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Der Norden Krabbenfischer legen Zwangspause ein
Nachrichten Der Norden Krabbenfischer legen Zwangspause ein
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16:14 25.04.2019
Sechs Wochen Fangpause im Mai und Juli: Die Krabbenfischer verdienen in dieser Zeit kein Geld. Quelle: Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Dornum

Krabbenfischer in Norddeutschland müssen eine Fangpause einlegen – denn die Tiefkühllager der Großhändler sind voll. Ende Mai und Ende Juli bleiben die Kutter für insgesamt sechs Wochen in den Häfen, kündigte Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer in Dornum (Landkreis Aurich) am Donnerstag an. Nach Rekordfängen im vergangenen Jahr seien die Lager voll und der Markt gesättigt.

Volle Netze im Herbst

„Der letzte Herbst war sehr gut, da ist viel gefangen worden“, sagte Sander. Allein in Niedersachsen fingen die Fischer rund 8000 Tonnen Nordseekrabben. Auch dieses Frühjahr habe gut angefangen. Mitte April ordneten die Großhändler Sander zufolge dann einen Abnahmestopp an; sie wollen zunächst ihre Lagerbestände abbauen. Für die rund 200 Krabbenfischer sei die Fangpause eine „gewaltige Gefahr“, sagte Sander. Sie verdienten dann kein Geld.

Noch bis in das vergangene Jahr hinein hatten die Krabbenfischer zunächst von Rekordpreisen profitiert. Krabbenbrötchen waren ein Luxussnack geworden und kosteten teils mehr als zehn Euro. Grund waren damals die geringen Fänge – woran Krabbenfischern zufolge vor allem der Wittling schuld war. Die Fische, die sich massenhaft vermehrt hatten, haben die die kleinen Nordseegarnelen weggefressen, bevor sie groß genug für die Netze der Kutter waren, hieß es.

Preise für Krabben sind gefallen

Dann aber ließen ergiebige Fänge im Herbst 2018 die Erzeugerpreise innerhalb weniger Wochen von neun auf drei Euro je Kilogramm fallen. Wegen großer Lagerbestände schränkten die Fischer bereits da ihre Fänge ein. In Deutschland gehen pro Jahr durchschnittlich 10 000 bis 14 000 Tonnen Nordseekrabben in die Netze.

Von Sonja Wurtscheid