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Der Norden Was Deutschlands „härtesten Feuerwehrmann“ von anderen unterscheidet
Nachrichten Der Norden Was Deutschlands „härtesten Feuerwehrmann“ von anderen unterscheidet
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12:27 07.09.2019
Joachim Posanz von der Berufsfeuerwehr in Göttingen trägt den Titel „Härtester Feuerwehrmann“. Quelle: Sina Schuldt/dpa
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Göttingen

Joachim Posanz (47) von der Berufsfeuerwehr in Göttingen trägt den Titel „Härtester Feuerwehrmann“. Die Auszeichnung gewann er bei den sogenannten „Firefighter Games“, wo er sich im Sommer gegen 150 Kollegen aus Deutschland und angrenzenden Ländern durchsetzte. Auch den Weltmeistertitel holt Posanz schon. Show-Wettbewerbe sind die Leidenschaft des 47-Jährigen – doch was hat der Alltag eines Feuerwehrmannes damit zu tun?

Herr Posanz, haben Sie in Ihrem Beruf überhaupt noch Angst?

Wenn man Angst in seinem Job hat, dann ist man schon einen Schritt zu weit gegangen. Man sollte sich immer eine ordentliche Portion Respekt aufbewahren und das Risiko abschätzen können. Ich komme eher selten an meine körperlichen Grenzen.

Gibt es denn noch Situationen, wo Sie sagen: „Puh, jetzt erstmal durchatmen“?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin seit über 20 Jahren bei der Berufsfeuerwehr und häufig Angriffstrupp-Führer. Das ist der Trupp, der bei einem Brand vorangeht. Da muss ich mir diesen Respekt vor der Gefahr erhalten und nicht kopflos werden. Und auch mal sagen: Jetzt einen Schritt langsamer, nicht so enthusiastisch vorgehen.

oachim Posanz (47) von der Berufsfeuerwehr in Göttingen trägt den Titel „Härtester Feuerwehrmann“ Deutschlands.

Sie nehmen seit fast 20 Jahren an Wettkämpfen für Feuerwehrleute teil. Was genau haben die mit Ihrem Alltag in Göttingen zu tun?

Die Wettkämpfe sind stark angelehnt an Einsatzsituationen. Wir machen das in kompletter Ausrüstung: Helm, Stiefel, Handschuhe, Atemschutzgerät und teilweise Maske. Die Wettkampfszenarien könnten wir auch im Einsatz haben: Schläuche ausziehen, Personen retten, Etagen hochlaufen, am Ende ein Hochhauslauf in voller Ausrüstung.

Man braucht das „Quäl-Gen“

Was sind denn die wichtigsten Eigenschaften, um den Wettbewerb zu gewinnen?

Die allerwichtigste Eigenschaft ist das „Quäl-Gen“. Über den Punkt hinausgehen, an dem man sagt: „Ich kann eigentlich nicht mehr.“ Das ist wichtigste Eigenschaft - und deswegen kann ich mich auch mit 46 Jahren immer noch ganz vorne tummeln. Das Zweite ist das konsequente Training. Und ein gutes Trainingskonzept, ich hab selbst eins entwickelt, das ist mit der Schlüssel.

Was ist denn die schwierigste Disziplin?

Die schwierigste ist die, die am leichtesten aussieht: Schläuche ausziehen. Am Ende ist es wirklich ein schweres Ziehen, als wenn ich alleine einen Kleintransporter anschiebe, den vor mir her schieben möchte. Die Beine brennen danach schon höllisch.

Im Video: „Deutschlands härtester Feuerwehrmann“

Wie motivieren Sie sich, das durchzuziehen?

Ich glaube, es hat zweierlei Gründe: Man braucht so eine kleine Spur Verrücktheit, man muss Bock haben auf den besonderen Kick beim Sport. Das Zweite ist die Kameradschaft bei den Wettkämpfen. Das gibt es eigentlich bei fast keinem Sport, so ein großes Miteinander. Egal, wo man hin fährt in der Welt, es ist immer das gleiche Feeling.

Nehmen an den Wettbewerben auch Frauen teil?

Als ich angefangen habe, da war an Frauen noch überhaupt nicht zu denken. Selbst bei Männern war viel Skepsis, auch bei den Dienstherren: „Was macht ihr da? Ihr macht euch kaputt.“ Dann kamen immer mehr Wettkämpfe und es ging los, dass die Frauen sich das auch zugetraut haben. Die machen jetzt mit und und müssen genau das Gleiche machen. Die haben eigentlich noch mehr Respekt verdient.

Von RND/Johanna Hering/dpa

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