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Der Norden Schon 153 Motorradunfälle in der Region Hannover
Nachrichten Der Norden Schon 153 Motorradunfälle in der Region Hannover
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08:10 30.07.2019
Bei Neustadt kam im Juni ein 31-jähriger Motorradfahrer ums Leben, als er während eines Überholmanövers mit einem Bus kollidierte. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Die Zahl der Motorradunfälle ist in weiten Teilen Niedersachsens im ersten Halbjahr 2019 gestiegen. Vor allem in den bei Bikern beliebten Regionen wie dem Harz, Solling und Weserbergland sind nach vorläufigen Polizeistatistiken mehr Motorradfahrer verunglückt als im ersten Halbjahr 2018. Allein in der Region Hannover hat es 153 solcher Unfälle gegeben, das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (149). Ein Motorradfahrer kam bislang ums Leben, 18 wurden schwer verletzt. Hauptursache sei überall in Niedersachsen die nicht angepasste Geschwindigkeit, sagt die Polizei. In der Region Hannover hatte ich erst am Sonnabend ein schwerer Motorradunfall bei Schillerslage ereignet. Der Fahrer stürzte in einer Kurve und kam in ein Krankenhaus.

Im Landkreis Goslar gab es den Angaben zufolge bis Ende Juni 55 Unfälle. Die Region im Harz ist bei Motorradfahrern aus Nord- und Mitteldeutschland wegen vieler kurviger Strecken beliebt. 17 Menschen wurden dort schwer verletzt. Im Vergleich mit den ersten sechs Monaten 2018 ist auch hier die Zahl der Motorradunfälle leicht gestiegen.

Auch Weserbergland stark betroffen

Besonders betroffen ist auch das Weserbergland: Im Kreis Schaumburg werde die Zahl von 42 Unfällen im ersten Halbjahr 2018 deutlich übertroffen werden, sagte ein Sprecher. Genaue Zahlen gab es nicht. Gezählt wurden ein Toter und rund 30 Schwerverletzte. Auf 61 Motorradunfälle mit 20 Schwer- und 25 Leichtverletzten kam die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden. Im Kreis Northeim, in dem Teile des Sollings liegen, gab es zwei Tote und rund 20 Verletzte. Einen toten und etwa 50 verletzte Biker registrierte die Polizeiinspektion Göttingen.

Häufig ist überhöhte Geschwindigkeit Auslöser der Unfälle. Quelle: Archiv

Häufigste Unfallursache: zu hohes Tempo

Die häufigste Unfallursache sei nach wie vor zu hohes Tempo, sagt der Sprecher der Polizei Goslar. Auch deshalb setze die Polizei im Harz immer wieder Kontrollen an. Dabei waren 2018 an einzelnen Wochenenden teils mehrere Hundert Raser geblitzt worden. Den absoluten Negativ-Rekord stellte ein Biker auf, der mit Tempo 231 auf einer Bundesstraße unterwegs war.

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass Polizei und Rettungskräfte in Niedersachsen an Unfallstellen immer häufiger mit Gaffern zu tun haben. Vor allem Beamte, die auf Autobahnen im Einsatz seien, berichteten von filmenden oder fotografierenden Schaulustigen nach Unfällen, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Zählte die Kriminalstatistik landesweit 2017 noch 747 Fälle, waren es im vergangenen Jahr schon 857. Dabei macht sich strafbar, wer an Unfallorten filmt oder Fotos macht. Seit 2014 drohen eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe – allerdings gilt dies nur, wenn es sich bei den Unfallopfern um lebende Personen handelt.

Gesetzesinitiative gegen Gaffer stockt

Tote wurden beim Paragrafen 201a des Strafgesetzbuches übersehen. Deshalb macht sich Niedersachsen seit mehr als einem Jahr mit anderen Bundesländern dafür stark, auch diese Lücke zu schließen. Doch die Initiative hängt im Bundestag fest: „Das ist aus niedersächsischer Sicht mehr als unbefriedigend“, sagt Christian Lauenstein, Sprecher des Landesjustizministeriums. Gemeinsam mit Baden-Württemberg hat Niedersachsen erst kürzlich den Bund mit einem Entschließungsantrag dazu gedrängt, „sich mit dem eingebrachten Gesetzesentwurf unverzüglich zu befassen“. Doch seitdem herrscht weiter Stillstand.

Ungeachtet der Gesetzesnovelle testet Niedersachsen weitere Methoden gegen Gaffer: Mitte Juni ein einjähriger Test mit mobilen Sichtschutzzäunen an den Autobahnen 2 und 7 rund um Hannover. Die Zäune sollen auch die von den langsam fahrenden Gaffern verursachten Staus verhindern und die Arbeit der Rettungskräfte und Polizei erleichtern. Zum Einsatz kamen die Barrieren allerdings noch nicht.

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