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Der Norden Wintereinbruch: Wo Obdachlose in Niedersachsen Unterschlupf finden
Nachrichten Der Norden Wintereinbruch: Wo Obdachlose in Niedersachsen Unterschlupf finden
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08:10 23.01.2019
Ein Obdachloser liegt unter einer Eisenbahnunterführung. Die Städte in Niedersachsen halten weiterhin Betten für Obdachlose frei. Quelle: dpa
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Hannover

Die anhaltende Kälte hat Niedersachsen und Bremen derzeit im Griff. Nach wenigen Minuten sind Finger und Füße taub oder die Haut schmerzt von der kalten Luft. Diese Wetterlage ist laut Hans-Peter Reiffen, Landesarzt für Niedersachsen und Bremen bei den Johannitern, besonders für Obdachlose gefährlich. „Es ist sehr kalt und es war die Tage davor sehr nass. Wenn man keine Chance hat, seine Sachen zu trocknen, kühlt man viel schneller aus.“

Noch gibt es Plätze in den Unterkünften für Obdachlose

Dennoch seien die Unterkünfte trotz einer steigenden Anzahl von Obdachlosen nicht überfüllt, heißt es von der Zentralen Beratungsstelle Niedersachsen, die von Diakonie und Caritas getragen wird. „Die Angebote selbst sind gut aufgestellt“, sagte der Leiter der Regionalvertretung Osnabrück, Christian Jäger. Das zeigt auch eine Umfrage unter den Großstädten Niedersachsens und Bremen.

So ist die Lage in Hannover

„In den Notschlafstellen ist die Auslastung angesichts der Kälte stärker gestiegen; derzeit gibt es aber noch ausreichend Plätze“, sagte Stadtsprecherin Michaela Steigerwald über die Situation in Hannover. Sollten alle Plätze belegt sein, könne die Stadt die Kapazität vergrößern. In den Obdachlosenunterkünften, die einer vorübergehenden Unterbringung und nicht nur der Übernachtung dienen, sei die Auslastung durch die Kälte nicht gestiegen: Dort seien schon vorher nur noch wenige Plätze frei gewesen.

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Das ist die Situation in Göttingen

Die Stadt Göttingen hat kein festes Kontingent an Übernachtungsplätzen für Wohnungslose. Dort möchte man die Schlafplätze bewusst allen Menschen anbieten, die bei dem eisigen Wetter spontan in Not geraten. „Wir unterstützen jeden, der bei uns anklopft“, sagte Sprecher Dominik Kimyon. Kapazitätsprobleme fürchte er nicht. „Die Menschen müssen sich natürlich auch helfen lassen wollen“, schränkte er aber ein.

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So sieht es in Wolfsburg aus

Auch in Wolfsburg sind nach Angaben der Stadt ausreichend Schlafplätze vorhanden. Die Obdachlosenunterkunft bietet zwischen 160 und 180 Menschen einen Schlafplatz. Ende Dezember 2018 suchten in Wolfsburg 125 Menschen Schutz. Ende Januar 2019 ist die Zahl fast unverändert, trotz der deutlich kälteren Außentemperaturen.

Auch in Bremen und Braunschweig gibt es noch Plätze

„Es gibt noch freie Plätze und wir nehmen jeden Hilfesuchenden auf“, teilte der Verein für Innere Mission in Bremen trotz steigender Obdachlosenzahlen mit. Sollten die Plätze knapp werden, könne ein ehemaliges Containerdorf mit derzeit 38 Plätzen für Wohnungslose um das Doppelte erweitert werden. Zudem dürfen obdachlose Menschen kostenlos in den Bremer Straßenbahnen mitfahren, um sich aufzuwärmen.

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Rund 73 Prozent der Betten in Braunschweig sind derzeit belegt, hieß es von Seiten der Stadt. Die Zahl der Wohnungslosen im vergangenen Jahr war rückläufig. Lebten Ende 2017 rund 220 Menschen auf der Straße, waren es zum Ende des vergangenen Jahres noch etwa 180. Diese positive Entwicklung erklärt sich Sprecher Rainer Keunecke durch die angebotenen präventiven Hilfen.

Von RND/dpa/ms

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