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Der Norden Frauen in Niedersachsen bekommen mehr Kinder als in anderen Ländern
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Niedersachsen: Daten und Zahlen zur Bevölkerung 2020

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12:18 25.12.2021
Im ersten Jahr der Corona-Pandemie ist die Bevölkerungszahl in Niedersachsen auf nun mehr als 8 Millionen Menschen gestiegen.
Im ersten Jahr der Corona-Pandemie ist die Bevölkerungszahl in Niedersachsen auf nun mehr als 8 Millionen Menschen gestiegen. Quelle: Tim Schaarschmidt/Hauke-Christian Dittrich/dpa (Archivbilder)
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Hannover

Erstmals seit 16 Jahren haben im vergangenen Jahr wieder mehr als acht Millionen Menschen in Niedersachsen gelebt. Das geht aus dem neuen Niedersachsen-Monitor 2021 hervor, den das Landesamt für Statistik veröffentlicht hat. Im Vergleich zu 2019 gab es 2020 genau 0,12 Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner im Land, die Bevölkerung wuchs zum neunten Mal in Folge. Damit entwickelte sich die Bevölkerungszahl in Niedersachsen gegen den Bundestrend: In Deutschland lebten im vergangenen Jahr 0,01 Prozent weniger Menschen als 2019. Bundesweit hat Niedersachsen die vierthöchste Einwohnerzahl – nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

In Niedersachsen gibt es den Daten zufolge überdurchschnittlich viele junge Menschen – und überdurchschnittlich viele alte. Der Anteil der Unter-18-Jährigen betrug 2020 16,7 Prozent (bundesweit 16,5 Prozent). Menschen im Alter von 65 Jahren und älter machten 2020 22,3 Prozent aus (in ganz Deutschland 22 Prozent).

Mehr Geburten in Niedersachsen

2020 wurden in Niedersachsen deutlich mehr Kinder geboren als noch wenige Jahre zuvor. Kamen 2015 noch 67.183 Babys auf die Welt, waren es 2020 bereits 74.119 und damit 10,3 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Damit liegt Niedersachsen über dem Schnitt der westdeutschen Länder (ein Plus von 7,2 Prozent). In Ostdeutschland ist die Zahl der Geburten im selben Zeitraum hingegen um 4,9 Prozent zurückgegangen.

Trotz der steigenden Zahl an Geburten starben im vergangenen Jahr mehr Menschen als geboren wurden. Pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner starben knapp 3 Menschen mehr, als neu auf die Welt kamen. Niedersachsen war 2020 allerdings nicht alleine mit einem sogenannten Geburtendefizit. Nur in Hamburg und Berlin gab es unterm Strich mehr Geburten als Sterbefälle.

Bei der Geburtenziffer hingegen liegt Niedersachsen mit 1,61 Kindern an der Spitze aller Bundesländer. Dieser Wert gibt die durchschnittliche Kinderzahl an, die eine Frau im Laufe ihres Lebens hätte, wenn die Verhältnisse des betrachteten Jahres von ihrem 15. bis zu ihrem 49. Lebens­jahr gelten würden. Schlusslicht ist Berlin mit 1,38 Kindern.

Brexit-Effekt bei Einbürgerungen endet

Insgesamt wurden in Niedersachsen im vergangenen Jahr 23.000 Menschen weniger geboren, als gestorben sind. Dass trotzdem mehr Menschen im Land lebten, liegt an der hohen Zahl an Zuzügen. Die Zahl der Zuzüge überstieg die Zahl der Fortzüge um 34.293. Das war der höchste Wert in ganz Deutschland. Besonders hoch ist der Zuwachs bei Menschen, die aus dem Ausland nach Niedersachsen gekommen sind.

Gesunken im vergangenen Jahr ist hingegen die Zahl der Einbürgerungen in Niedersachsen. Sie ging um rund 19 Prozent zurück auf 8800 Menschen, denen die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen wurde. 2019 waren es noch 10.930 Einbürgerungen. Das Landesamt für Statistik führt die hohen Zahlen aus dem Jahr 2019 auf den Brexit zurück.

Von Maximilian Hett