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Der Norden Steigende Nachfrage nach E-Autos: Viele Kunden warten noch auf Kaufprämie
Nachrichten Der Norden

Kaufprämie für Elektroautos: Jeder vierte Kunde muss sich gedulden

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21:24 14.08.2020
Seit der Bund die Kaufprämie weiter erhöht, steigt die Nachfrage nach Elektroautos deutlich. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Hannover/Berlin

Etwa jeder vierte Erwerber eines Elektroautos wartet noch auf seine Kaufprämie. Von den bis Ende Juli gestellten knapp 235.000 Anträgen auf die Förderung seien erst knapp drei Viertel bewilligt worden, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP im Bundestag. In Niedersachsen sind bisher rund 19.000 Anträge eingegangen. Nach der Erhöhung der staatlichen Förderung habe es im Juli einen Rekord bei den Anträgen gegeben, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag.

Der Umweltbonus soll den Verkauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden ankurbeln. Mit der vor vier Jahren begonnenen Förderung hatte die Bundesregierung ursprünglich das Ziel verfolgt, bis 2020 mindestens eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf die Straßen zu bringen. Der Bund und die Autohersteller teilten sich die Kosten zunächst je zur Hälfte.

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Zuschuss für ein Elektroauto liegt bei maximal 9000 Euro

Anfangs gab es für reine E-Autos insgesamt 4000 Euro und für Plug-in-Hybride 3000 Euro. Im vergangenen November wurde die Förderung erhöht, weil damals weniger als 140.000 Elektrofahrzeuge zugelassen waren. Bis 2030 müssen es jedoch sieben bis zehn Millionen Autos werden, um den Ausstoß von Schadstoffen auf das international vereinbarte Niveau zu senken.

Einen spürbaren Schub bei der Nachfrage gab es erst, als der Bund im Juni seinen Anteil an dem Bonus abermals aufgestockte. Reine Elektroautos werden seither mit bis zu 9000 Euro gefördert, Plug-in-Hybride mit bis zu 6750 Euro. Im Juli wurde die Kaufprämie von fast 20.000 Kunden beantragt. Seit Jahresbeginn ist die Zahl nach Angaben der Bundesregierung insgesamt auf fast 70.000 Anträge gestiegen – ein Plus von knapp 79 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle arbeite mit Hochdruck daran, alle Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten, betonte das Wirtschaftsministerium. Seit dem Start der Förderung vor vier Jahren habe die Behörde etwa jeden zehnten Antrag abgelehnt. Die Gründe dafür seien vielfältig: Wegen der zwischenzeitlich erhöhten Fördersätze hätten manche Autokäufer unzulässigerweise zwei Anträge gestellt. Manchmal sei der Antragsteller nicht der Fahrzeughalter, oder es fehlten bestimmte Angaben oder Unterlagen, um die Anträge bearbeiten zu können.

Von Jens Heitmann