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Der Norden Immer mehr Landwirte suchen Hilfe
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14:05 28.05.2019
Am anonymen Sorgentelefon für Landwirte in Barendorf bei Lüneburg spricht eine Beraterin mit einem Ratsuchenden. Quelle: dpa (Archiv)
Hannover

Das landwirtschaftliche Sorgentelefon in Niedersachsen ist stark gefragt und sucht deshalb zusätzliche Berater. Nach Angaben des Landvolks in Hannover wenden sich rund 200 Landwirte und Familienmitglieder im Jahr an die Telefon-Hotline. Weitere 50 bis 60 Familien nehmen jährlich die landwirtschaftliche Familienberatung in Krisensituationen in Anspruch.

Hauptsorgen der Anrufer sind demnach Generationenkonflikte auf dem Hof. So melden sich etwa junge Landwirte, die bei der älteren Generation anecken, weil sie andere Schwerpunkte auf dem Hof setzen wollen. Älteren wiederum fällt es zum Teil schwer, ihren angestammten Platz als Bewirtschafter des Hofes zu räumen. Viele äußerten aber auch das Gefühl, als Landwirte von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt zu werden, für Missstände etwa im Umweltbereich verantwortlich gemacht und sogar persönlich angegriffen zu werden.

Sorgentelefon mit mehreren Standorten

Das landwirtschaftliche Sorgentelefon gibt es in Niedersachsen seit 1993. Es wird von Göttingen aus koordiniert und verteilt sich auf die Standorte Ostheide in Barendorf im Kreis Lüneburg (Telefon 04137-812540), Oesede im Kreis Osnabrück (05401-866820) und Rastede im Kreis Ammerland (04402-84488). Das Angebot hat seine Wurzeln in den USA. Anders als früher sind es nach Angaben des Bauernverbandes nicht mehr vor allem Frauen, die das Hilfsangebot nutzen. Auch Männer wählten im Schutz der Anonymität die Nummer der Hotline, um Rat und Hilfe zu suchen.

Man muss zuhören können

Interessenten, die das Sorgentelefon ehrenamtlich unterstützen möchten, erhalten ab November eine Grundausbildung in die Tätigkeit. Die Berater kommen in aller Regel selbst aus dem landwirtschaftlichen Bereich und kennen sich mit den Problemen der Landwirte aus. „Sie sollten darüber hinaus in der Lage sein, aktiv zuzuhören“, sagt Ludger Rolfes von der Ländlichen Familienberatung Oesede. Zusätzlich werde die Bereitschaft vorausgesetzt, in Selbsterfahrungseinheiten das eigene Leben zu reflektieren.

Die Grundausbildung für neue Interessenten beginnt im November 2019 mit einem Auswahltag und umfasst von Februar bis Dezember 2020 fünf Blockeinheiten mit einer Dauer von jeweils zwei Tagen. Wer sich informieren oder für die ehrenamtliche Beratungstätigkeit ausbilden lassen möchte, sollte sich bis spätestens Ende Juni bei der Ländlichen Familienberatung in Oesede melden.

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Von Gabriele Schulte

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