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Der Norden Nach Drogenrazzia im Gefängnis: Ministerium erklärt seine Kontrollen
Nachrichten Der Norden Nach Drogenrazzia im Gefängnis: Ministerium erklärt seine Kontrollen
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18:01 08.09.2019
Im Gefängnis in Sehnde hat es in einer Zelle ein Feuer gegeben. Quelle: MHZ
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Hannover/Sehnde

Nach einer großangelegten Razzia im Gefängnis in Sehnde bei Hannover wegen möglichen Drogenhandels dauern die Ermittlungen an. Die Untersuchung der am vergangenen Sonntag sichergestellten Gegenstände werde noch eine gewisse Zeit dauern, teilte die Staatsanwaltschaft in Hannover mit. Gegen vier nach der Razzia suspendierte Justizbeamte, 21 Gefangene sowie sechs weitere Personen wird wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit sowie Drogenhandels ermittelt. In zwölf Hafträumen wurden mögliche Drogen, Spritzbesteck oder Streckmittel entdeckt. Auch Medikamente wurden gefunden.

Drogen, gefährliche Gegenstände, Handys – Schmuggel kaum zu stoppen

Drogenhandel und Schmuggel im Gefängnis sind keine neuen Probleme. Ermittlungen gab es in der Vergangenheit auch in Wolfenbüttel und Bremervörde. Deshalb gibt es intensive Kontrollen, wie das Justizministerium mitteilte.

Allein im Juli gab es 6507 Zellenkontrollen in Niedersachsens Gefängnissen. Quelle: Martin Steiner (Archiv)

Allein im Juli gab es landesweit 6507 Kontrollen von Hafträumen. In 13 Fällen wurden Substanzen, die möglicherweise Drogen sind, sichergestellt. In 58 Fällen wurden gefährliche Gegenstände und 13 Handys sichergestellt. Trotz aller Schulungen des Personals, um verborgene Gegenstände zu entdecken, gelangen immer wieder unerlaubte Dinge in die Gefängnisse. Häftlinge bringen sie nach Freigängen trotz Kontrollen mit oder Besucher schmuggeln sie ein.

264 Straftäter gingen nach der Haft in Therapie

Zugleich gibt es in den Justizvollzugseinrichtungen ein großes Beratungsangebot, um Häftlinge mit Drogenproblemen auf eine Therapie nach der Entlassung vorzubereiten. 2018 konnten insgesamt 264 Gefangene unmittelbar im Anschluss an die Entlassung aus der Haft in eine stationäre Therapieeinrichtung vermittelt werden. In der Jugendanstalt Hameln gibt es außerdem eine Suchtbehandlungsstation, wo junge Menschen zu einem drogenfreien Leben gebracht werden sollen. In den Haftanstalten gibt es landesweit rund 40 Bedienstete, die mit der Beratung und Betreuung von suchtgefährdeten und suchtabhängigen Gefangenen befasst sind. Sie verfügen über eine entsprechende Qualifikation, wie das Justizministerium erklärte.

Innerhalb des Justizvollzuges sind auch medizinisch begleitete Entgiftungen und Substitutionstherapien möglich. In allen Gefängnissen bieten Ärzte so eine Behandlung an.

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