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Der Norden Totes Elefantenbaby aus dem Osnabrücker Zoo wird in Hannover obduziert
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Hannover: Totes Elefantenbaby aus dem Osnabrücker Zoo wird obduziert

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16:19 17.02.2021
Mit einer Flasche führten die Zoomitarbeiter das Jungtier an die Zitzen der sedierten Mutter Sita, doch dort war Schluss. Die wichtige Muttermilch, die auch vor Krankheiten schützt, wollte er an der Brust seiner Mutter nicht trinken. Quelle: Zoo Osnabrück/Lisa Simon
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Osnabrück/Hannover

Nach dem Tod eines nur wenige Tage alten Elefantenbabys im Osnabrücker Zoo soll das Tier nun obduziert werden. Der Leichnam sollte am Mittwoch zur Tierärztlichen Hochschule Hannover gebracht werden, sagte eine Zoosprecherin. Der am vergangenen Donnerstag zur Welt gekommene Elefantenbulle wurde am Dienstag vom Zoo Osnabrück eingeschläfert. Er wollte nicht trinken und wurde immer schwächer. „Am Ende wollten wir ihn von seinen Leiden erlösen“, sagte die Zoosprecherin.

Eine Handaufzucht mit der Flasche sei bei asiatischen Elefanten sehr problematisch. In den Fällen, in denen es von anderen Zoos versucht wurde, hätten die Elefanten entweder später Stoffwechselkrankheiten wie etwa Leberschäden bekommen oder Knochenprobleme entwickelt, erklärte die Sprecherin. „Handaufzuchten mit der Flasche sind generell schwierig, nicht nur, weil die Milch nicht die Muttermilch ist, sondern auch wegen der Sozialisation der Tiere.“ Es bestehe die Gefahr, dass sich die vom Menschen geprägten Tiere nie richtig in die Herde integrieren.

Peta fordert ein Ende der Elefantenzucht in Zoos – und ein Importverbot

Der kleine Elefant war die Erstgeburt von Mutter Sita. Sie habe ihr Kind berüsselt und wollte ihm auch die Zitze geben, das Junge wollte aber nicht trinken, hieß es. Auffallend sei das Verhalten der Herde gewesen, die nach der Geburt kein Interesse an dem Tier zeigte. Möglicherweise hätten die Tiere instinktiv gemerkt, dass das Neugeborene krank war und keine Lebenschance hatte, vermuten die Zooexperten. Erst im Dezember gab es in dem Zoo Elefantennachwuchs: Das Jungtier Yaro entwickelt sich den Angaben zufolge sehr gut.

Unterdessen forderte die Tierrechtsorganisation Peta ein Ende der Elefantenzucht in Zoos und ein Importverbot. „Aufgrund der extrem unnatürlichen Haltungsbedingungen sterben immer wieder Jungtiere durch Krankheiten und Unfälle oder werden von ihren eigenen Müttern getötet oder verstoßen“, teilte die Organisation mit. Auswilderungen der Zootiere und Elefantenschutz in Afrika und Asien seien besser für die Tiere.

Von RND/lni