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Der Norden Mathias Trauschke führt den Verband der Naturwissenschaftslehrer
Nachrichten Der Norden Mathias Trauschke führt den Verband der Naturwissenschaftslehrer
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12:24 23.10.2019
„Gleiche Bildungsstandards bedeuten auch exakt gleiche Lehrpläne“: Der promovierte Biologe Mathias Trauschke führt jetzt den Verband Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Im Abitur 2021 wird es in Niedersachsen erstmals möglich sein, statt der herkömmlichen mündlichen Prüfung auch eine Präsentationsprüfung abzulegen. Dabei bekommt der Schüler zwei Wochen vor dem Prüfungstermin eine Aufgabe gestellt, zu der er dann zu Hause einen medial gestützten Vortrag vorbereitet. Am Prüfungstag präsentiert der Abiturient dann seinen Vortrag mithilfe eines Tablets oder Laptops. Das klassische Prüfungsgespräch, bei dem auch noch andere Themen aus der Oberstufe abgefragt werden, schließt sich an.

Der Philologenverband hat die Möglichkeit einer Präsentationsprüfung seit jeherscharf kritisiert. Zum einen drohe damit eine Verflachung des Abiturs, zum anderen seien Schüler aus armen Familien gleich doppelt im Nachteil, weil diese kein Geld für digitale Endgeräte hätten. Wer aus einer bildungsferneren Schicht kommt, könne außerdem keine Verwandten um Rat fragen wie Kinder aus dem Bildungsbürgertum.

Trauschke löst Wilhelm Bredthauer ab

Nach neun Jahren löst Mathias Trauschke (re.) Wilhelm Bredthauer an der Spitze des Verbandes Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht ab. Quelle: privat

Diese Gefahr sieht Mathias Trauschke, der neue Vorsitzender des Landesverbandes Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht (MNU), überhaupt nicht. Der 43-jährige zweifache Vater, der in Hannover-Bothfeld lebt und am Ratsgymnasium in Peine unterrichtet, löst Wilhelm Bredthauer ab. Der ehemalige Leiter der Goetheschule in Hannover hatte den Verband der Mathematik-, Physik-, Chemie-, Biologie, Technik- und Informatiklehrer neun Jahre lang geführt.

Präsentationsprüfung als Chance für individuelle Prüfungen

Trauschke sagt, die Präsentationsprüfung sei für Lehrer eine Chance, die Aufgaben individueller zu gestalten, die Schüler zu selbstständigen Experimenten und Forschungen anzuregen. Ob ein Schüler den Stoff wirklich durchdrungen und den Vortrag eigenständig vorbereitet habe, könnten die Prüfer durch Nachfragen leicht herausfinden. Beim mündlichen Abitur legen die Lehrer die Prüfungsaufgaben selbst fest, bei den schriftlichen Prüfungen sind sie zentral vom Land vorgegeben.

Da Biologie schon jetzt das bei den Schülern beliebteste naturwissenschaftliche Prüfungsfach neben Mathematik ist – rund 5500 wählen es in Niedersachsen –, dürften auch hier die meisten Präsentationsprüfungen abgelegt werden. Zurzeit laufen die entsprechenden Lehrerfortbildungen. Trauschke ist auch Fachberater für Biologie an der Landesschulbehörde im Raum Braunschweig, zuvor war er Referent für Naturwissenschaften im Kultusministerium.

Experimente sind wichtig im Biologieunterricht. Quelle: Daniel Junker

„Die Vergleichbarkeit wird das nächste große Streitthema in der Bildungspolitik“, ist Trauschke überzeugt. Denn nach einem gemeinsamen Aufgabenpool für die Abiturprüfungen in Englisch, Deutsch und Mathematik geht es jetzt in der Kultusministerkonferenz um gleiche Bildungsstandards für Physik, Biologie und Chemie. Ab 2024/2025 soll es auch einen länderübergreifenden gemeinsamen Aufgabenpool im Abitur geben.

Gezerre um Bildungsstandards

Jedes Land werde versuchen, möglichst viel aus seinem Lernstoff in den Bildungsstandards unterzubringen, befürchtet er. „Gleiche Bildungsstandards bedeuten auch exakt gleiche Lehrpläne“, sagt der MNU-Vorsitzende. Das sei aber problematisch, wenn in Schleswig-Holstein einige Themen schon in der 10. Klasse unterrichtet würden, die in anderen Ländern erst in Jahrgang 11 dran seien, und in Bayern etwas durchgenommen werde, was anderswo gar nicht unterrichtet werde. Man dürfe nicht dieselben Fehler machen wie beim Mathematikabitur, das durch seine überfrachteten Aufgaben Schüler immer wieder überforderte. Hier müsse dringend nachgebessert werden, sagt Trauschke.

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Von Saskia Döhner

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