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Der Norden FDP fordert Impfpflicht gegen Masern
Nachrichten Der Norden FDP fordert Impfpflicht gegen Masern
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00:22 11.03.2019
Quelle: dpa
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Hannover

In Niedersachsen wächst die Besorgnis angesichts einer ungewöhnlich hohen Zahl von Masernkranken. „Wir haben zurzeit eine Häufung, wie wir sie so lange nicht gesehen haben“, sagte am Freitag ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes. 26 Infizierte seien der Behörde in diesem Jahr schon gemeldet worden, 18 davon in und um Hildesheim. Dort kontrollierte das örtliche Gesundheitsamt an einer Gesamtschule Impfausweise, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Die Infektionskrankheit Masern kann schwerwiegende Folgen haben und sogar tödlich enden. Gesundheitspolitiker und Mediziner rufen deshalb zu mehr Impfungen auf.

Die FDP im Landtag forderte sogar eine Impfpflicht. „Wir glauben, dass die Impfrate steigt, wenn der Kinderarzt sagt, es gibt eine Impfpflicht“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Björn Försterling der HAZ. Wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen wollten, gefährde das nicht nur die Kinder, sondern weite Teile der Gesellschaft. Den liberalen Prinzipien der Freien Demokraten widerspreche die Forderung nicht, denn die Kinder könnten über eine Impfung ja nicht selbst entscheiden. Die Pflicht sollte, mit Androhung eines Ordnungsgeldes, für alle Kinderkrankheiten gelten, gegen die das Robert-Koch-Institut in Berlin Impfungen vorsieht.

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Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) sagte der HAZ: „Eine Impfpflicht müsste nach unserer Einschätzung bundeseinheitlich geregelt werden.“ Es sei nicht hinzunehmen dass es noch Masernausbrüche in einem medizinisch so gut versorgten Land wie Deutschland gibt. Die Ärztekammer Niedersachsen und der Verband der Ersatzkassen (vdek) appellierten an die Eltern, ihre Kinder ausreichend zu schützen. „Wir unterstützen alle Maßnahmen, die zur Impfung der gesamten Bevölkerung beitragen“, sagte vedk-Leiter Jörg Niemann.

Von Gabriele Schulte

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