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Der Norden Schüler wollen kostenlose Fahrkarten
Nachrichten Der Norden Schüler wollen kostenlose Fahrkarten
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00:15 12.10.2017
Von Saskia Döhner
Kostenlose Bildung ist wichtig:  Birhat Kacar, Vorsitzender des Landesschülerrates. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

"Grüne Tafeln mit Kreide sind Mittelalter", sagte der Vorsitzende des Landesschülerrates, Birhar Kacar, am Montag in Hannover. Insgesamt haben die Schülervertreter zehn Punkte aufgestellt, die ihnen in der Bildungspolitik der nächsten Landesregierung besonders wichtig sind. Rot-Grün habe wichtige Reformen angestoßen, aber die Kultusmininsterin Frauke Heiligenstadt (SPD) stehe nicht für die Schule der Zukunft. Man brauche einen Minister, der die Zukunft verkörpere.

Hauptforderung der Schüler ist die kostenlose Bildung, das heiße die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit und kostenlose Fahrkarten auch für Schüler über 16 Jahre, die in der Oberstufe und in den Berufsbildenden Schulen seien. "Ich bezahle 80 Euro für meine Monatskarte", sagt Kacar, der eine schulische Erzieherausbildung macht.

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Alle Schulen bräuchten leistungsfähige Activborads, Dokumentenkameras, Beamer und Computer in den Klassenräumen, die entsprechende Fortbildung müsse Pflicht für alle Lehrer sein, denn viele Pädagogen lehnten die neue Technik ab, aber "wir Schüler wollen sie." Um den Unterrichtsausfall zu begrenzen, müsste die statistische Unterrichtsversorgung auf mindestens 103 Prozent hochgefahren werden. Kacar warf dabei sowohl der aktuellen rot-grünen Regierung als auch der schwarz-gelben Vorgängerkoalititon schwere Versäumnisse vor. Alle Parteien müssten sich endlich an einen Tisch setzen anstatt sich gegenseitig die Schuld zuzschieben, forderte der Schülervertreter.

Zudem tritt der Landesschülerrat für eine günstigere und später kostenlose Schulverpflegung ein, Kioske dürften nicht nur Schokoriegel und Kakao, sondern müssten zumindest auch belegt Brötchen verkaufen.

Zu den besonders umstrittenen Forderungen dürften die nach einem Religionsfach für alle, ungeachtet der Konfession, in dem die Schüler die Weltreligionen, aber auch gleichberechtigt Ethik kennenlernten, und die nach einem Schwulen-und-Lesben-Beauftragten in jedem Kollegium zählen.

In das Notensystem von 1 bis 6 müssten auch Plus und Minus auf dem Zeugnis sichtbar seien. Es sei ein großer Unterschied, ob jemand eine 3+ oder eine 3- habe, sagte Kacar, aber auf dem Zeugnis stehe in beiden Fällen eine 3. Bei den Hausaufgaben treten die Schüler für benotete Langzeitaufgaben ein, in denen man sich die Zeit freieinteilen könne, anstatt kurzfristige Aufgaben zum nächsten Tag, die nur den Stress erhöhten. "Wir wollen, dass die Schüler Selbstständigkeit lernen", hieß es.

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