluss des Amtsgerichts zur Öffentlichkeitsfahndung aus dem Juli erst am 9. August umgesetzt wurde. Die Polizei in Göttingen begründet das mit einer Reihe von Vorbereitungen, die man vor Veröffentlichung des Fotos habe treffen müssen. So habe man unter anderem für den Fall, dass Eric J. aufgespürt wird, vorbereitet sein müssen auf „eine schnelle, erfolgreiche Ergreifung des Gesuchten“. Zudem habe man die Veröffentlichung des Fotos zwischen Landes- und Bundeskriminalamt abstimmen müssen.

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Von Karl Doeleke und Christoph Oppermann