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Der Norden Klinikum hätte Morde früher klären können
Nachrichten Der Norden Klinikum hätte Morde früher klären können
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22:37 29.01.2015
Der Krankenpfleger ist wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs an Patienten angeklagt. Quelle: dpa
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Oldenburg

Ein Kollege habe nach einer Nachtschicht mit dem Mann in einem Patientenzimmer vier leere Ampullen eines Herzmedikaments gefunden, sagte die damals stellvertretende Stationsleiterin am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg. Sie habe diese ihrem Vorgesetzten übergeben. Dieser habe ihr jedoch gesagt, sie solle sich raushalten.

Der Krankenpfleger ist wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs an Patienten angeklagt. Er soll ihnen ein Herzmedikament gespritzt und so zum Teil tödliche Notfälle ausgelöst haben. Vor einem vom Gericht beauftragten psychiatrischen Gutachter hatte er vor Kurzem 90 Taten zugegeben, in bis zu 30 Fällen überlebten die Opfer nicht. Erst als eine Krankenschwester den Pfleger im Sommer 2005 auf frischer Tat ertappte, nahm die Serie ein Ende.

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Der von der stellvertretenden Stationsleiterin geschilderte Vorfall ereignete sich jedoch einige Zeit davor. Der Pfleger hatte bereits zuvor vor Gericht ausgesagt, er hatte die Ampullen etwa einen Monat vor der Festnahme des verdächtigen Kollegen entdeckt. Ob ihr Vorgesetzter die Klinikleitung informiert habe, wisse sie nicht, sagte die stellvertretende Stationsleiterin. Er habe ihr gesagt, das Ganze läge nicht in ihrer Kompetenz. „Ich habe mich sehr darüber geärgert.“

Der Anwalt des Klinikums Delmenhorst sagte, ihm sei der Vorfall nicht bekannt. Das Klinikum selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Dezember gegen den Stationsleiter und fünf andere Klinikmitarbeiter. Sie haben sich möglicherweise des Totschlags durch Unterlassen schuldig gemacht, weil sie Hinweisen auf die Mordserie nicht nachgegangen sind.

29.01.2015
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