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Der Norden 335.000 Euro mit Passwortklau ergaunert – Ermittler heben Betrügerbande aus
Nachrichten Der Norden 335.000 Euro mit Passwortklau ergaunert – Ermittler heben Betrügerbande aus
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18:37 18.10.2019
Die Verdächtigen sollen Bankpasswörter von Privatpersonen gestohlen und so jede Menge Geld gestohlen haben. Quelle: dpa
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Göttingen/Braunschweig/Langenhagen

Eine niedersächsische Betrügerbande hat zahlreiche private Bankkonten gehackt und sich so rund 335.000 Euro ergaunert. Die beiden Hauptverdächtigen stammen aus Langenhagen und Seelze, sie sollen sich vorrangig im Hintergrund um die Geldflüsse gekümmert haben. Zwei weitere Männer kommen aus Achim und Goslar, nach einem fünften wird gefahndet. Die auf Cybercrime und digitale Spuren spezialisierten Ermittler aus Göttingen und Braunschweig waren der international agierenden Bande vor einem Jahr auf die Schliche gekommen.

Der 30-jährige Langenhagener ist Student, sein zwei Jahre jüngerer Komplize aus Seelze Banklehrling. Bei ihren Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Cyberkriminellen überwachte die Polizei im großen Stil Telefon- und Internetanschlüsse der Bande. 100.000 Verbindungen prüften die Beamten, sie verfolgten E-Mails und Zahlungsflüsse. Am Donnerstag folgten die Durchsuchungen in Niedersachsen und Hamburg, dabei wurde eine Immobilie in Goslar gepfändet. Der Bande wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen.

Geld auf Bitcoin-Konten transferiert

Die Mitglieder sollen mit falschen Identitäten mehrere Bankkonten in Deutschland und Auslandskonten der Digitalwährung Bitcoin eröffnet haben. Allein vom Konto eines Opfers transferierte die Bande 120.000 Euro auf die eigenen Depots – die Daten soll der 29-Jährige aus Achim besorgt haben. Im Anschluss sei das Geld binnen Minuten auf Bitcoin-Konten in Litauen, Estland, den USA und Großbritannien transferiert worden, sagt der Göttinger Staatsanwalt Ehsan Kangarani.

Als der Bankkunde den Verlust bemerkte, ließen sich nur noch 20.000 Euro zurückholen, der Rest sei dagegen „ins Nirwana verschwunden“ gewesen. Im Rahmen der Ermittlungen konnten allerdings insgesamt 160.000 Euro der gesamten Beute abgefangen werden, bei der Durchsuchung entdeckte die Polizei zudem weitere 100.000 Euro in bar. Die Männer aus Langenhagen, Seelze und Goslar sitzen in Untersuchungshaft, die beiden Hauptverdächtigen schweigen zu den Vorwürfen.

Beute in Tonstudio investiert

Der Langenhagener soll mit dem Geld teure Geräte für ein professionelles Tonstudio angeschafft haben. Der 30-Jährige und der ursprünglich aus Goslar stammende 28-Jährige aus Seelze hätten sich als Hip-Hop- und Rap-Musiker betätigt, sagt Kangarani. Der Goslarer soll für das „Casting“ weiterer Helfern zuständig gewesen sein. Unter anderem soll er einen 24-Jährigen aus dem Raum Goslar angesprochen haben. Dieser sah einem Passbild auf einem gefälschten österreichischen Ausweis ähnlich. Der 24-Jährige soll die besagten Konten eröffnet haben.

Die Polizei hatte damals die Identität des jungen Mannes ermitteln können. Dieser floh zunächst nach Polen, wurde dort aber später mit einem europäischen Haftbefehl festgenommen. Er muss sich in einem gesonderten Verfahren vor Gericht verantworten. Laut Ermittlern hatte er selbst von dem erbeuteten Geld offenbar nichts abbekommen. Kangarani: „Er war das kleinste Licht in der Geschichte.“

Von Heidi Niemann und Peer Hellerling

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