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Der Norden Hier liegen die größten Funklöcher in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Hier liegen die größten Funklöcher in Niedersachsen
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20:46 14.05.2019
Bis 2021 will die Landesregierung eine flächendeckende 4G-Versorgung in Niedersachsen schaffen. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Hannover

Kein einziges Handyfunkloch mehr in ganz Niedersachsen – das plant die Landesregierung bis zum Jahr 2021. Aktuell ist das Land davon aber noch ein ganzes Stück entfernt: Besonders an den Grenzen Niedersachsens im Süden, Nordosten und Westen lässt der Empfang zum Teil noch zu wünschen übrig. Das zeigt jetzt der sogenannte Mobilfunkatlas, den das Wirtschaftsministerium am Dienstag vorgestellt hat. Auf der Karte sind alle Funklöcher eingetragen.

Gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone hat das Wirtschaftsministerium die Netzabdeckung im Bereich der Übertragungsstandards 2G (GSM) und 4G (LTE) erfasst. Das Breitbandzentrum Niedersachsen-Bremen führt den Atlas, der ab sofort im Internet unter breitband-niedersachsen.de zu finden ist. Er soll besonders Landkreisen und Kommunen als Informationsquelle dienen.

Daten von Netzbetreibern

Dem Atlas zugrunde liegen die Versorgungsdaten der drei Unternehmen, die in anonymisierter Form übereinandergelegt wurden. „Der Mobilfunkatlas macht die Netzabdeckung in Niedersachsen transparent und zeigt, wo es Fortschritte in der Mobilfunkversorgung gibt und wo noch Arbeit auf uns wartet“, sagte der Staatssekretär Stefan Muhle.

Eine konkrete Auflistung der betroffenen Orte gibt es nicht, da eine trennscharfe Begrenzung der Funklöcher an Ortsgrenzen nicht möglich sei, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums mit. Der Atlas zeigt aber: Während es in der Region Hannover nur im Südwesten rund um Springe kleine Funklöcher gibt, sind in den Landkreisen Holzminden, Northeim, Göttingen und Goslar deutlich größere Flächen ohne Empfang. Hauptsächlich in Südniedersachsen und in der Heide gibt es außerdem Standorte, an denen die Nutzer nicht einmal 2G empfangen können. Praktisch heißt das: Dort ist telefonieren mit dem Handy unmöglich.

Das Ziel der Landesregierung ist eine flächendeckende 4G-Mobilfunkversorgung in Niedersachsen bis 2021. „Der Ausbau der Infrastruktur ist eine eigenwirtschaftliche Aufgabe der Telekommunikationsunternehmen“, so der Ministeriumssprecher weiter. Ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten keine Schließung der Funklöcher machbar, soll es Beihilfen des Landes aus einem dafür zur Verfügung gestellten Fördermittel-Budget von 20 Millionen Euro geben. Weitere 50 Millionen Euro sind für die Förderung von 5G-Projekten vorgesehen.

Mobilfunk-Historie von 1G bis 5G

Handynetze mit analoger Sprachübertragung bezeichnet man rückblickend als die erste Generation oder 1G. Sie wurden in Deutschland bis Anfang der Neunzigerjahre genutzt. Mit GSM oder 2G wurde Sprache erstmals digital übertragen, was Störungen minimierte. Zu Beginn des Jahrtausends gingen Handys über GSM auch ins Internet, allerdings nur mit 55 Kilobit pro Sekunde.

Die Versteigerung der Frequenzen für das schnellere UMTS oder 3G brachte dem Fiskus im Jahr 2000 spektakuläre 100 Milliarden Mark ein. Aufgrund der Lizenzkosten bauten die Provider das Netz aber langsam aus und verlangten viel Geld für die Tarife.

Aktuell surfen die meisten Smartphone-Nutzer über 4G (LTE). Theoretisch sind Datenraten von einem Gigabit pro Sekunde möglich. In der Praxis erreicht man eher ein Zehntel, aber das ist immer noch schneller als an typischen DSL-Anschlüssen.

Der Aufbau der nächsten Generation (5G) soll demnächst beginnen. Der LTE-Nachfolger ist wegen seiner noch deutlich schnelleren Geschwindigkeit vor allem für die Industrie von Bedeutung.

Das Breitbandzentrum Niedersachsen Bremen präsentiert auf seiner Website außerdem eine Übersicht des Ausbaus, die quartalsmäßig aktualisiert wird. Diese beinhaltet Aufrüstungen auf den 4G-Standard und neu errichtete Mobilfunkmasten.

Umfrage ergab 3800 Funklöcher

Das Wirtschaftsministerium hatte Bürger im vergangenen Jahr dazu aufgerufen, Funklöcher zu melden. Daraufhin meldeten sich knapp 9000 Betroffene vor allem aus ländlichen Regionen, gezählt wurden schließlich 3800 Standorte in Niedersachsen – diese Abfrage „subjektiver Funklöcher“ ist laut Sprecher allerdings nicht im neuen Atlas abgebildet. Die meisten Beschwerden kamen damals aus den Gemeinden Uplengen im Landkreis Leer, Rastede im Ammerland sowie aus Munster in der Lüneburger Heide.

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